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Artikel veröffentlicht am 21.01.2020 um 11:30 Uhr
Auch ohne Neunsinger-Overall: Andreas Speer mit 55 noch bester Hallen-Torwart
Die Hallenbezirksmeisterschaft in Wendelstein hatte mit Türkspor/Cagrispor Nürnberg einen souveränen Favoritensieg erlebt. Für eine Überraschung sorgte aber ein Mann bei den Gastgebern: FC-Trainer Andreas Speer hütete in der Halle noch einmal selbst das Tor und wurde im zarten Alter von 55 Jahren als Bester Torwart des Turniers ausgezeichnet.
Von Marco Galuska
Andreas Speer wurde in der Halle vom Trainer auch noch einmal zum Torwart beim FC Wendelstein.
Sebastian Baumann
Als dann Bezirksspielleiter Thomas Jäger den besten Torwart zur Siegerehrung bei der Bezirksmeisterschaft zur Ehrung bat, mochte es Andreas Speer im ersten Moment nicht so recht glauben. "Vor vielen Jahren in Eltersdorf hab ich den Preis mal an einen jungen Keeper weitergegeben, weil ich der Meinung war, dass er es mehr verdient gehabt hätte. Nun war ich schon ein wenig gerührt und stolz zugleich, welche Komplimente ich da noch bekommen habe", so der als "Katze" titulierte Speer im Nachgang des Turniers, bei dem nicht nur der Schlussmann der Wendelsteiner positiv überraschte. 

Den "Uwe-Neunsinger-Gedächtnis-Overall" hatte Andreas Speer nicht mehr rechtzeitig auftreiben können für seinen Einsatz in der Halle.
Sebastian Baumann

"Wir waren ja als Ausrichter gesetzt, da will man dann auch nicht mit einer Gespenster-Truppe antreten und sich blamieren. Dass wir unterm Strich Dritter geworden sind, war ein tolles Ergebnis. Das war mir schon wichtig, wie wir uns darstellen", so der in der Halle noch einmal zum Spielertrainer gewordene 55-Jährige. Den Respekt für die eine oder andere spektakuläre Parade hatte sich Speer verdient und hat sich über die Anerkennung seiner Leistung letztlich auch "brutal gefreut".

Backup-Keeper auf der Suche nach dem Torwart-Overall

Schon in der Vorrunde in Neumarkt war Speer im Handball-Tor der Wendelsteiner gestanden, nachdem der Torwart-Posten beim FC Wendelstein durch den Abgang von Benjamin Schote im Spätsommer nominell wieder nur einfach besetzt ist. "Nicolas Baumann ist unsere Nummer 1. Er hat unser volles Vertrauen, in der Halle haben wir ihn aber geschont." Nachdem dann Torwart-Trainer und Standby-Keeper Martin Tschinkel sich bei der Arbeit verletzt hat, war eben der andere Backup-Schlussmann gefragt. Für seinen Einsatz im Hallentor war Speer dann auf der Suche nach einem aus der Vergangenheit geschätzten Kleidungsstück, das er aber nicht mehr auftreiben konnte: "Diesen Uwe-Neunsinger-Gedächtnis-Torwart-Overall gibt es wohl nicht mehr. Also hab ich mir zumindest eine gepolsterte Hose gekauft. Und ehrlich gesagt, hab ich mich dann auch selbst gefragt: was machst du da eigentlich? Ein bisschen blöd bist schon!" Jene Selbstzweifel waren im Laufe des Turniers, allerspätestens bei der Siegerehrung, aber weggewischt.

So ein Torwart-Overall, den Uwe Neunsinger einst beim ASV Vach als Schlussmann in der Halle trug, ließ sich kurzfristig nicht mehr auftreiben.
Archiv

Andreas Speer mit der Trophäe des besten Torwarts bei der Bezirksmeisterschaft 2020 in Wendelstein.
privat

Pokalfinale und vielleicht die Relegation

Doch nicht nur mit dem Abschneiden in der Halle war der Wendelsteiner Trainer zufrieden, auch draußen läuft es für den Aufsteiger in der Bezirksliga Süd rund. Mit 50 Treffern stellt der Neuling die beste Offensive der Liga. "36 Punkte sind klasse, auch wenn es sogar noch ein paar mehr hätten sein können", erinnert Speer vor allem an die 1:2-Niederlage gegen Deutenbach, welche die einzige Heimpleite der vergangenen zwei Jahre bedeutete. "Zirndorf hat uns auch mal richtig erwischt, die waren da richtig gut an dem Tag", quittiert der erfahrene Trainer fair das 1:5 bei den Bibertstädtern, sieht sein Team auf Rang vier aber weiterhin gut vertreten: "Wir sind dabei im Konzert der Großen: Weißenburg, Zirndorf, Dittenheim, die haben sich auch noch mal verstärkt. Das muss man sehen, wie das läuft. Für uns ist die Bezirksliga mit der jungen Truppe klasse, aber wir geben auch weiter Vollgas, vielleicht springt ja sogar noch die Relegation heraus."

Andi Speer und sein Zirndorfer Kollege Martin Hermann (rechts) können zuversichtlich auf die weitere Saison in der Bezirksliga Süd blicken.
fussballn.de / Schlirf

Ein anderes Ziel haben die Wendelsteiner indes schon erreicht. Erneut steht der FC im Pokalfinale im Kreis Neumarkt/Jura und trifft am 1. Mai auf die SpVgg Roth. "Das wollen wir wieder gewinnen, die bayerische Pokal-Hauptrunde ist mittlerweile wieder richtig attraktiv", würde Speer mit seiner Truppe gerne noch einmal auf ein Profiteam treffen, wie 2016 gegen Jahn Regensburg (1:5). Ein Duell mit Würzburg, Unterhaching oder gar die Löwen aus München würde das Fußballerherz freilich höher schlagen lassen.

Verlängerung nach Rücksprache

Dass Speer auch in der kommenden Saison den Trainerposten in Wendelstein ausüben wird, ist seit vergangenem Monat ausgemachte Sache: "Ich habe diesmal aber genauer in die Spieler reingehört. Mir ist wichtig, dass das nicht einfach eine Routine ist, sondern dass es auch weiterhin gewünscht ist", legte der Coach den Finger in die Wunde, nachdem er vor mittlerweile fünf Jahren übernommen hatte. Weil das Feuer aber gegenseitig immer noch brennt und auch "das Team außen herum super passt", ist Speer nicht nur stolz auf die neueste Trophäe, sondern vor allem auf seinen Posten samt Entwicklung beim FC Wendelstein.

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Tabelle Bezirksliga Süd

Pl.
Team
Sp
Tore
Pkt
2
18
36:13
37
3
18
47:25
37
4
19
50:28
36
5
16
38:23
32
6
18
33:21
31
7
16
36:35
27
8
18
26:20
26
Direkter Vergleich bei Punktgleichheit

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