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Artikel veröffentlicht am 07.12.2011 um 08:33 Uhr
Wilhelm Satzinger hört im Somme auf: „TV 48 ist eben kein Dorfverein“
Die Trennung von Wilhelm Satzinger zum Saisonende war eine höchst überraschende Meldung, die Max Bittner, Abteilungsleiter des TV 1848 Erlangen, am Dienstag herausgab. Denn eigentlich schien alles harmonisch und positiv zu verlaufen beim Erlangener Großverein. Und in der Tat gab es zwischen Trainer, Umfeld und Mannschaft auch eigentlich keinerlei Probleme.
Von Felix Steinbach

Die Ursache für die Trennung liegt für den 58-jährigen Übungsleiter des TV 48 im fehlenden Vereinsleben. So trennen sich zum Sommer die Wege des TV 48 Erlangen und Wilhelm Satzinger, trotz der erfolgreichen und harmonischen Zusammenarbeit. Und Mannschaft und Trainer wollen sich den Abschied selbst noch versüßen.


„Der Verein betont ausdrücklich, dass er mit der geleisteten Arbeit von Herrn Satzinger sehr zufrieden ist. Man kann gemeinsam auf eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit zurückblicken, die bereits im ersten Jahr den Aufstieg in die Bezirksliga brachte, im zweiten Jahr Platz 4 in der Bezirksliga Nord und den Gewinn der Hallenkreismeisterschaft und auch im laufenden Spieljahr liegt man mit einem hervorragenden 3. Platz in der Bezirksliga absolut im Soll“, ließ Max Bittner Abteilungsleiter des TV 48 Erlangen, am Dienstag zur Trennung mit Wilhelm Satzinger verlauten.


Auch eine weitere Zusammenarbeit hätte sich Bittner mit seinem Übungsleiter vorstellen können, doch dem 58-jährigen Trainer fehlt trotz der tollen sportlichen Möglichkeiten beim TV 48 etwas: „Mir fehlt einfach das Vereinsleben rund um den Fußball. Hier bleiben die Spieler eben nach dem Spiel nicht noch im Vereinsheim sitzen, es gibt keine AH und keinen Stammtisch“, erklärte Satzinger gegenüber fussballn.de. „Auch für meine Frau wäre es schön, wenn man sich nach dem Spiel noch im Vereinsheim zusammen setzen würde. Aber sie fährt nach den Spielen auch immer direkt nach Hause.“ Abteilungsleiter Bittner weis um die Problematik und kann seinen Trainer dabei gut verstehen: „Der TV 1848 Erlangen ist eben ein Stadtverein und ein Großverein. Das ist hier nicht wie bei einem Dorfverein. Hier ist die Fußballabteilung eben nur eine unter vielen. Das ist vergleichbar mit dem Post SV in Nürnberg. Und die Jungs gehen nach dem Spiel am Samstagabend in die Disko.“


Satzinger

Schon jetzt kann Wilhelm Satzinger auf eine sportliche hervorragende Zeit beim TV 48 Erlangen schauen, doch bis zu seinem Abschied im Sommer möchte der erfahrene Coach mit seinem Team noch einmal oben angreifen.
Foto: fussballn.de


In sportlicher Hinsicht und mit Blick auf die Mannschaft scheint Satzinger die Entscheidung nicht leicht gefallen zu sein. Neben den hervorragenden Trainingsmöglichkeiten lobte er seine Truppe in den höchsten Tönen. „Die Mannschaft hier ist charakterlich stark. So eine bekomme ich sicher nicht noch einmal.“ Und so heißt es für den Trainer im Sommer Abschied nehmen vom TV 48, doch zunächst will man gemeinsam noch einmal in der Rückrunde angreifen und sich den Abschied mit einem Erfolg versüßen. Nachdem man die Vorrunde der Hallenkreismeisterschaft wieder höchst erfolgreich gestalten konnte und den Kreismeistertitel in diesem Jahr verteidigen will, möchte man auch in der Bezirksliga vom dritten Platz noch weiter nach oben. „Wir möchten dem ASV Pegnitz und dem FC Stein noch einmal gefährlich werden und sehen, dass wir am Ende der Saison selbst vielleicht ganz oben stehen. Wichtig wird sein, dass wir gut aus der Winterpause herauskommen, auch wenn wir ein schweres Auftaktprogramm haben“, so Satzinger gegenüber fussballn.de. Und in der Tat stehen dem TV 48 mit Veitsbronn, Hüttenbach, Pegnitz und Cagrispor gleich einige Brocken nach dem Winter bevor. Doch der Trainer zeigt sich optimistisch und auch hinsichtlich der bislang gespielten Saison wird mit dem TV 48 Erlangen vermutlich noch zu rechnen sein.


Wie es im Sommer dann weiter gehen wird, weiß Satzinger im Moment selbst noch nicht, auch wenn er sich selbst alles vorstellen kann, solange es eben passt. „Die Spielklasse des Vereins ist für mich dann nicht ausschlaggebend. Ob das dann Kreisliga, A-Klasse oder wieder Bezirksliga ist, das ist dann egal. Aber es muss eben im Vereinsleben und im Umfeld stimmen und ich muss die Trainingsmöglichkeiten haben, um mein Konzept und meine Spielphilosophie zu vermitteln.“ Dass es bestimmt einige Anfragen bei dem erfahrenen Trainer geben wird, scheint außer Frage zu stehen, auch wenn sich Satzinger selbst auch ein Jahr ohne Fußball vorstellen könnte. „Seit ich mit 24 Jahren als Spielertrainer angefangen habe, bin ich durchgehend als Trainer tätig gewesen. Ich kann mir jetzt auch gut vorstellen ein Jahr lang nichts zu machen.“


Wer Satzinger beim TV 1848 Erlangen beerben wird, ist derzeit noch nicht bekannt, aber Abteilungsleiter Bittner ist zuversichtlich, bald einen Nachfolger präsentieren zu können. „Wir haben natürlich unsere Vorstellungen von einem neuen Trainer. Aber er muss in unser Konzept passen und unsere Philosophie mittragen“, so Bittner. Scheinbar gibt es auch schon Namen, die im Raum stehen, dazu wollte sich Bittner selbstverständlich noch nicht äußern - „solange nichts in trockenen Tüchern ist“.


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