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Artikel veröffentlicht am 28.06.2026 um 08:00 Uhr
Pünktlich zum großen Jubiläum: Der Post SV Nürnberg blickt wieder nach oben
Im November 2026 feiert der Post SV Nürnberg seinen 100. Geburtstag. Über das Jahr hinweg stehen immer wieder Events und Feierlichkeiten an, die dem Anlass entsprechen. Pünktlich zum runden Jubiläum blickt auch die Kreisliga-Vertretung wieder freudig nach vorn: Nach einem zuvor großen Umbruch samt Verjüngungskur zeigte die Formkurve in der abgelaufenen Rückrunde steil nach oben - und lässt auf bessere Zeiten hoffen.
Von Michael Watzinger
Die jungen Wilden des Post SV (in gelb) wollen in der kommenden Kreisliga-Spielzeit den nächsten Schritt gehen.
Dominik Geiswinkler
100 Jahre Post SV Nürnberg: Im November feiert man am Ebensee das große Jubiläum. Bereits am 9. Juni fanden im Nürnberger Rathaus die ersten Feierlichkeiten statt, bei denen auch Oberbürgermeister Marcus König zugegen war und Grußwort sowie Würdigung an den Post SV richtete. "Es werden über das Jahr hinweg immer wieder Events und Veranstaltungen stattfinden, die den freudigen Anlass und unser Jubiläum zum Thema haben werden. Im November wird dann noch einmal eine große Feier im Autohaus Fröhlich - einem unserer langjährigen Unterstützer - stattfinden und das Jubiläumsjahr abrunden. 2026 ist für uns natürlich ein ganz besonderes", fasst Fußball-Abteilungsleiter Michael Luntz die freudigen Geschehnisse zusammen.

Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (l.) empfing einige Vertreter des Post SV anlässlich des runden Geburtstags im Rathaus.
Post SV Nürnberg

Der Umbruch ist geglückt

Dass die Verantwortlichen am Ebensee derzeit reichlich Grund zur Freude haben, hängt allerdings mit weitaus mehr zusammen als nur den Geburtstagsfeierlichkeiten. Auch sportlich läuft es gerade in der Fußballabteilung absolut rund. Nach einem durchaus gewagten Umbruch im Sommer 2025 - die beiden Junioren-Trainer Tom Bedall und Robert Karkos wurden dabei als Kreisliga-Coaches installiert und gingen anschließend mit ihrer aufgerückten Rasselbande an den Start - lief es gerade nach der Winterpause ganz hervorragend. Die Ebensee-Kicker entledigten sich schnell all ihrer Abstiegssorgen und zählten dabei zu den begeisternden Mannschaften der Kreisliga Nürnberg. "Uns war klar, dass wir eine Verjüngung anstreben mussten, denn langjährige Leistungsträger und Gesichter wie beispielsweise Stefan Kühnlein sind im Laufe der Jahre aufgrund ihres Alters nach und nach weggebrochen. Unser großes Problem war es, dass wir zwar eine gute Jugendarbeit leisteten, aber zu wenige der Jungs letztlich bei uns im Herrenbereich angekommen beziehungsweise geblieben sind. Deshalb entschieden wir uns dazu, Tom und Robert als Trainer-Duo gemeinsam mit ihren A-Junioren in den Herrenbereich zu holen, um eine stärkere Bindung der Jungs zu gewährleisten."

Tom Bedall (r.) und Robert Karkos (l.) übernahmen vor der vergangenen Saison die Kreisliga-Vertretung des Post SV und feierten in der Rückrunde beachtliche Erfolge. 
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"Ein großes Kompliment an dieser Stelle auch noch einmal an Rafael Wieczorek: Er hatte als Trainer-Vorgänger fünf Jahre lang hervorragende Arbeit geleistet, hat diesen Entschluss aber akzeptiert und letztlich sogar mitgetragen, denn als Sportlicher Leiter ist er ein unheimlich wichtiger Faktor der positiven Entwicklung gewesen und geblieben. Auch wenn der Start dann etwas holprig verlief, so zeigte sich, dass dieser Schritt der richtige war"
, fasst Luntz die Gemengelage seines Post SV vor rund einem Jahr zusammen.

Trendwende nach der Winterpause

In der Hinrunde musste die Poster-Rasselbande teilweise noch Lehrgeld bezahlen. Nach der Winterpause sammelten die Ebensee-Kicker dann jedoch satte neun Siege ein und wurden so zu einer der heißesten Aktien der Liga. "Der Umbruch verlief ein wenig radikaler als angedacht, schließlich blieben mit Tim Niklaus, Timotheus Hrissopoulidis und Felix Geißler nur drei erfahrenere Spieler aus der Vorsaison übrig. Es hat entsprechend etwas gedauert, bis sich unsere Jungs an den Herrenfußball gewöhnt hatten: Wir haben zwar teilweise durchaus gut gespielt, aber die Qualität und Abgezocktheit der anderen Teams haben uns zunächst noch einige Punkte gekostet. In der Winterpause haben wir dann weiter Teambuilding betrieben und hart an uns gearbeitet. Anschließend haben die Jungs wahnsinnig gut geliefert. So konnten wir uns schnell von der Abstiegszone entfernen. Wir haben immer mehr Schwung aufgenommen und das Team konnte zeigen, was in ihm steckt. Mit der jüngsten Entwicklung sind wir natürlich vollauf zufrieden und einfach happy", umreißt Luntz den sportlichen Aufschwung im Laufe der abgelaufenen Rückrunde.

Tim Niklaus (in gelb) gehörte zu den klaren Anführern der Poster Rasselbande.
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Das Team bleibt fast komplett zusammen

Ein weiterer Grund, weshalb die Verantwortlichen um Michael Luntz freudig nach vorne blicken, ist die Tatsache, dass die Mannschaft fast vollständig beisammen bleibt. Lediglich Torjäger und Leistungsträger Luca Englhard zieht es zum Nachbarn nach Mögeldorf. "In den Jahren zuvor haben regelmäßig talentierte Spieler aus dem eigenen Nachwuchs ihr Glück woanders gesucht. Diesmal sind alle Jungs geblieben, weil sie an den eingeschlagenen Weg glauben. Dafür haben sie auch diversen Lockrufen widerstanden und gute Angebote abgelehnt! Das gilt übrigens auch für unsere beiden Trainer, die einen herausragenden Job machen und sich weiter dem Projekt verschrieben haben. Der Abgang von Luca tut uns sportlich aber natürlich weh. Allerdings ist es auch verständlich, dass ein so junger und talentierter Spieler seine sportlichen Grenzen austesten will. Er bleibt uns aber als Juniorentrainer - er gehört zu einer ganzen Reihe an Spielern, die im Nachwuchs mit anpacken - erhalten und weiß, dass unsere Tür auch sonst für ihn jederzeit offenstehen wird", freut sich der Abteilungsleiter über das Zusammengehörigkeitsgefühl beim Projekt "Jugend forscht".

Auf die Dienste von Torjäger Luca Englhard (am Ball) muss der Post SV zur neuen Saison verzichten, ihn zieht es nach Mögeldorf.
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Der Blick geht nach oben

Während auf der Abgangsseite also lediglich Englhard für den Kreisliga-Kader stark ins Gewicht fiel, kann der PSV mit Petru Nadrag (TSV Buch), Blagoslav Chaushev (FC Bosna) und Saeed Alsaeed (KSD Hajduk) drei Rückkehrer begrüßen. Mit Giuseppe Rizza (SC Großschwarzenlohe) und Nelson Izevbizua (SC Germania) stoßen zwei weitere externe Zugänge zum Team. Zudem rücken mit Genar Özcan, Kian Vallizadeh, Fabio Vannoni, Ahmad Rezai und Tom Eckardt noch fünf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs auf. "Diese Jungs sind total von unserem Projekt überzeugt, haben teilweise eine Post-Vergangenheit und werden gemeinsam mit unserem aufrückenden Nachwuchs das Team noch einmal verstärken. Insgesamt kommt diese Konstellation dann auch unserer 2. Mannschaft zugute, die nach dem Aufstieg in die Kreisklasse einen ähnlich großen Umbruch vor sich hat wie im Vorjahr unser Kreisliga-Team", fasst Luntz die Aktivitäten bezüglich des Kaders zusammen.

Jener Kreisliga-Vertretung traut der Abteilungsleiter nun eine andere Rolle als noch in der Vorsaison zu: "Ganz klar, wir wollen den nächsten Schritt machen. Aber wir haben nach wie vor eine richtig junge Truppe. Da gilt es erst einmal, sich zu stabilisieren und natürlich den Blick tabellarisch weiter nach vorne zu richten. Mit dem Abstieg wollen wir in der kommenden Saison nichts zu tun haben. Und was nach oben geht, muss man abwarten. Talent, um anzugreifen, ist auf jeden Fall genügend da. Mittelfristig ist ein Aufstieg in die Bezirksliga sicher schon ein Thema bei uns... Aber auch da machen wir uns keinen Druck."

Darüber hinaus arbeitet der Post SV auch strukturell weiter an seiner Entwicklung. So findet im Juli noch der Spatenstich für ein Kunstrasen-Kompaktsportfeld statt, das via Crowd-Funding finanziert wird: "Der zweite Kunstrasenplatz ist ein weiterer wichtiger Schritt für uns. Überhaupt haben wir viele Jahre hart dafür gearbeitet, dass der Post SV hoffnungsvoll in die Zukunft blicken kann. Im Moment ernten wir gerade die Früchte dieser Arbeit."

Ohne Frage, am Ebensee hätte man mit Sicherheit nichts dagegen, wenn im Anschluss an das große Jubiläum gleich weitergefeiert werden könnte...

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Daten Post SV Nürnberg

Post SV Nürnberg
Gründung: 1926
Mitglieder: 18000
Farben: Gelb-Blau
Abteilungen: 24 Wettkampfabteilungen, 400 Trainer, 40 Sportstätten, über 100 Sportangebote


Bilanz Post-SV Nürnberg

Saison
Pl. 
Liga
2026/27
9. 
Kreisliga Nürnberg
 
2025/26
8. 
Kreisliga Nürnberg
 
2024/25
10. 
Kreisliga Nürnberg
 
2023/24
9. 
Kreisliga Nürnberg
 
2022/23
4. 
Kreisliga Nürnberg
 
2021/22
8. 
Kreisliga Nürnberg
 
2019/21
5. 
Kreisliga Nürnberg
 
2018/19
9. 
Kreisliga Nürnberg
 
2017/18
7. 
Kreisliga Nürnberg
 
2016/17
9. 
Kreisliga Nürnberg
 
2015/16
14. 
Bezirksliga Mittelfranken 1
2014/15
2. 
Kreisliga Nürnberg

Platzierung 2025/26

Pl.
 
Team
Sp
Tore
Pkt
7
30
67:44
46
9
30
58:57
42
10
30
52:61
39

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