Hajduk auf Relegationskurs: Remis bei Vatan, Urteil bestätigt Abbruchsieg - fussballn.de
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Artikel veröffentlicht am 07.05.2026 um 23:15 Uhr
Hajduk auf Relegationskurs: Remis bei Vatan, Urteil bestätigt Abbruchsieg
SPIELTAG AKTUELL Im Spiel um Platz 2 der Kreisliga Nürnberg gab es am Donnerstagabend keinen Sieger: Vatanspor und der KSD Hajduk teilten sich mit 1:1 die Punkte, wodurch weiterhin alles offen ist, wenngleich Hajduk mit dem nun vom Verbandssportgericht bestätigten 3:1-Abbruchsieg beim ASV Fürth den Vorteil auf seiner Seite hat. Zudem kam der SV Türkspor Reichelsdorf zuhause zu einem 1:0-Erfolg gegen Tuspo Nürnberg.
Von MW / Türkspor
Der Kracher zwischen Vatanspor (in rot) und dem KSD Hajduk (in dunkelblau) endete ohne Sieger.
Dominik Geiswinkler
Vatanspor Nürnberg – KSD Hajduk Nürnberg 1:1 (1:1)

In einem zunächst chancenarmen Topspiel erspielte sich Vatanspor klare Feldvorteile, ohne dabei zunächst gefährlich zu werden. Hajduk überließ dem Gegner die Spielkontrolle und lauerte auf Umschaltmomente. Nach sechs Minuten rutschte den Gastgebern dann ein erster Ball durch. Kuqi erlief das Spielgerät, legte die Kugel am herauseilenden Vatan-Keeper Pangerl vorbei und bediente überlegt den nachlaufenden Partzsch, welcher aus halbrechter Position abgefälscht zur frühen Hajduk-Führung traf.

Der KSD Hajduk ging mit dem ersten nennenswerten Abschluss der Partie durch Florian Partzsch (l.) in Führung.
Timotei Pintoiu

Mit dem Treffer im Rücken blieb der KSD seiner Linie weiterhin treu: Die Mesek-Elf stand kompakt und ließ kaum etwas zu. Vatanspor zeigte sich geduldig, im letzten Drittel jedoch noch ohne die zündenden Ideen. Die Fernschüsse von Karaca (16., 40.) sowie Yalcin (31.) blieben letztlich ungefährlich. Umgekehrt konterten die Gäste in der 38. Minute aussichtsreich. Kuqi suchte allerdings selbst den Abschluss und schoss klar drüber, anstatt den durchstartenden Dragicevic zu bedienen. In der 41. Minute fiel dann Vatan-Akteur Gök ein Eckball vor die Füße, doch der Versuch aus aussichtsreicher Position ging ebenfalls über das Tor. Vatan schaltete in den Schlussminuten der ersten Halbzeit noch einmal einen Gang höher. Rexhepis Flachschuss aus 20 Metern wurde dabei in der 43. Minute noch zur sicheren Beute von KSD-Keeper Marcinkovic. 120 Sekunden später fasste sich dann aber Karaca aus 22 Metern ein Herz aus halbrechter Position und traf nicht durchaus haltbar per Aufsetzer ins lange Eck zum 1:1-Ausgleich. Die letzte Chance des ersten Abschnitts gehörte dann noch einmal Hajduk, als Jasarevic in der Nachspielzeit per Direktabnahme vom Strafraum abzog und Pangerl den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte.

Efekan Karaca (in rot) war kurz vor der Pause für den Vatanspor-Ausgleich verantwortlich.
Dominik Geiswinkler

Nach dem Seitenwechsel gehörte die erste Chance wieder den Gästen: Nach 53 Minuten spielte sich der KSD rechts in den Strafraum der Heimelf. Durmaz fand mit seinem Abspiel Jasarevic, der aus der Drehung aber klar verzog. Drei Zeigerumdrehungen später drang auf der Gegenseite Yüce von rechts energisch in den Strafraum ein und kam zu Fall, die Pfeife des starken Schiedsrichters Sven Thoma blieb aber stumm. Es entwickelte sich eine spannende Partie, in der die Gastgeber weiterhin mehr Spielanteile verzeichnen konnten. Hajduk boten sich im weiteren Verlauf aber immer mehr Räume für Gegenstöße. Nach einer Stunde lenkte Marcinkovic einen Yüce-Freistoß um den Pfosten. Umgekehrt war in der 73. Minute Pangerl mit dem Fuß gegen Partzsch zur Stelle. Die wohl dickste Gelegenheit ergab sich dann in der 78. Minute, als ein katastrophaler Fehlpass der Heimelf plötzlich den eingewechselten Filip Odobasic auf die Reise schickte. Dieser ließ sich allerdings zu viel Zeit und wurde durch eine herausragende Grätsche von Vatan-Defensivmann Özdemir in letzter Sekunde geblockt. Beide Teams hatten in der Schlussphase die Chance zum Sieg: Yüce scheiterte mit seinem Schuss aus spitzem Winkel ebenso am gut reagierenden Marcinkovic wie vier Zeigerumdrehungen später Akbulut, dessen Kopfball der KSD-Keeper nach einer Ecke überragend von der Linie kratzte.

Duell der Spielertrainer: Ismail Yüce und Vatanspor (in rot) teilten am Ende mit Adrian Meseks KSD Hajduk (in blau) die Zähler.
Dominik Geiswinkler

Auf der Gegenseite ließ Hajduk ebenfalls die Chancen zum Sieg liegen, als Odobasic nach tollem Jasarevic-Anspiel Zentimeter zum Tor fehlten (87.) und anschließend Gümüs eine Jasarevic-Flanke am zweiten Pfosten volley knapp neben das Vatan-Tor setzte (89.). So blieb es am Ende trotz einer siebenminütigen Nachspielzeit bei der 1:1-Punkteteilung, die für beide Teams weiterhin alles offenhält.

Hajduk erhält Punkte nach dem Spielabbruch beim ASV Fürth 

Bereits im Vorfeld dieses Duells hatten sich die Vorzeichen im Kampf um Platz 2 derweil bereits konkretisiert: Per Stellungnahme und Strafantrag der Verbandsanwaltschaft BFV (das Schreiben liegt der Redaktion vor) wurden dem KSD Hajduk nach dem Spielabbruch beim ASV Fürth die Punkte zuerkannt und die Partie mit 3:1 für Hajduk gewertet, da der Spielabbruch als gerechtfertigt angesehen und dem ASV Fürth angelastet wurde. Durch diese Zähler zieht der KSD nach Punkten mit Vatanspor gleich, hat aber noch das Nachholspiel gegen den ASV Veitsbronn-Siegelsdorf in der Hinterhand. Vatanspor rangiert derzeit aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs aber noch vor dem Konkurrenten.

In der Begründung seitens der Verbandsanwaltschaft heißt es unter anderem:

"... Gerechtfertigt ist der Spielabbruch dann, wenn der Schiedsrichter ernsthaft um seine körperliche Unversehrtheit fürchten muss oder bereits angegriffen wurde oder eine ordnungsgemäße Durchführung des Spiels wegen einer ernsten Störung i.S.v. § 66 SpO nicht mehr gewährleistet ist. 

Ein solcher Fall lag hier vor. Nach der glaubhaften Schilderung des Schiedsrichters wurde dieser gezielt aus kurzer Distanz heftig mit dem Ball am Rücken getroffen. Der Spieler ... (der Name ist der Redaktion bekannt) warf den Ball bewusst in den Rücken des Schiedsrichters. Darin liegt eine unmittelbare körperliche Einwirkung auf den Schiedsrichter und damit ein tätlicher Angriff.

(...) Ein verschuldeter Spielabbruch liegt vor, wenn das zum Abbruch führende Verhalten einem Verein zuzurechnen ist. Dies ist hier der Fall. Das gezielte Bewerfen des Schiedsrichters wurde durch den Spieler ... vorgenommen und ist somit dem Verein ASV Fürth zuzurechnen. Dieses Verhalten stellt die unmittelbare und alleinige Ursache für den Spielabbruch dar."
  

Die Zähler aus dem Gastspiel beim ASV Fürth (in lila) gehen nach dem Spielabbruch an den KSD Hajduk (in dunkelblau).
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SV Türkspor Reichelsdorf – TuSpo Nürnberg 1:0 (1:0)

Im zweiten Nachholspiel des Abends kam der SV Türkspor Reichelsdorf zu einem 1:0-Heimerfolg gegen Kellerkind Tuspo Nürnberg. In den ersten 20 Minuten entwickelte sich eine recht ausgeglichene, aber chancenarme Partie, in der sich die Gäste keineswegs versteckten. Anschließend bekam die Heimelf dann etwas mehr Zugriff auf das Spiel und ging in der 44. Minute durch Öten in Führung, der nach einer Calgi-Flanke in die kurze Ecke traf. Nach dem Seitenwechsel suchte der Tuspo nach Wegen zurück ins Spiel und beide Teams verzeichneten den einen oder anderen Abschluss. Am Ende blieb es aber beim knappen Heimsieg von Türkspor, der die Gäste damit weiter um den Klassenerhalt zittern lässt.

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Tabelle Kreisliga Nürnberg

Pl.
Team
Sp
Tore
Pkt
2
28
70:37
54
4
28
51:39
50
7
28
62:40
43
9
28
49:54
39
10
28
44:38
37
11
28
51:54
36
14
27
26:61
19
15
27
18:63
16
16
28
21:83
12
Bei punktgleichen Teams: Sondertabelle der Punktgleichen

Stenogramm Kreisliga Nürnberg

Tore: 0:1 Partzsch (7.), 1:1 Karaca E. (45., Yalcin)
Gelbe Karten: Karaca E. (61.) / Dragicevic (44.), Korene M. (59.), Mesek (77.), Partzsch (90.+9)
Zuschauer: 350
Tore: 1:0 Öten (44., Calgi)
Gelbe Karten: Celahmetovic (73.), Koc (82.), Öten (90.+7) / Frank J. (16.), Rebak (74.)

Torschützen Kreisliga Nürnberg


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