Diese Teams sind Geschichte: Verlorene Vereine der Jahre 1992 bis 2007 - fussballn.de
Artikel vom 24.02.2026 06:00 Uhr
Diese Teams sind Geschichte: Verlorene Vereine der Jahre 1992 bis 2007
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UPDATE Fusion, Verschmelzung oder gar Aufgabe: Das Bild in der Vereinslandschaft im Amateurfußball in Nürnberg/Fürth hat sich über Jahre und Jahrzehnte ordentlich verändert. Über 80 Vereinsmannschaften haben sich seit 1992 verabschiedet. Wir blicken chronologisch zurück auf die Vereine, die so nicht mehr in der BFV-Runde vertreten sind. In diesem Teil auf die Jahre 1992 bis 2007.
Von Marco Galuska
Bis zur Saison 1997/98 hieß die höchste Liga im Kreis (damals noch Nürnberg/Fürth) noch A-Klasse, darunter wurde in den B- und C-Klassen samt Reserverunde gespielt. Einige Vereine erlebten die Umbenennung in Kreisliga, Kreisklasse und A-Klasse nicht mehr. Viele Klubs sind fast schon in Vergessenheit geraten. Wir blättern zurück in der Chronik.

Wir haben chronologisch die jeweils letzte Saison aufgelistet, in der die folgenden Mannschaften zuletzt (eigenständig) in der BFV-Runde auftauchten.

Saison 1991/92:
SV Burg Kale Spor Nürnberg, FC Italsud 1973 Fürth


Mit dem SV Burg Kale Spor Nürnberg stieg nach einem Jahrzehnt eine durchaus etablierte Mannschaft aus dem Spielbetrieb aus. Zwei Aufstiege gelangen den Türken des SV Burg (türkisch: kale), der seinen Ursprung aus der Initiative aus einem Freizeitheim nahe des Fünfeckturms hatte. 1982/83 spielte man die erste Saison und war in den Anfangsjahren beim ASN Pfeil am Marienberg beheimatet. Später spielte und trainierte der SV Burg Kale, bei dem auch Kadir Kiymaz zeitweise Spielertrainer war, auf dem Gelände des ATV Nürnberg und am Stadion-Nebenplatz. Neben dem Türkischen FK und der Turnerschaft Fürth war der SV Burg zeitweise die dritte Kraft unter den türkischen Vereinen im Kreis.

Eine noch längere Tradition hatte der FC Italsud 1973 Fürth, der erstmals in der Saison 1974/75 im Spielbetrieb vertreten war und immerhin 18 Jahre in der C-Klasse spielte. Dabei kamen die Italiener eigentlich auch nicht ansatzweise an die Aufstiegsränge heran, bewiesen aber dennoch ein langes Stehvermögen. Kurioserweise folgte das Ende nach der bis dato mit Abstand besten Saison: Als Vierter der C-Klasse West fehlten nur drei Punkte zum Aufstiegsplatz. Der Zenit war erreicht.

Saison 1992/93:
Gencler Birligi Nürnberg, CC Italia 82 Nürnberg, FC Alemannia Nürnberg


Mit Abschluss der Saison 1992/93 gaben gleich drei C-Klassisten auf. Gencler Birligi Nürnberg gab es auch nur in jener Saison in der C-Klasse Mitte, wo man als Vorletzter das Spieljahr beendete. Zwei Jahre später folgte ein Neustart für Gencler Birligi in Fürth, der aber auch nicht sonderlich erfolgreich verlief und noch vor dem Start der Saison 1996/97 wieder beendet war.

Der CC Italia 82 Nürnberg startete 1983/84 erstmals in der C-Klasse und hielt trotz überschaubarem Erfolg (der 9. Rang 1986/87 blieb die beste Abschlussplatzierung) immerhin ein volles Jahrzehnt durch. Nach der Saison 1992/93 erfolgte jedoch die finale Abmeldung für den Calcio Club in Nürnberg.

Mit dem FC Alemannia Nürnberg hörte ebenfalls ein Stammgast im Unterhaus mit italienischen Wurzeln nach der Saison auf. Die Alemannen, die in Schweinau gespielt haben, waren 1986/87 in den Spielbetrieb eingestiegen und fanden auch nie aus der unteren Tabellenhälfte der C-Klasse heraus.

Saison 1993/94:

Keine finale Abmeldung, aber der Anfang vom Ende: Der MTV Grundig Fürth zog im November 1993 aus der B-Klasse Mitte zurück, sollte zwar in der Saison 1995/96 in der C-Klasse ein Comeback starten, das unter diesem Namen jedoch nicht von langer Dauer war. Nachdem im Mai 1999 final der Name "Grundig" gestrichen wurde, ging es auch für den MTV Fürth nicht mehr lange weiter (siehe weiter unten).

Saison 1994/95:
SG Marienfelder HG, FC Jugoslavija Nürnberg, VfB Nürnberg

Die SG Marienfelder HG (Heimatgemeinde) war ein Verein der Donauschwaben, also der deutschstämmigen Minderheit in Rumänien. Zeitweise schnupperte das Team am Aufstieg ins Kreisoberhaus und wurde auch in seiner letzten Saison noch Vizemeister der B-Klasse Mitte hinter dem Meister FSV Stadeln. Dann folgte zum 1.7.1995 die Fusion mit dem TSV Südwest Nürnberg zum TSV Südwest Schwaben. 2007 wurde dann beschlossen, dass der Vereinsname wieder auf TSV Südwest Nürnberg geändert werden sollte. 

Den FC Jugoslavija Nürnberg gab es über 15 Jahre im Spielbetrieb. Dabei war das Team mit Ausnahme der Saison 1992/93, als man in der B-Klasse spielte, ein Stammgast in der C-Klasse, wo der Name letztmals im Spieljahr 1994/95 auftauchte und an der Deutschherrnwiese spielte. Nach der Saison wurde der Name in FC Mladost Nürnberg geändert.

Ein kurzes und wenig erfolgreiches Gastspiel gab es für den VfB Nürnberg, der nichts mehr mit dem früheren VfB, der mit dem FC Langwasser 1962 zum VfL Nürnberg wurde, zu tun hatte. Der "neue VfB" bildete in der C-Klasse Ost das Schlusslicht mit 2:46-Punkten und 6:253-Toren. Nach dieser deprimierenden Saison war auch wieder Schluss.

Saison 1995/96:

SpVgg Fürth, FC Mladost Nürnberg, AFC Maral Fürth, Genclerbirligi Fürth

Die größte Fusion ergab sich im Oktober 1995, als die Jahreshauptversammlung der SpVgg Fürth dem Zusammenschluss mit dem TSV Vestenbergsgreuth zustimmte. Gut ein Jahr nach Vestenbergsgreuths legendären Sieg im DFB-Pokal gegen Bayern München (1:0) machten "Teeblatt" und "Kleeblatt", wie es damals im Boulevard hieß, gemeinsame Sache. Somit spielte auch die SpVgg Fürth II ihre letzte Saison ohne den Zusatz "Greuther" in der Bezirksoberliga, wo die "Amateure" auch noch bis zu ihrer Meisterschaft im Jahr 2000 bleiben sollten.

Als Meister abtreten – der FC Mladost ist freilich eine besondere Ausnahme unter den Vereinen, die im Raum Nürnberg/Fürth der Vergangenheit angehören. Allerdings ging es nach dem Titelgewinn in der C-Klasse Mitte für den Nachfolger vom FC Jugoslavija Nürnberg unter einem neuen Namen weiter: In der Saison 1996/97 spielte man als FK Obilic auch in der B-Klasse Mitte groß auf und wurde Dritter.

Weniger erfolgreich waren der Anfang und das Ende des AFC Maral Fürth. Der armenische Sport- und Kulturverein kam in den beiden Spieljahren in der BFV-Runde jeweils als Vorletzter der C-Klasse West ins Ziel. 2010 war ein Neustart geplant, der sich aber wieder zerschlagen hat.

Genclerbirligi Fürth kam, wie zuvor der Nürnberger Verein, ebenfalls nicht über die C-Klasse hinaus. Nach der Saison 1995/96, die man auf dem vorletzten Rang der Gruppe West beendete, war dann Schluss.

Saison 1996/97:
UD Española Nürnberg

Abpfiff für UD Española! Nach einer Saison mit nur fünf Punkten aus 26 Spielen, abgeschlagen am Ende der C-Klasse Mitte, verabschiedeten sich die Spanier, die stets im Unterhaus kickten. Der Vorläufer Espanol Tilly Nürnberg startete bereits 1974/75 in der C-Klasse. 1984 fusionierte Espanol Tilly mit dem FC Nordost Fürth Espanol zum Union Espagnola bzw. UD Española Nürnberg.

Saison 1997/98:
FSV Gostenhof, ESV West, SF Neumühle, SV 94 Napredak


Der FSV Gostenhof und der ESV West spielten 1997/98 ihre letzte Saison, ehe die große Fusion zur SG Nürnberg-Fürth 1883 anstand. Dank des Gostenhofer Aufstiegs in der Relegation (3:1 gegen SV Frankonia) durfte der Fusionsklub in der neuen Kreisliga starten.

Die SF Neumühle beendeten ihren Versuch in der BFV-Punktrunde in der A-Klasse und spielten bis 2016 zumindest noch als Privatmannschaft beim TSV Mühlhof.

Der SV 94 Napredak Nürnberg schaffte in seiner jungen Vereinsgeschichte einen Aufstieg, zog dann aber aus der laufenden Saison in der B-Klasse Mitte zurück.

Saison 1998/99:
ATV Nürnberg, SV Mozaik Fürth


Mit dem ATV Nürnberg verabschiedete sich ein Traditionsverein (Rückzug aus der A-Klasse Ost) – vorerst. Später gab es durch die Fusion mit dem SV Frankonia gewissermaßen ein Comeback, samt neuer Heimat an der Willstätterstraße.

Der SV Mozaik Fürth zog sich aus dem Spielbetrieb der A-Klasse West zurück.

Saison 1999/2000:
TV Jahn 63 Nürnberg, Griechischer SV Homer Fürth

Letztmals trat der TV Jahn 63 Nürnberg eigenständig in der Punktrunde des BFV an, nachdem man in der Relegation noch im Entscheidungsspiel die Kreisklasse gehalten hatte, zog man vor der folgenden Saison zurück. Auch wenn die Sportplätze seit Jahren in leicht modifizierter Form von der SpVgg Mögeldorf 2000 genutzt werden, so tauchte der Name „Jahn“ im Nürnberger Fußball nur noch in Verbindung mit dem TV 60 Schweinau (ab der Saison 2003/04) auf.

Der in Fürth ansässige Griechische SV Homer (auch "Omiros" genannt) verabschiedete sich zur Jahrtausendwende. Einen neuen griechischen Verein in der Kleeblattstadt gab es erst wieder zwei Jahrzehnte später mit dem Hellenic SC Fürth.

Saison 2000/01:
SC Concordia Nürnberg, DJK BFN, SpVgg Ost, SB Morgenrot, SC Leopard


Das Jahr zweier Fusionen, die noch heute ihre Gültigkeit haben: Der legendäre SC Concordia Nürnberg aus Schafhof zog zur DJK Berufsfeuerwehr Franken Nürnberg an die Hofer Straße, wo seitdem die DJK BFC Nürnberg zu Hause ist.

Nicht nur das Sportgelände der SpVgg Ost und des SB Morgenrot Mögeldorf wurde vereint, auch ein neuer Verein entstand im November 2000: Die SpVgg Mögeldorf 2000.

Der SC Leopard Nürnberg tauchte nach der Saison 2000/01 nicht mehr in den Tabellen auf. Dafür entstand aber der SC Türk Genc, der mittlerweile auch längst schon wieder Geschichte im Spielbetrieb ist.

Saison 2001/02:
MTV Fürth, Dersimspor Nürnberg, BSC West Fürth


1979 aus dem SC Grundig Fürth und dem MTV Fürth neu vereint, spielte der MTV Fürth letztmals in der Saison 2001/02 bei den Herren, wobei schon im Mai 1999 beschlossen wurde, "Grundig" wieder aus dem Vereinsnamen zu streichen und sich MTV Fürth zu nennen. Privatmannschaft (PM Blau-Weiß) und Jugend, mittlerweile als MTV Stadeln, hielten sich oder entstanden neu.

Dersimspor Nürnberg verabschiedete sich nach der Saison ebenso wie der glücklose BSC West Fürth, aus dem später die Sportfreunde Fürth hervorgehen sollten, die zunächst im Jugendbereich aktiv waren, 2025 aber den Aufstieg mit den Herren in die A-Klasse schaffen sollten.

Saison 2002/03:
KFK Obilic, Tuspo Fürth


Der KFK Obilic hatte seine beste Zeit hinter sich und zog im Laufe der Saison aus der A-Klasse Mitte (die zur folgenden Saison ebenfalls aufgelöst wurde) zurück.

Tuspo Fürth, finanziell angeschlagen, schloss sich im Juli 2003 dem großen Nachbarn SpVgg Greuther Fürth an, der fortan sein modernes Trainingszentrum errichten konnte.

Saison 2003/04:
TV 60 Schweinau, SV Frankonia, Centro Español, FK Makedonija


Der TV 60 Schweinau wurde nach der Saison 2003/04 zum „TV Jahn-Schweinau“, der unter jenem Namen noch zehn Jahre lang existierte, ehe die große Fusion mit dem Post SV Nürnberg anstand.

Beim SV Frankonia gab es ebenfalls eine Fusion: Fortan trat man mit dem ehemaligen Nachbarn ATV Nürnberg als ATV Frankonia Nürnberg an.

Centro Español kämpfte viele Jahre tapfer in der C- und späteren A-Klasse. Nach der Saison 2003/04 verabschiedete sich der vorerst letzte spanische Fußballverein, der auf der Steinplatte spielte, aus der BFV-Runde.

Auch der FK Makedonija hatte nach der Saison keine Zukunft mehr und trat im folgenden Spieljahr nicht mehr an.

Saison 2004/05:
SB Phönix, ASN Pfeil, 1. FC Azzurri Nürnberg, SK Uhland Nürnberg


Der Sportbund Phönix zog während der Saison aus der A-Klasse Ost zurück. Von Erlenstegen aus ging es an den Marienberg, wo aus dem ASN Pfeil der ASN Pfeil-Phönix wurde.

Eine bewegte Vereinsgeschichte hatte der 1. FC Azzurri, der es bis in die Bezirksliga schaffte. Doch in der Kreisliga folgte schließlich in der Winterpause der Rückzug als eigenständiger Verein.

Der SK Uhland Nürnberg war nur eine Saison im Spielbetrieb und war ein Versuch von ehemaligen Schülern der Ludwig-Uhland-Schule, eine eigene Mannschaft auf die Beine zu stellen. Als Tabellenschlusslicht beendete man in der A-Klasse West die Saison.

Saison 2005/06:
UD Portuguesa

Mit dem UD Portuguesa verabschiedete sich nach acht Jahren in der BFV-Runde eine portugiesische Mannschaft.

Saison 2006/07:
1. FC Südstadt Nürnberg, KSV YU-Union, TSV Südwest Schwaben


Ähnlich wie der SK Uhland muss auch der Versuch, den 1. FC Südstadt Nürnberg zu etablieren, nach nur einer Saison als gescheitert betrachtet werden.

Hingegen hatte der KSV YU-Union in seiner jungen Vereinsgeschichte mehr Erfolg und schaffte den Sprung in die Kreisklasse Mitte, wo man aber im Laufe der Saison den Rückzug erklärte.

Anders gelagert ist das Ende des TSV Südwest Schwaben. Der Zusatz „Schwaben“, den es durch die Fusion mit der SG Marienfelder ab 1995 gegeben hatte, wurde 2007 wieder gelöscht. Seitdem heißt der Verein wieder TSV Südwest Nürnberg. Seit Januar 2018 treten die beiden Herrenfußballteams des TSV Südwest unter dem Namen TSV Azzurri Südwest an.

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