Rundentagung der Kreisligen: Premieren und zu viel Arbeit für das Sportgericht! - fussballn.de
Artikel vom 08.07.2026 13:00 Uhr
Rundentagung der Kreisligen: Premieren und zu viel Arbeit für das Sportgericht!
Karlheinz Assenbaum musste als Vorsitzender des Kreissportgerichts über "deutlich zu viele Fälle" aus der Vorsaison berichten.
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Die Rundentagung der Kreisligen machte am Dienstagabend im Sportheim des TV 09 Dietenhofen den Auftakt der Pflichttermine für die Spielleiter der Vereine zur Saison 2026/27. Für einige Akteure war es eine Premiere. Der Rückblick indes fiel mit gemischten Gefühlen aus, der Ausblick richtet sich auf das Ziel eines höheren sportlichen Niveaus und einer besseren Disziplin. 
Von Marco Galuska
In mehrerlei Hinsicht war die Rundentagung der Kreisliga eine Premiere: Im Sportheim des TV 09 Dietenhofen begrüßte der Spielleiter des Vereins, Philipp Meyer, die Vereinsvertreter. Erstmals leitete Tamer Amet nach seiner Wahl zum Kreisspielleiter durch den Abend und war erst einmal "wirklich sprachlos" über den Verlust des erst kürzlich verstorbenen Gruppenspielleiters Rainer Wölzlein. Nach einer Gedenkminute übernahm der neue Kreisvorsitzende Günter Schuh das Wort ("Es fällt schwer, in den normalen Alltag überzugehen.") und blickte insbesondere auf den Kreistag im Februar zurück.

Auch für den Kreisvorsitzenden Günter Schuh war es die erste Rundentagung im Amt.
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Schuh hatte nach dem Rücktritt von Thomas Raßbach kommissarisch übernommen, musste den Sprung ins kalte Wasser meistern und kritisierte, dass nur 40 Prozent der Vereine an der nur alle vier Jahre stattfindenden Veranstaltung teilgenommen hatten. Erfreulicher war aus seiner Sicht hingegen der Ablauf der Relegation, die nicht nur in 30 Partien über 10.000 Zuschauer an die Sportplätze lockte, sondern von der Spielleitung auch tadellos in recht kurzer Zeit organisiert wurde.

Ein neuer Spielleiter in der Frankenhöhe, Premiere für den KSO

Apropos Spielleitung: Weil nicht nur Rainer Wölzlein in Zukunft fehlen wird, sondern auch Claus Hofmann während der Saison seinen Rücktritt erklärt hatte, musste die Betreuung der Ligen im Raum Frankenhöhe praktisch komplett neu organisiert werden. Mit Marco Weber, der im Vorjahr noch Trainer des SV Losaurach II war, konnte man ein neues Gesicht für das BFV-Team gewinnen, der bereits berufen wurde und sich schon eingearbeitet hat und von Amet als "echter Gewinn" gelobt wurde. Während Weber sich um die Kreisklasse 2, die A-Klassen 3–5 sowie die B-Klassen 2–4 kümmern wird, hat sich mit Kreisjugendleiter Peter Kuhn ein erfahrener Funktionär bereit erklärt, zumindest bis zur Winterpause das Wölzlein-Erbe in der Kreisklasse 1, den A-Klassen 1 und 2, der B-Klasse 1 und den beiden neuen Reserve-Runden zu übernehmen.

Marco Weber ist der neue Gruppenspielleiter im BFV-Team und für die Kreisklasse 2, die A-Klassen 3–5 sowie die B-Klassen 2–4 zuständig.
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Auch für den Kreisschiedsrichterobmann war die Tagung eine Premiere: Andreas Krimm, zuvor Obmann der Gruppe Fürth, folgte auf Sven Bode, der weiterhin Obmann der Nürnberger Gruppe bleibt. Dass der Schiri-Boss im Kreis erstmals nicht aus Nürnberg kommt, ist ebenfalls neu, stimmt aber nur zum Teil. "Ich komme aus der Gruppe Fürth, wohne aber in Nürnberg und habe in Zirndorf gespielt, und die Frankenhöhe ist mir aus meiner Vergangenheit alles andere als fremd", stellte sich Krimm vor und versprach, die Belange aller Gruppen gleichermaßen berücksichtigen zu wollen. Für die Vereinsvertreter hatte er aus aktuellem Anlass noch einmal Vorgaben bei der Einteilung für Testspiele parat und umriss die Regeländerungen für die kommende Saison, wobei hierzu noch ein gesondertes Online-Informationsangebot für alle Fußballinteressierten folgt.

Der neue KSO Andreas Krimm referierte über das Schiedsrichterwesen und insbesondere manch Regeländerung zur Saison 2026/27.
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Karlheinz Assenbaum durfte erneut als Vorsitzender des Kreissportgerichts referieren, hatte zu Beginn aber auch personelle Änderungen zu präsentieren. Nachdem Sarah Keitel und Heide Maria Leist (wird Beisitzerin im Bezirkssportgericht) ausgeschieden sind, wurden die Posten durch Landesliga-Schiri Michael Emmert (TSV Flachslanden) und mit einem komplett neuen Gesicht, Hannes Schamberger (SpVgg Greuther Fürth), neu besetzt.

Kritik an Fallzahlen, aber auch an der Verständlichkeit der Statuten

Stellvertretend für sein neues Team richtete Assenbaum einen klaren Appell mit Blick auf besorgniserregende Zahlen an die Vereine: "Wir hatten deutlich zu viele Fälle, das ging gewaltig nach oben!" Denn aus den 607 Urteilen der Saison 2024/25 wurden 662, wobei sogar die Vergehen durch Spielausfälle noch nach unten gegangen sind, was zugleich bedeutet, dass die Fälle aus dem Spiel deutlich zugenommen haben.

Der Abteilungsleiter des ASV Fürth, Jürgen Loos, kritisierte die Verständlichkeit der Satzungen und bekam dafür durchaus Zustimmung.
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Assenbaum informierte über die verschärften Sanktionen, die in Zukunft in Bezug auf Diskriminierung und Rassismus folgen ("in der Regel nicht unter zehn Spiele Sperre"), darüber, dass bei "schwerwiegenden Vergehen", als Sperren ab fünf Spiele, Spieltags- und Zeitsperren greifen.

Jürgen Loos, Abteilungsleiter des ASV Fürth, erntete allgemein Zustimmung für seinen Einwand, dass "die Verständlichkeit der Satzungen" die Arbeit der Funktionäre zusätzlich erschwert. Immerhin konnte Assenbaum auch von einer Erleichterung für die Ehrenamtlichen berichten, wonach in Zukunft der Leiter des Ordnungsdienstes auch der Mannschaftsverantwortliche sein kann, wenngleich die Aufgabe für den Ordnungsdienst Priorität habe. "Das ist gut, dass der Verband das geklärt hat", so Assenbaum, der sich bei aller Kritik für die insgesamt gute Zusammenarbeit mit den Vereinen bedankte und versprach: "Wir wollen ein nahbares Sportgericht sein."

Erfreulichere Themen hatte grundsätzlich der Kreisehrenamtsbeauftragte Jörg Salzer anzubieten, erklärte aber auch, woran es in manchen Vereinen hapert: "Wenn kein Ehrenamtsbeauftragter eingetragen ist, bekommt der Verein auch keine Infos dazu. Dabei kostet euch das nichts. Also meldet eure Leute, wir ehren sie gerne und sie werden euch bleiben!"

Halle, Pokal, Live-Ticker-Pflicht und Ziel eines höheren sportlichen Niveaus

Zu guter Letzt ging es dann wieder um das Spielgeschehen. Kreisspielleiter Tamer Amet würde es begrüßen, wenn sich in der Frankenhöhe auch wieder eine Vorrundengruppe für die Hallenkreismeisterschaft ergeben sollte, hat sich aber auch selbst ein Bild von den vielen, gut besuchten Privatturnieren machen können. Im Toto-Pokal wird auch in der kommenden Saison das Finale am 1. Mai auf der Sportmeile Roßtal ausgetragen, nachdem dort eine gelungene Premiere auf neutralem Ort gefeiert wurde. Los geht es mit der 1. Runde im neuen Wettbewerb Ende August. Bereits Ende Juli, eine Woche vor Ligastart, wird der Ligapokal starten. Für die 1. Runde gilt, dass zeitgleich keine Freundschaftsspiele erlaubt werden. Für die weitere Runde nach dem Winter ist diese Regelung aber aufgehoben.

Kreisspielleiter Tamer Amet führte durch die Rundentagung der Kreisliga Nürnberg/Frankenhöhe.
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Bevor am 31. Juli die offizielle Saisoneröffnung in Dietenhofen mit dem Heimspiel des TV 09 gegen Aufsteiger SV Losaurach (dieser wurde ebenso wie der TV Leutershausen und der TSV Langenzenn als Meister der Kreisklasse geehrt, die SpVgg Mögeldorf 2000 II fehlte) steigt, galt es auch noch, einige Aspekte klarzustellen und Absprachen zu treffen: Der Liveticker ist ab der kommenden Saison verpflichtend. Spielabsagen sind am Spieltag zwischen 8 und 10 Uhr, werktags bis 13 Uhr vorzunehmen. Die Eintrittspreise wurden auf 5 Euro für Vollzahler, 4 Euro für Rentner und 3 Euro für Jugendliche festgelegt. Frauen dürfen kostenlos zuschauen. Mit dem Ziel der "Erhöhung des sportlichen Niveaus" wurden die Ligen reduziert auf planmäßig 14 Teams (in Nürnberg sind es diesmal noch 15 geworden). Absteigen müssen jeweils die beiden Letzten, der 11. und 12. geht in die Relegation. Nach oben bleibt es unverändert.

"Wir wollen, dass in Ruhe Fußball gespielt wird, ohne die negativen Schlagzeilen in der Presse, die wir in der vergangenen Saison hatten", betont Amet und zeigt sich zuversichtlich: "Wir haben in der Spielleitung ein super Team, das sich gegenseitig unterstützt – und wir wollen für die Vereine da sein!"

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