Die Zahlen dieser Saison sind beeindruckend. 25 Siege, 77 Punkte, 87 erzielte Tore bei nur 21 Gegentoren – Kalchreuth dominierte die Liga mit einer Konsequenz, die ihresgleichen sucht. Und doch war es nie eine Saison der Einzelkünstler. Während der Verfolger FC Herzogenaurach, der mit drei Punkten Abstand starker Zweiter wurde, auf seinen überragenden Torjäger Kevin Rockwell baute, verteilte Kalchreuth seine Torgefahr auf viele Schultern. Toni Rößner als bester Schütze des Teams mit zwölf Treffern ist symptomatisch für diesen Ansatz – effizient, kollektiv, unberechenbar.
Dass der Weg zur Meisterschaft kein reiner Spaziergang war, zeigen die Rückrunden-Momente, die Kalchreuth forderten. Die Niederlage gegen den Laufer SV früh in der Rückrunde, dann der Ausrutscher gegen ASV Zirndorf – Rückschläge, die in einer so dominanten Saison fast vergessen wirken, die aber das Bild abrunden. Denn es war der Sieg im Schlüsselspiel gegen den Verfolger FC Herzogenaurach, der den entscheidenden Puffer schuf. Die zwei Niederlagen sollten die beiden einzigen sein bis zum letzten Heimspiel gegen Hüttenbach. Danach hatte Kalchreuth das Heft selbst in der Hand und ließ sich nicht mehr beirren und auch das direkte Duell für sich entschieden.
Auch der letzte Gegner dieser Meistersaison war alles andere als ein Selbstläufer. Die SpVgg Hüttenbach-Simmelsdorf kam mit breiter Brust nach Kalchreuth – zuletzt mit einem eindrucksvollen 6:2-Erfolg im Rücken und noch immer im Abstiegskampf. Eine Mannschaft mit dem Rücken zur Wand, doch der Tabellenführer ließ nichts anbrennen.
Mit dem Meistertitel haben die Almkicker, die einst der Kreisliga-Dino waren und es gefühlt nie geschafft haben sich in den Bezirk abzusetzen, Geschichte geschrieben und spielen erstmals in der Vereinsgeschichte in der Landesliga. Die neuen Gegner können sich auf viele Zuschauer, ein tolles Sportgelände mit einer sehr guten Infrastruktur freuen und für Kalchreuth scheint der Weg noch nicht zu Ende zu sein. Denn auch in der Landesliga bastelt "Kalle" wieder an einem schlagkräfigen Kader, der mit dem ein oder anderen namhaften Spieler verstärkt werden dürfte. Aber erst einmal kann auf der Alm gefeiert werden - und zwar richtig!
Herzlichen Glückwunsch, 1. FC Kalchreuth. Willkommen in der Landesliga.
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