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Artikel veröffentlicht am 06.04.2020 um 11:55 Uhr
BFV-Präsident Koch: Wir sollten die Vereine nicht im Ungewissen lassen
Corona steht in keinem Verbandsgesetz, fordert aber eine schnelle Anpassung. BFV-Präsident Rainer Koch äußerte sich zur aktuellen Problemstellung in einem ausführlichen Interview gegenüber der Sportschau. Wir haben die wesentlichen Punkte zusammengefasst.
Von Marco Galuska
BFV-Präsident Dr. Rainer Koch
BFV
Konsens in ganz Deutschland

Alle 21 Landesverbände haben sich auf einen Konsens geeinigt, obwohl prinzipiell jeder Landesverband individuell entscheiden könnte. Mittlerweile ruht der Spielbetrieb bis auf weiteres in allen Landesverbänden mit einer Vorankündigungsfrist von 14 Tagen für den Wiedereinstieg.

Wie geht es weiter? 

Im ersten Schritt geben die Anordnungen der kommunalen Behörden und Regierungen den Weg vor. Klar ist, dass aktuell nicht gespielt werden kann. "Wir werden in den nächsten Wochen intensiv darüber beraten, ob es überhaupt in naher Zukunft weitergehen kann. Vieles spricht dafür, dass dem nicht so ist - und dann sollten wir die Vereine auch nicht länger im Ungewissen lassen, sondern ihnen klar erklären, ab wann frühestens wieder gespielt werden kann", so BFV-Präsident Rainer Koch im sportschau-Interview. "Die Entscheidung den Spielbetrieb nur auf weiteres auszusetzen, muss erklärt und vermittelt werden." 

Gibt es eine Deadline?


Eine "Zwischendeadline" ergibt sich aus den aktuellen Vorgaben, die bis zum Ende der Osterferien (19. April) gelten. "Dann werden wir schon etwas klarer sehen können, was mit den kommenden Woche bis zum 30. Juni passieren wird", so Koch weiter. Dies alles unter der Prämisse, dass überhaupt wieder gespielt werden kann. "Entscheidend ist aber auch, ob die Menschen es wieder wollen. Ob alle in einer Mannschaft im Amateurfußball dazu bereit sind, einen Kontaktsport auszuüben", zu einem Zeitpunkt, wo man ansonsten womöglich noch auf Abstand geht."

Wie geht es mit dem Wettbewerb weiter?

Die Fortsetzung des Amateurfußballs im Wettbewerb ist das in sportlicher Hinsicht am heißesten diskutierte Thema. Koch: "Jeder hat seine eigene Lösung. Wir brauchen aber in der schwierigen Lage den Zusammenhalt. Deshalb brauchen wir Lösungen, die von einer ganz breiten Mehrheit mitgetragen werden. Die große Unbekannte lautet: ab wann kann überhaupt wieder Fußball im Verein ausgeübt werden?" Dabei gelte es drei Dinge auseinanderzuhalten: Ab wann kann wieder trainiert werden? Ab wann können auf freiwilliger Basis wieder Spiele ausgetragen werden? Und ab wann ist echter Ligafußball möglich? Letzterer ist nur möglich, wenn auch ALLE wieder spielen dürfen und auch bereit sind zu spielen.

Amateurfußball ohne Zuschauer

Sogenannte "Geisterspiele" sieht Koch persönlich nicht als Option, betont aber auch, dass es um die Meinung der Vereine gehe, wobei aus den Vereinen in Bayern bereits klare Signale vorhanden sind, wonach ohne Zuschauer nicht gespielt werden kann. 

Szenario Abbruch?

Aktuell kann nicht gespielt werden. Der DFB hat am vergangenen Freitag einen flexibleren Rahmen nun an die Landesverbände weitergegeben. Die Saison muss vor allem nicht zum 30.6. abgeschlossen werden. "Es muss nun mit den Vereinen gemeinsam abgewogen werden, welches die beste Lösung ist. Wir sollten nur vermeiden, dass wir uns dabei gleich zwei Spieljahre zerschießen. Bei einem Abbruch, das ist auch klar, kommen in der nächsten Minute die großen Rechtsprobleme, die Fragen um Auf- und Abstieg. Wir müssen Schritt für Schritt zu Entscheidungen kommen, alles ruhig und besonnen diskutieren und mit unseren Vereinen im intensiven Kontakt bleiben.

Finanzielle Unterstützung für Vereine

Eine wirtschaftliche Unterstützung durch den Verband für die Vereine ist nicht möglich, wie Koch betont: "Die Verbände sind der Zusammenschluss der Vereine. Man muss offen sagen: Die Landesverbände stehen selbst in größten finanziellen Schwierigkeiten! Es wird darum gehen, dass die Verbände den Vereinen nicht zusätzlich zur Last fallen. Hier ist die Politik, sind die Länder und Kommunen gefordert. Der Staat muss mit einem weiteren Unterstützungspaket für die gesamten gemeinnützigen Organisationen in Deutschland helfen."

Aufstockung von Ligen


Ideen, wonach es nur Auf- aber keine Absteiger in manchen Ligen geben sollte, sieht Koch kritisch: "Ich halte es persönlich für den Amateurfußball für sehr problematisch, einfach nur aufsteigen zu lassen und die Ligen immer größer werden zu lassen. Denn niemand kann uns garantieren, dass wir überhaupt die Ligen in normaler Stärke im nächsten Jahr vernünftig zu Ende bringen können."

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