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Artikel veröffentlicht am 19.09.2019 um 09:39 Uhr
Raitersaichs Torjäger Müller: "Die Aufstiegseuphorie haben wir seit 2 Jahren!"
Das Landkreis-Derby zwischen dem ASV Zirndorf und dem SV Raitersaich ist am Samstag (15 Uhr) zugleich das Topspiel der Bezirksliga Süd. Der Zweite gastiert beim Dritten. Im Vorfeld haben wir uns mit Raitersaichs Torjäger Florian Müller (26) über das Derby, die fränkische Zuschauermentalität, die anhaltende Aufstiegseuphorie und die Entwicklung am Zuckermandelweg unterhalten. 
Von Marco Galuska
Auch in der Bezirksliga hatten Florian Müller und der SV Raitersaich schon einige Siege zu bejubeln.
fussballn.de / Watzinger
Hallo Flo, am Samstag kommt es zum Landkreis-Derby beim ASV Zirndorf. Der SV Raitersaich kommt am 9. Spieltag als Zweiter zum Dritten - war das vor der Saison annähernd absehbar?

Florian Müller: Nicht wirklich! Das hätten wir vor der Saison sofort unterschrieben. Wir haben von acht Spielen sechs gewonnen, das war so nicht zu erwarten - vor allem darf man nicht vergessen, dass wir mit einem Großteil der Mannschaft vor zwei Jahren noch in der Kreisklasse gespielt haben.

Wie ist dann die Bezirksliga Süd allgemein einzuschätzen?


Müller:
Im Vergleich zum Norden muss man ganz klar sagen, dass es ein anderes Spiel ist. Es gibt sicher nicht solche technisch starken Mannschaft wie beispielsweise Türkspor/Cagrispor oder Steinachgrund. Dennoch kann jeder jeden schlagen. Auch der Vergleich zur Kreisliga fällt schwer. Das ist eine andere Stimmung, eine andere Präsenz, es kommen Zuschauer, mit denen man eigentlich nicht rechnet, die Fahrten sind weiter, man trifft auf komplett neue Leute, aber insgesamt ist es bisher eine brutal geile Erfahrung.

Florian Müller spielte vor zwei Jahren mit dem SV Raitersaich noch in der Kreisklasse, aktuell führt er die Torjägerwertung in der Bezirksliga Süd an.
fussballn.de / Strauch

Nach dem Aufstieg über die Relegation: Wie viel Euphorie steckt da in Euren Ergebnissen?

Müller: Mittlerweile muss man schon sagen, dass es eine Qualitätsgeschichte ist. Wir haben in den letzten zweieinhalb Jahren wohl kaum mehr als sechs oder sieben Spiele verloren. Da muss man Niederlagen auch erst wieder lernen, aber gerade das hat sich zuletzt gezeigt: Wir haben in Greding so richtig gepatzt und dann gegen eine starke Wendelsteiner Mannschaft eine gute Reaktion gezeigt. Also im Prinzip haben wir die Aufstiegseuphorie seit zwei Jahren. (lacht) 

Nun bist Du mittlerweile schon wieder im dritten Jahr beim SV Raitersaich. Was hat sich seit Deiner Rückkehr im Verein entwickelt? 

Müller: Ich habe Raitersaich ja auch nach dem Abstieg verfolgt. Fünf, sechs Leute sind geblieben, ansonsten war es ein kompletter Umbruch. Aber nach wie vor gibt es die Spielleiter, die wirklich alles für den Verein machen. Ich hatte Gespräche mit Didi (Anm. der Red.: Spielertrainer Dietmar Kusnyarik), bevor er hier angefangen hat, über seine Pläne. Mein Vater und mein bester Kumpel waren ohnehin noch da, das Ganze klang vielversprechend, ich habe mich gerne auf das Abenteuer eingelassen. Mittlerweile muss ich sagen, dass es wirklich mein Heimatverein geworden ist - und ich habe ja schon einige Verein gehabt. Also das Drumherum ist optimal und auch intern ist da richtig etwas herangewachsen, was so nicht unbedingt zu erwarten war, denn die Spieler kamen ja aus verschiedenen Ecken zu uns.

Aktuell stellt der SVR die beste Offensive der Liga. Mit neun Toren liegst Du in der Torjägerwertung vorn. Wird man da von den Gegnern anders wahrgenommen?

Müller: Definitiv! Die Gegner beschäftigen sich damit, da liegt der Fokus schon auf Didi und mir, teilweise werden wir gedoppelt. Aber eigentlich macht das dann noch mehr Spaß. An einem guten Tag geht das trotzdem und vor allem haben wir ja auch extrem schnelle Leute, wie Schütz, Steinlein oder jetzt Zimmermann, die dann die Freiräume nutzen. Also dürfen die uns gerne doppeln! (lacht)

Die Wahrnehmung der gegnerischen Abwehrreihen ist mittlerweile schon eine spezielle für Florian Müller.
fussballn.de / Strauch

Am Samstag kommt es endlich wieder zu einem Derby für Euch in Zirndorf. Vorfreude?

Müller: Absolut! Ich kenne die Mannschaft und den Trainer sehr gut, man sieht einen Großteil gefühlt ja jeden Tag. Selbst die Mütter der Spieler haben sich untereinander schon über das Spiel unterhalten. Der ASV war über die Jahre immer das Aushängeschild im Landkreis, umso spezieller ist es, dass wir nun sogar einen Platz davor stehen. Mal sehen, ob es auch danach so ist. Der Favorit ist für mich aber Zirndorf, weil sie einfach schon einige Jahre in der Bezirksliga spielen. Ich freue mich auf eine gute Kulisse. Ich denke, da kommen von uns schon wieder 100 bis 150 Zuschauer mit.

So viele?

Müller:
Ja, unsere Zuschauer begleiten uns, auch in Greding waren jede Menge dabei. Also unsere Fans sind einerseits leicht zu begeistern, andererseits auch leicht zum Maulen zu bringen - typische Franken eben!

Was dürfen die Raitersaicher Fans von ihrer Mannschaft dann unterm Strich erwarten in dieser Saison?


Müller:
Wir wollen weiter einfach kräftig Punkte sammeln und möglichst schnell den Klassenerhalt schaffen. Vor der Saison waren viele skeptisch - da gehöre ich vom Naturell übrigens auch dazu, weil ich mich lieber freue, wenn es dann besser läuft. So war das erste Ziel, mehr Punkte als Roßtal damals zu holen. Das haben wir schon mal geschafft.

Persönlich läuft die Saison für Dich schon richtig gut mit neun Treffern aus acht Spielen. Fällt das Tore schießen in der Bezirksliga noch leichter?


Müller: Die Statistik macht schon Spaß, da bin ich ehrlich! Aber so genau kann ich es mir nicht wirklich erklären, woran das liegt. Ich nehme es aber sehr gerne mit. Vielleicht liegt es ja daran, dass ich jetzt in das - wie man so sagt - beste Fußballeralter komme. Aber ganz klar darf ich froh sein, dass ich diese Mannschaft habe, denn ohne Vorlagen schießt man auch keine Tore.

Fünf Aufstiege im Herrenbereich gab es für Florian Müller bereits, die letzten beiden gelangen als Durchmarsch mit dem SV Raitersaich
fussballn.de / Schlirf

Mit 26 Jahren hast Du schon fünf Aufstiege im Herrenbereich feiern dürfen. Das schaffen nicht viele in der gesamten Laufbahn.


Müller:
Ich glaube auch, dass das eine ordentliche Bilanz ist. Das lag aber auch an den Wechseln. In Cadolzburg kam ich aus der Jugend in eine Bombenmannschaft. In Kalchreuth war das ein Abenteuer, aber eine echt geile Truppe, die hochverdient aufgestiegen ist und jetzt in Raitersaich ist es natürlich überragend, dass das nach dem Umbruch mit zwei Aufstiegen geklappt hat. Ein Wahnsinn!

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Leser-Kommentare


9. Spieltag Bezirksliga Süd



Tabelle Bezirksliga Süd

Pl.
Team
Sp
Tore
Pkt
1
8
17:5
19
2
8
23:13
18
3
8
16:5
17
5
8
11:7
16
8
8
22:14
13
9
8
18:16
11
10
8
12:15
10
11
8
11:16
10
12
8
5:16
9
13
7
8:15
5
15
8
10:25
2
Direkter Vergleich bei Punktgleichheit

Torschützen Bezirksliga Süd

SV Raitersaich
(8|0|4)
9
SV Raitersaich
(7|1|5)
7
In Klammern: Spiele | Elfmeter | Tor-Vorlagen

Steckbrief F. Müller

Florian Müller
Spitzname
Flo
Alter
26
Geburtsort
Fürth
Wohnort
Ammerndorf
Familie
0 Kinder
Nation
Deutschland
Größe
190 cm
Gewicht
84 kg
Beruf
Bankkaufmann
Starker Fuß
Rechtsfuß
Lieb.-Position
Sturm
Erfolge
Kreisliga-Aufstieg:
TSV Cadolzburg (10/11)
SV Raitersaich (17/18)

Bezirksligaaufstieg:
TSV Cadolzburg (11/12)
1. FC Kalchreuth (15/16)
SV Raitersaich (18/19)

Saisonbilanz Florian Müller

 
19/20
12
11
5
0
6
0
0
18/19
28
12
16
1
R
0
0
17/18
22
29
14
1
R
0
0
17/18
2
0
0
0
R
0
0
16/17
7
2
0
3
2
0
0
16/17
18
14
0
3
R
0
0
15/16
12
4
0
4
R
0
0
15/16
13
4
0
1
R
0
0
14/15
28
18
0
2
R
0
0
13/14
18
3
1
2
4
0
0
13/14
10
9
0
1
R
0
0
12/13
24
4
2
0
8
0
0
11/12
1
0
0
0
R
0
0
Gesamt
195
110
38
18
20
0
0


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