Schlussstrich nach über 25 Jahren: Claus Hofmann wirft beim BFV hin und rechnet ab - fussballn.de
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Artikel veröffentlicht am 08.04.2026 um 16:45 Uhr
Schlussstrich nach über 25 Jahren: Claus Hofmann wirft beim BFV hin und rechnet ab
Eine ganz Weile hatte es gebrodelt, am Ostermontag dann war das Ende der Fahnenstange erreicht: Claus Hofmann, der bis zuletzt als Herren-Gruppenspielleiter aktiv war, hat seine Tätigkeit beim Bayerischen Fußball-Verband nach gut einem Vierteljahrhundert beendet. Zum Abschied ließ der 58-Jährige in einem ausführlichen Statement noch einmal Dampf ab.
Von Marco Galuska
Claus Hofmann hat nach über 25 Jahren seine Tätigkeiten beim BFV beendet.
fussballn.de
"Frust hat sich angestaut"

Mit "Ex-Gruppenspielleiter Kreis Nürnberg/Frankenhöhe" unterzeichnete Claus Hofmann sein Schreiben, das am Ostermontag an Vereine und Medien ging und von seinem Rücktritt als Funktionär, der er seit 1997 (mit kurzer Unterbrechung) im Jugend- und Herrenbereich sowie zwischenzeitlich beim Sportgericht war, berichtete: "Ich habe gestern dem BV, KV und KSL (Bezirksvorsitzenden, Kreisvorsitzenden und Kreisspielleiter, Anm. d. Red.) eigentlich meine Beendigung zum Saisonende 2025/2026 mitgeteilt. Leider hat sich keiner gemeldet (was ich auch nicht erwartet habe, mangels der Kommunikation des BFV) und ich habe erfahren, dass bereits im Hintergrund an einer sofortigen Entlassung nächste Woche gearbeitet wird. Deshalb ziehe ich diesen Schritt aus Eigenleistung vor."

"Es war mir eine große Freude und Ehre, mit Euch Vereinsvertretern und SR-Vertretern, egal ob Obmann oder SR-Einteiler, die letzten Jahre wohlwollend und erfolgreich zusammenzuarbeiten, denn wir hatten immer eine gute Lösung für alle Beteiligten zum Wohle des Fußballs gefunden", schreibt Hofmann. "Bei mir haben sich nach meinem Schreiben in den letzten 24 Stunden zig Vereine gemeldet und sich für die Zusammenarbeit bedankt. Ich musste dringend für mich eine Entscheidung fällen und diese war nach dem Bezirkstag dann absolut klar. Von mir ist eine Last abgefallen, der Frust, der sich aufgestaut hat, musste raus", sagt Hofmann am Tag nach seiner Mail, die durchaus für Aufsehen gesorgt hat. Denn so friedlich diese in Richtung der Vereine und Schiedsrichter formuliert ist, umso schärfer ist der Ton des Langenzenners. Hofmanns Kritik richtet sich der Reihe nach an den aktuellen Bezirksvorsitzenden, Kreisspielleiter und Kreisvorsitzenden.

Kritik am Bezirksvorsitzenden

So manches Wort des Bezirksvorsitzenden Uwe Mauckner ist am Bezirkstag Mittelfranken 2026 bei den Vereinen, aber auch bei manchem Funktionär, nicht gut angekommen. Umgekehrt hatte auch Mauckner mit Hofmanns Äußerungen in den sozialen Medien ein Problem, das sich nun nicht mehr in einem Gespräch aufarbeiten lässt.
Sebastian Baumann

Dem Bezirksvorsitzenden Uwe Mauckner wirft Hofmann explizit die Einmischung in die Tätigkeiten der Spielleiter vor und kritisierte auch dessen wenig respektvolle Äußerungen bezüglich der eingebrachten Vereinsanträge am Bezirkstag auf großer Bühne. Mit dieser Kritik steht Hofmann freilich nicht alleine da, stießen Mauckners Kommentare in Richtung der Vereine SV Segringen und TSV Frauenaurach nach den Anträgen, die nun auf dem Verbandstag behandelt werden, so einigen Beobachtern der Veranstaltung sauer auf. Mauckner habe laut Hofmann ihn zu einem Gespräch aufgefordert, "weil ich mich angeblich in den sozialen Medien sowie in meinem WhatsApp-Status in kritischer und teils angreifender Weise gegenüber dem Bayerischen Fußball-Verband geäußert habe." Jenes Gespräch, das für den gestrigen Tag vorgesehen gewesen wäre, hat Mauckner im Zuge der Bestätigung des Eingangs von Hofmanns Rücktritts in dankender und formeller Form ("Für Ihre persönliche und zukünftige Zeit wünschen wir Ihnen alles Gute") abgesagt.

Zerwürfnis mit dem Kreisspielleiter

Für einige kamen die Spannungen, die es zwischen dem Kreisspielleiter Tamer Amet und Hofmann gab, schon vor der Winterpause zum Vorschein. Streitpunkt war eine Spielverlegung in der von Hofmann bis dato betreuten Kreisklasse 2. Während Amet sagte: "Wenn sich zwei Vereine einigen, ist mir das doch am liebsten", erstattete Hofmann am Kreissportgericht eine Anzeige gegen den Platzverein. Letztlich hatten sich beide Teams auf eine Verlegung verständigt, Amet dieser zugestimmt und Hofmann seinem Kreisspielleiter "Einmischung" vorgeworfen, "um seinem ehemaligen Vereinskumpel aus vergangenen Tagen einen Gefallen zu tun." Hofmann übertrug daraufhin die Betreuung der Kreisklasse 2 direkt an Amet ("Da ich als Spielleiter alle Vereine gleich behandle, darf es hier keine Ausnahmen geben. Deshalb habe ich schon damals den Spielleiter der KK 2 an den KSL gegeben."). Nach Hofmanns Rücktritt vom Ostermontag wird Amet nun auch noch dessen weitere Spielklassen (A-Klassen 3-5, B-Klassen 3-5) interimsmäßig betreuen.

Kreisspielleiter Tamer Amet betreut nun bis Saisonende Hofmanns Spielklassen mit Unterstützung seiner Spielleiterkollegen.
fussballn.de / Gitzing

Während Hofmann in seinem Schreiben "die Nichteinhaltung der Absprachen mit den Vereinen aus den Runden Tischen" beispielhaft mit Meisterschaftsspielen vor der Saisoneröffnung oder Nachholspielen an Pokalspieltagen kritisiert, sieht sich Amet als Kommunikator, der jene Streitigkeiten vermeiden wollte, und sagt nach Hofmanns Abschiedsmail: "Ich bin echt enttäuscht, so etwas zu lesen. Es ist schade, wie das jetzt gekommen ist. Ich will nicht immer recht haben und werde nicht nur auf einer Seite Fehler suchen. Wir machen doch alle unsere Fehler! Man hätte vieles klären können, auch Kompromisse finden, wenn man miteinander spricht. Das wissen auch die Vereine, dass man mit mir reden kann. So macht man aber das Ehrenamt kaputt! Und dennoch haben wir hier ein richtig gutes Team im Kreis. Gemeinsam werden wir es jetzt auch lösen und sind auf der Suche nach einem Nachfolger für die neue Saison."

Kreisvorsitzender "schießt den Vogel ab"

Die größte Kritik in Hofmanns Schlussabrechnung richtet sich an den neuen Kreisvorsitzenden Günter Schuh. "Was der sich leistet, schießt den Vogel ab", poltert Hofmann und prangert die ausgebliebene Verabschiedung seines langjährigen Vorgängers an. Hofmanns Aufforderung nach einem gebührenden Abschied für Thomas Raßbach soll Schuh mit dem schriftlich nicht belegbaren Satz "Was willst du überhaupt, du bist doch nur ein lumperter A- und B-Klassen-Spielleiter"abgebügelt haben. "Alleine diese letzte Aussage bestätigt mir meine Vermutungen, dass es kein Team, sondern nur noch Egoisten und Postenjäger sind und das Wohl der Amateurvereine ihm einfach Wurst ist", wird Hofmann in seinem Schreiben deutlich und schließt dieses mit den Worten: "Nun hat er die erste Aufgabe, einen lumperten A- und B-Klassenspielleiter als Nachfolger zu finden."

Der neue Kreisvorsitzende Günter Schuh wehrt sich gegen Hofmanns Kritik.
fussballn.de / Oßwald

Günter Schuh äußerte sich zum Sachverhalt wie folgt: "Wir haben eine Mail von Herrn Hofmann am Ostersonntag erhalten, mit dem Betreff 'Osterhasi bringt Ostergeschenk'. Hier hat er seinen Rücktritt bekannt gegeben. Darauf hat er bereits eine Mail am Ostermontag von unserem BV erhalten, dass wir dies zur Kenntnis genommen haben. Dies dazu, dass sich keiner gemeldet hat. Also schneller und dies noch an den Osterfeiertagen kann man sich nicht zurückmelden. Wir haben Herrn Hofmann bereits zu einem Gespräch am 26.03.26 eingeladen, was er aus privaten Gründen auf heute, den 07.04., verschoben hat. Gerne hätten wir bei diesem Gespräch Verhaltensregeln gegenüber Verband, Funktionären und Vereinen angesprochen, aber anscheinend hat sich Herr Hofmann, ohne ein Gespräch mit uns zu führen, für seinen Rücktritt entschieden. Wenn Meinungsverschiedenheiten sind, bin ich es gewohnt, diese bei einem persönlichen Gespräch zu klären. Dies war anscheinend hier von Herrn Hofmann nicht gewünscht. Ich möchte hier das Thema auch nicht weiter breittreten. Es ist schade, dass ein langjähriger Funktionär so zurücktritt, aber wir sind hier im Ehrenamt und haben dies so akzeptiert."

Man darf sich wünschen, dass der Fußballkreis Nürnberg/Frankenhöhe nach turbulenten Zeiten wieder seine wesentlichen Aufgaben mit Engagement und auch Weitblick im Sinne des Fußballs und seiner Vereine ausüben wird. Denn in diesem Punkt kämen dann auch Amet und Hofmann wieder auf einen Nenner, wenn sie ihre Liebe für den Fußball betonen und unisono sagen: "Ich gehe auch weiterhin gerne auf die Sportplätze...

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