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Artikel veröffentlicht am 16.09.2020 um 10:00 Uhr
Ein Blick hinter die Kamera: In Burggrafenhof ist ein Profi am Werk
Rollt das runde Leder, so stehen stets die Akteure auf dem grünen Rasen im Mittelpunkt. Die spielfreie Zeit eröffnet nun die Möglichkeit eines Perspektivwechsels - gerichtet auf jene Menschen, die mit großem Engagement das Geschehen auf dem Platz einfangen. Weiter geht es mit Jan Botzenhardt, bei dem die Nähe zur Kamera quasi in die Wiege gelegt wurde und der beim SV Burggrafenhof einen Verein zum Wohlfühlen fand.
Von Michael Watzinger
Jan Botzenhardt
privat
Der Weg an die Kamera war vorgezeichnet

Für einige unserer Fotografen gilt im Bezug auf die Kameratätigkeit das Motto 'unverhofft kommt oft'. Für Jan Botzenhardt war der Weg an die Kamera hingegen mehr oder weniger vorgezeichnet: der Vater war Besitzer eines eigenen Fotostudios und so kam Sohn Jan bereits in Kindertagen mit der Fotografie in Berührung. "Fotografie war letztlich nie nur ein Hobby für mich. Ich bin sozusagen in einem Fotostudio aufgewachsen und habe mich ja auch für den Beruf des Fotografen entschieden, obwohl ich mir zunächst überlegt hatte Mathematik zu studieren. Ich habe dann aber beim Studium meines Bruders gemerkt, dass das nicht so mein Schlag Mensch ist und so bin im Nachgang auch froh, mich so entschieden zu haben. Als Fotograf hat man mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun, es ist abwechslungsreich und man kann in vielen Punkten wirklich kreativ sein. Insgesamt macht mir die Arbeit große Freude - und ich habe auch gleich eine gute Ausrüstung, um die Jungs auf dem Platz ordentlich abzulichten", lacht der heute 51-Jährige.  

Auch außerhalb des Arbeitsplatzes ist bei Jan Botzenhardt die Kamera im Einsatz. Dabei setzt er die Spieler des SV Burggrafenhof gekonnt ins beste Licht.
Jan Botzenhardt

Die Sportfotografie als neue Herausforderung

Dass das Thema Sportfotografie aber doch andere Anforderungen stellt, hat Botzenhardt zu Beginn am eigenen Leib erfahren: "Ich war ja in Burggrafenhof zunächst als Spieler, später auch als Trainer der 2. Mannschaft sowie als Vorstand aktiv. Nach meiner aktiven Zeit haben mich die Jungs dann gefragt, ob ich nicht ein paar Fotos von den Spielen machen könnte. Dadurch dass ich auch weiterhin gerne die Spiele besuche, habe ich dem Ganzen zugestimmt. Allerdings habe ich dann schon gemerkt, dass das ein anderes Arbeiten ist - zum einen, weil auf dem Feld viel los ist und man erst ein Gefühl für die Geschehnisse bekommen muss, zum anderen, weil ich ein kommunikativer Mensch bin und während des Spiels viele Leute kommen, um sich zu unterhalten - man darf sich da aber nicht ablenken lassen. Inzwischen klappt das alles aber wirklich gut, auch wenn ich meist auf Höhe der Mittellinie stehe", erläutert Botzenhardt. 

Der Fluch der guten Tat

Mit seinen Bildern selbst ist Botzenhardt dabei aber nicht immer zufrieden: "Ich habe schon ziemlich hohe Anforderungen an mich selbst und bin da ziemlich ehrgeizig. Wenn ich etwas mache, dann richtig! Man möchte ja, dass die Jungs möglichst gut eingefangen werden und sie sich über die Fotos freuen können. Wobei ich sagen muss, dass sich da noch niemand beschwert hat, die Spieler sind froh und dankbar. So bin ich auch regelmäßig zu Feiern eingeladen - dann lasse ich die Kamera aber bewusst zuhause und will die Gemeinschaft einfach nur genießen."

Für das geschulte Auge des Fotografen liegt der Fokus bei seinen Fotos auf Zweikampfbildern: "In Zweikämpfen ist einfach die größte Intensität! Dabei mache ich auch gerne Close-Ups, da man dort die Anspannung in den Gesichtern sehen kann. Dabei mache ich gerne auch ein paar Bilder als Serie und sortiere erst im Nachgang aus. Durch meinen Beruf geht das bei mir wahrscheinlich auch etwas schneller als bei anderen."

Auch ohne den Fußball aktiv: Jan Botzenhardt (l.) gemeinsam mit der Laufgruppe Run-Fun des SV Burggrafenhof auf Achse.
privat

Aktiv auch ohne Kamera

Abseits des grünen Rasens ist Jan Botzenhardt ebenfalls aktiv, treibt gerne Sport - und auch das gerne in der Gemeinschaft. So ist er beispielsweise Teil der Runninggruppe 'Run-Fun' des SVB. "Ich bin einfach gerne aktiv, auch wenn ich nicht mehr Fußball spiele, da merke ich dann nämlich die nächsten Tage meine Knochen zu sehr. Laufen ist für mich ein guter Ersatz, einen Halbmarathon nehme ich bestimmt mal wieder ins Visier. Ansonsten fahre ich gerne Rad, bin gerne in der Natur - und mit Haus und Garten steht ja auch zuhause immer wieder etwas zu erledigen an. Langweilig wird einem da nicht", lacht Botzenhardt.

Trotz reichlicher Alternativbeschäftigungen ist der 51-Jährige froh, wenn es auch auf dem Spielfeld wieder zur Sache geht. "Man hat zwar die Zeit sinnvoll genutzt und auch meine Frau hat sich über die zusätzliche gemeinsame Zeit gefreut, ich bin aber einfach gerne beim SVB, weil das ein unheimlich familiärer Verein mit tollen Menschen ist. Es darf also gerne wieder losgehen."

Die Spieler des SV Burggrafenhof, und auch wir von fussballn.de, freuen uns auf weitere tolle Schnappschüsse!

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