Der Rundenbeginn für die beiden Erlanger Bayernligisten hätte nicht unterschiedlicher sein können. Während die hochgehandelten Quecken erst drei Zähler am Konto haben, hat der ATSV bereits ordentlich gepunktet. “Der Start war natürlich nicht so gut, wir sind nicht so in der Saison drin, wie wir uns das vorgestellt haben”, berichtet Bernd Eigner über die Startschwierigkeiten der Quecken und mögliche Kopfprobleme der Spieler, vermeintlich leichte Gegner zu unterschätzen. Das sollte gegen den ATSV freilich nicht der Fall sein im Erlanger Derby. Ging es in der letzten Runde zum Schluss vor allem für den SC Eltersdorf um viel - schließlich wollten die Quecken den Relegationsplatz sichern, kommt das Erlanger Bayernligaderby dieses Mal in der Saison extrem früh. “Das ist schon ein bisschen ungewohnt, ich hätte gern noch ein paar Spiele mehr gehabt, um zu sehen, wo wir wirklich stehen”, berichtet Chippo Skeraj, der aber warnt. “Eltersdorf wird sicherlich mit viel Wut im Bauch gegen uns spielen.” Allerdings musste der ATSV-Trainer noch eine Hiobsbotschaft vor dem Spiel verdauen. Die Verletzung von Sascha Luft stellte sich als Kreuzbandriss heraus, sodass die Erlanger bereits den vierten Knieverletzten im letzten halben Jahr hatten. Immerhin saß Florian Markert nach der gleichen Verletzung zumindest wieder nach langer Zeit auf der Bank.
Patrick Ort im Duell mit Drazen Misic (rechts).
Sebastian Baumann
Obwohl bei den Quecken gleich fünf ehemalige ATSVler im Startaufgebot waren und zwei Ex-Eltersdorfer bei den Gästen wollte sich von Beginn an keine feurige Derbyatmosphäre einstellen. Der ATSV spielte verhalten und ließ Eltersdorf einfach mal machen, und die Quecken hatten keine zündenden Ideen. Nach einem Zuckerpass wurde zumindest in der fünften Minute Geremi Perera perfekt freigespielt, doch der ehemalige Gast setzte den Ball deutlich am Kasten vorbei. Nach zehn Minuten Leerlauf klärte ATSV-Keeper Agyekum weit vor seinem Kasten und hatte Glück, dass der Versuch von Manuel Stark aus knapp 40 Metern links am leeren Kasten vorbeiging. Immerhin kurzzeitig wurde es dann hitzig, weil Burak Ayvaz Valantis Flors nach einem Foul an Lucas Markert übertrieben schubsend zur Rede stellte. Dass der ATSV dann eine Chance hatte - und zwar eine große - verdankten die Gäste Sebastian Marx, der gegen Deliboyraz den Ball leichtfertig verlor. Der Rückpass des Erlanger Angreifers landete bei Lucas Markert, der alleine vor der Kiste aus elf Metern einen halben Meter über das Gebälk schoss. Bis auf eine kleine Unordnung nach einer Flanke von Perera passierte auf der Gegenseite im Strafraum auch nichts mehr, sodass es beim schwachen, wenn auch gerechten Unentschieden in die Pause ging.
Sauber spielt Calvin Sengül den Ball, beobachtet von Nico Ott, weiter.
Sebastian Baumann
Die zweite Hälfte sollte nicht viel besser werden. Die knapp 600 sahen ein schlechtes Bayernligaspiel mit wenigen Höhepunkten. Kein Wunder, dass es knapp 15 Minuten dauerte, bis so etwas wie Gefahr aufkam. Dieses Mal brachten die Quecken den Ball mehrfach nicht aus dem Strafraum, der ATSV die Pille aber auch nicht gefährlich auf den Kasten. Zwölf Zeigerumdrehungen später hatte Eltersdorf eine Ecke. Patrick Ort stieg nach oben und hatte die Rechnung ohne Keeper Agyekum gemacht, der den Kopfball knapp vor der Linie kratzen konnte. Kurz darauf kombinierten die Quecken das erste Mal gut und Göbhardt bediente Calvin Sengül, der sich drehte und abzog. Allerdings ging der Schuss viel zu zentral auf den Hüter, der sicher zupacken konnte. Das war es dann in Sachen Chancen von den Hausherren, die danach noch einen Kopfball von Aaron Owusu nach einem Standard zuließen und einen Sonntagsschuss in der Nachspielzeit. Der kam von Lucas Markert und fand den Weg in den linken Knick. Zwar war der SCE noch einmal in der letzten Minute der Verlängerung nach vorn, konnte aber auch in den letzten Sekunden das Blatt nicht mehr wenden.
Valantis Floros wird von Tanyel Deliboraz verfolgt.
Sebastian Baumann
Nach vier Spielen hat der SC Eltersdorf nur drei Punkte auf dem Konto und ist von den eigenen Ansprüchen weit entfernt. Vor allem im Spiel nach vorn fehlt den Quecken die Leichtigkeit und auch die Kreativität, um eine gut verteidigende Mannschaft wie den ATSV ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Erlangen hat als Ziel Klassenerhalt und ist diesem mit dem erneuten Dreier ein ganzes Stück näher gekommen. Ganz nebenbei steht Erlangen wieder an der Tabellenspitze.
Spielbericht eingestellt am 15.08.2025 21:50 Uhr