Zahlenmäßig
mit die größte Gruppe im Bezirk Mittelfranken ist die Frankenhöhe Süd. Warum
aber dann nur 74 Mitglieder den Weg zur Hauptversammlung, die ja nur alle vier
Jahre stattfindet, fanden, ist schlicht und einfach enttäuschend und
dementsprechend diskutabel. Die Anwesenheit vom prominentesten Gruppenmitglied,
FIFA-Schiedsrichter Florian Badstübner, war daher umso erfreulicher und wog ein
wenig den schwachen Besuch auf. Badstübner, am Vortag noch bei FC Augsburg
gegen Union Berlin (1:1) im Einsatz, klärte in vielen Gesprächen über den
Alltag in der Bundesliga und auf internationaler Ebene auf, ohne den Rahmen der
Veranstaltung zu sprengen und vom eigentlichen Zweck abzuzweigen.
Eine
Gruppenhauptversammlung mit Neuwahl des GSO ruft natürlich auch einige
BFV-Funktionäre auf den Plan, um dann ihr Erscheinen per Grußwort zu
rechtfertigen. So taten dies der Reihe nach Bezirksschiedsrichterobmann Siegmar
Seiferlein (Nürnberg), der sein Amt noch zwei Jahre ausüben wird, der
scheidende Kreisschiedsrichterobmann Sven Bode (Nürnberg), der sein Amt am
Kreistag abgeben und dann nur noch als GSO Nürnberg fungieren wird, und
Kreisvorsitzender Günter Schuh (Brunn), der sich bei den Süd-Schiedsrichtern
vorstellte und damit etwas nachholte, was er als Obmann der Frankenhöhe Nord
nie geschafft hatte. Last but not least grüßte noch Bezirksvorsitzender Uwe
Mauckner die Versammlung. Mauckner traf 20 Minuten verspätet ein und schob dies
auf seinen Terminkalender – nicht das erste Mal, dass die Uhrzeiten bei
BFV-Versammlungen verschieden ausgelegt werden.
GSO
René Frost gab in seinem Rechenschaftsbericht einen Überblick über die letzten vier
Jahre, genauer gesagt seit seinem Amtsantritt am 14. Januar 2022. Der Beginn
seiner Amtszeit war noch von Corona geprägt. Im Juli 22 wurde Lehrwartin
Annette Hanf in das Kompetenzteam des Verbandsschiedsrichterausschusses berufen
und so ist nun seit August 2022 Michael Maier (TSV Dorfkemmathen) der neue Gruppenlehrwart. Und auch seit August 22 gilt die Regel: Wer sieben
Lehrabende im Jahr besucht, der erhält einen Gutschein im Wert von 10 €. Im
Jahre 2023 prägten Karlheinz Assenbaum und Bernd Keil die „Danke
Schiri-Aktion“. Florian Scheller wurde Chef der „Social-Media-Abteilung“ der
Schiedsrichtergruppe und zusammen mit der Schiedsrichtergruppe Frankenhöhe Nord
gab es den ersten Neulingslehrgang in Hybrid-Form.
Im
Jahre 2024 wurde Mika Hierzegger (Weidenbach) als Assistent in die
A-Junioren-Bundesliga berufen und hat im Jahre 2025 seine ersten Einsätze in
der Landesliga Herren absolviert. Hierzegger ist einer von den jungen Talenten,
die sich derzeit in der Gruppe tummeln. Zu diesen gehören auch Tim Freytag,
Kilian Hussenether und Noah Kreß. Tim Freytag ist derzeit das beste Beispiel,
dem Fußball treu zu bleiben, wenn es als Spieler nicht mehr klappt. Der
ehemalige Bayern-Auswahlspieler und Kapitän der U19 der SpVgg Ansbach hat sich
im Sommer, nachdem er überraschenderweise nicht in den Regionalliga-Kader
übernommen wurde, für die Schiedsrichterlaufbahn entschieden und hat sich nun
schon in der Bezirksliga etabliert. Und außerdem wurde Freytag bei den
Schiedsrichterturnieren 2024 und 2025 Torschützenkönig.
Einen
Höhepunkt der Gruppe im Jahre 2024 stellte neben der Ernennung von Florian
Badstübner zum FIFA-Schiedsrichter noch die Wahl des ehemaligen Gruppenobmannes
Sebastian Segmüller (Muhr am See) zum „U50-SR des Jahres“ als Sieger des Landes Bayern dar. Im Mai nahm dann Segmüller an der Bundessiegerwahl teil und erhielt die
Ehrung durch DFB-Präsident Neuendorf.
Im
Jahre 2025 fand wieder ein Lehrgang mit der Gruppe Nord in Hybrid-Form statt –
eine Maßnahme, die sich mehr als bewährt hat und der die Zukunft gilt. Im
abgelaufenen Jahr erhielten Kurt Maag und Max Gomolka die seltene Ehrung „65
Jahre Schiri“ und Philipp Wayss rückte in den Lehrstab der Gruppe auf.
Dieser bildete in den vier Jahren gut 110 Neulinge als Schiedsrichter aus. Im
Jahre 2022, zu Beginn der Amtsperiode von Frost, hatte die Gruppe einen Bestand
von 344 Schiris und jetzt gehören 377 Referees zur Gruppe. Diese leiteten im
Berichtszeitraum 14.485 Spiele und an den monatlichen Lehrabenden nahmen im
Durchschnitt 80 Schiedsrichter teil.
Kassenwart
Patrick Lohwasser gab keinen sonnigen Bericht ab und beklagte den schwindenden
Kassenstand. Dieses sei den erhöhten Ausgaben, z. B. bei Neulingen und
Aktivitäten, und den Abgaben an den Verband, z. B. 1600€ im Jahr an den Bezirk,
geschuldet. Der BFV kassiert bei jeder jährlichen Verlängerung des SR-Ausweises
mit, egal ob digital oder analog, mit einem neuen Ausweis (10 €). Somit sei eine
Beitragserhöhung unumgänglich, nämlich für Erwachsene von 35 auf 50€ und bei
Jugendlichen von 20 auf 35 €. Die Versammlung stimmte der Erhöhung zu, aber
nicht einstimmig. Es gab einige Nein-Stimmen und Enthaltungen.
Einstimmig
aber erfolgte die Wiederwahl von René Frost zum Obmann. Dieser stellte danach
sein „Kabinett“ vor, das nur ein neues Gesicht gegenüber der alten
Zusammensetzung zeigte. Dies ist Kevin Leis vom SV Arberg. Der 26-Jährige wurde
als Nachfolger von Karlheinz Assenbaum zum Vertrauensschiedsrichter gewählt.
Assenbaum amtiert ja seit letztem Jahr als Vorsitzender des
Kreissportgerichtes Nürnberg/Frankenhöhe. Dem Gruppenausschuss Frankenhöhe Süd
gehören an: Thomas Schreiber (stv. Vorsitzender), Bernd Ziegler, Bernd
Angermeier, Kassier Patrick Lohwasser, Lehrwart Michael Maier und eben Leis als
Vertrauensschiedsrichter.
GSO
Frost drückte in seiner Dankes- und Abschlussrede die Hoffnung aus, dass das
Gruppenleben mit seinen vielen Aktivitäten wie z. B. Ausflugsfahrten und
Bowlingabenden ebenso intakt bleibt, dass die sportliche Ausbeute weiterhin
sich auf einem aufsteigenden Ast befindet und die jungen Talente in naher
Zukunft auf Verbandsebene für Furore sorgen. Ein Vorbild wie Florian Badstübner
hat man selten in der Gruppe!
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