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Artikel veröffentlicht am 04.11.2020 um 06:00 Uhr
Willy Leipold macht Schluss: Das Ehrenamt war immer Ehrensache!
Das Timing war gelungen: Unmittelbar vor dem neuerlichen Lockdown konnte die Senioren-Kreismeisterschaft Nürnberg/Frankenhöhe 2020 noch ausgetragen werden. Nach fast 24 Jahren Spielleitertätigkeit war dies zugleich der auf dem Platz gebührende Abschluss für Willy Leipold, der auf zahlreichen Posten das Ehrenamt nicht nur selbst vorlebte, sondern auch stets förderte.
Von Marco Galuska
Anstoß zum Abschluss: Willy Leipold hört nach 24 Jahren Tätigkeit als Spielleiter auf.
Thomas Raßbach
Die Altmeister vom 1. FC Nürnberg wurden Meister. Dahinter folgten der SC Concordia Nürnberg, der ESV Nürnberg-West, der FSV Gostenhof und SC Viktoria Nürnberg. Blickt man auf die Abschlusstabelle der Kreisliga der Senioren im Jahr 1997, so stellt man mit Erstaunen fest, dass es einen Großteil der Vereine mit durchaus klangvollen Namen in dieser Form längst nicht mehr gibt. Umso mehr zeugt es von einer besonderen Ausdauer, die Willy Leipold für seinen Funktionärsjob an den Tag gelegt hat. Dass Leipold diese Tabellen noch immer parat hat, zeugt vor allem von einer großen Leidenschaft für die Aufgabe.

Mit Herzblut und Akribie

Eben in jenem Jahr 1997 hatte Leipold als Nachfolger von Hubertus "Hugo" Waldmann die Spielleitung der Kreisliga ("die alte A-Klasse") samt Reserverunde übernommen und zudem auch den Posten als Senioren-Spielleiter im Kreis Nürnberg/Fürth. Selbst der Kreis hat längst eine Reform in seiner Struktur erfahren, vieles hat sich geändert, nur das Herzblut und die Akribie Leipolds blieb irgendwie all die Jahre zeitlos.

Am vergangenen Samstag hatte der Senioren-Spielleiter, mittlerweile im Kreis Nürnberg/Frankenhöhe, seinen krönenden Abschluss erhalten, als er mit Anstoß und Siegerehrung das Endspiel um die Kreismeisterschaft 2020 der Ü32-Herren beginnen und beenden durfte. Schließlich ging es in diesem verkürzten Spieljahr um den "Willy-Leipold-Cup".

Willy Leipold war trotz mancher gesundheitlicher Rückschläge unermüdlich im Einsatz für den BFV-Kreis Nürnberg/Frankenhöhe.
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Vom FC Stein zum STV Deutenbach

Jener Namensgeber spielte Anfang der 1970er-Jahre beim FC Stein. Man könnte meinen, es sei eine Todsünde gewesen, dass Leipold 1979 zum Lokalrivalen STV Deutenbach wechselte, aber Leipold zog stets das Miteinander der Rivalität vor. Am Weihersberg knüpfte der emsige Funktionär, zu dem er nach seiner Laufbahn als Spieler und Trainer immer mehr wurde, viele Kontakte und Freundschaften und brachte weitere Sportabteilungen in den Verein. Beim STV trägt er heute dementsprechend unbestritten den Titel "Ehrenpräsident".

Das Ehrenamt war für Leipold eine besondere Berufung. Von 2000 bis 2014 übte er in Doppelfunktion das Amt des Kreis-Ehrenamtsbeauftragten. Neben seiner Aufgaben im Verein und beim BFV folgte auch noch das Engagement im Sportkreis Fürth. Der 71-jährige erhielt für seine Verdienste für den Fußballsport zahlreiche Auszeichnungen u.a. die DFB-Verdienstnadel, die Verbands-Ehrennadel in Gold und die BLSV-Ehrennadel in Gold.

Gewissenhaft, akribisch und mit viel Herzblut war Willy Leipold über all die Jahre auf seinen zahlreichen Posten im Verband und Verein tätig.
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Im Rahmen der Personalplanungen des Kreises Nürnberg/Frankenhöhe wollte der Steiner nun zusammen mit einigen Kollegen der Herrenspielleitung das Zepter in jüngere Hände übergeben. "Leider war diese Abschiedssaison durch die Covd19-Pandemie in weiten Teilen nur schwer durchzuführen. Es ist aber ein Verdienst von Willy Leipold, dass er es nicht nur geschafft hat, den Senioren eine nahezu normale Runde spielen zu lassen, sondern dass er mit der Terminierung des Kreisendspieles auf den Samstag vor dem Lock-Down Light bereits vorab große Weitsicht gezeigt hat", lobt der Kreis-Vorsitzender Thomas Raßbach.

Leipolds Verabschiedung von "seinen" Vereinen erfolgt im Zuge der nächsten Seniorenspielleitertagung, für die sein Nachfolger Günter Braun den 1. März 2021 ins Auge gefasst hat. Die offizielle Verabschiedung mit Würdigung seiner Verdienste soll beim nächsten Kreistag im Fußballkreis Nürnberg/Frankenhöhe nachgeholt werden.

Mittendrin bei seinen Fußballern: Willy Leipold bei seinem Abschied in seinem Element.
fussballn.de / Strauch

Kampf um jeden Verein

In seiner Funktion als Senioren-Kreisspielleiter "kämpfte" Leipold um jeden Verein, dass dieser doch zu einem möglichst reibungslosen Spielbetrieb beitragen möge. Dankbar war der Job nicht immer, dankbar waren ihm die Vereine aber für sein Engagement. Und mit Dank richtete sich Willy Leipold zu seiner Abschiedssaison in der Senioren-Spielleitung "an alle Vereinsfunktionäre, Betreuer, Schiedsrichter und Trainer für das von gegenseitigem Respekt getragene Miteinander während der vergangenen 24 Jahre." Posthum dankte Leipold vor allem auch dem viel zu früh verstorbenen Bezirkssenioren-Spielleiter Heinz Frühbeißer, mit dem er über viele Jahre freundschaftlich für den Senioren-Fußball in Kreis und Bezirk Seite an Seite gearbeitet hat. Einen schlichten Appell hatte Leipold bei all der Dankesrede für seinen Fußballkreis auch noch übrig: "Seid bitte vernünftig und bleibt alle gesund!"

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