francoNJa im Interview: "Es geht darum, besondere Momente zu erleben" - fussballn.de
Artikel vom 03.06.2026 07:00 Uhr
francoNJa im Interview: "Es geht darum, besondere Momente zu erleben"
Andreas Bechtloff (l.) und Andreas Wilhelm (r.) bereisen die Gastgeberländer während der Fußball-WM 2026 für den guten Zweck.
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INTERVIEW Andreas Bechtloff und Andreas Wilhelm aus Zirndorf wollen zur Fußball-WM 2026 in die USA, nach Kanada und Mexiko reisen – nicht nur als Fans, sondern auch mit einer ganz besonderen Mission: Sie möchten Fußballfans aus aller Welt treffen und gleichzeitig Spenden für die Vereine aus ihrer Heimatstadt sammeln. Im fussballn.de-Interview der Woche sprechen sie über die Idee sowie ihre Ziele hinter dem Projekt "francoNJa".
Von Fabian Strauch
Hallo ihr beiden! Am 11. Juni beginnt die Fußball-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko, die ihr mit einer ganz besonderen Idee begleiten werdet. Erläutert bitte kurz zum Einstieg, worum es geht!

Andreas Bechtloff (33) / Andreas Wilhelm (31): Ein großer Traum von uns ist es, einmal eine komplette WM vor Ort mitzuerleben und die Atmosphäre in allen Gastgeberländern zu spüren. Wir möchten dabei so viele Stadien wie möglich besuchen und die deutsche Mannschaft durch das Turnier begleiten. Zusätzlich haben wir ein digitales Freundebuch ins Leben gerufen, in dem wir Begegnungen mit Menschen aus aller Welt während der WM festhalten. Das Ganze verbinden wir mit einer Spendenaktion für die vier Zirndorfer Fußballvereine.

Wie und wann seid ihr auf die Idee und den dazugehörigen Namen gekommen?

Bechtloff/Wilhelm: Die Idee, eine komplette WM im Gastgeberland zu erleben, begleitet uns schon seit der Vergabe der WM und war lange ein großer Traum. Die konkreten Bausteine, wie das digitale Freundebuch und die Spendenaktion, sind vor etwa eineinhalb Jahren entstanden und haben das Projekt dann vollständig geformt. Der Projektname "francoNJa" ist aus unserer Reiseroute von Franken bis New Jersey, dem WM-Endspielort, entstanden.

Welche Vereine aus Zirndorf möchtet ihr konkret unterstützen – und warum liegen euch gerade diese Vereine besonders am Herzen?

Bechtloff/Wilhelm: Unterstützt werden die vier Zirndorfer Vereine ASV Zirndorf, TSV Zirndorf, SV Weiherhof und ASV Weinzierlein-Wintersdorf. Wir sind in Zirndorf aufgewachsen und haben selbst viele Jahre im Jugend- und Herrenbereich Fußball gespielt. Uns ist wichtig, dass kommende Generationen die gleichen guten Bedingungen vorfinden wie wir damals. Durch viele persönliche Kontakte in die Vereine – auch über die eigenen ehemaligen Stationen hinaus – ist die Verbundenheit groß. Im Amateurfußball zieht man oft an einem Strang, um den Fußball in Zirndorf gemeinsam zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Andreas Bechtloff (l.) und Andreas Wilhelm (r.) haben selbst in Zirndorf die Fußballschuhe geschnürt.
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Was bedeutet euch der Amateurfußball persönlich und welche Rolle spielt er in eurer Heimatstadt?

Bechtloff/Wilhelm: Amateurfußball steht für ehrlichen Sport, in dem nicht immer die spielerische Perfektion im Vordergrund steht, sondern Leidenschaft, Kameradschaft und Teamgeist. Das Ehrenamt spielt dabei eine zentrale Rolle und ist unverzichtbar. Die Werte, die dort vermittelt werden, begleiten einen weit über den Sport hinaus ins Leben. In Zirndorf hat Fußball einen sehr hohen Stellenwert – das zeigen allein die vier Vereine mit insgesamt über 50 Mannschaften in allen Altersklassen.

Was reizt euch an einer WM in drei Gastgeberländern – also USA, Kanada und Mexiko – besonders?

Bechtloff/Wilhelm: Besonders spannend ist die Vielfalt der Kulturen und Länder, die diese Weltmeisterschaft einzigartig macht. Gleichzeitig stellt die Größe des Turniers mit drei Gastgeberländern und großen Distanzen auch eine besondere Herausforderung für Fans und Organisation dar.

Wie schwierig ist die Organisation einer solchen Reise – gerade finanziell und logistisch?

Bechtloff/Wilhelm: Die Organisation ist sehr aufwendig, aber durch gute Planung und Kontakte zu Menschen vor Ort, bei denen wir unterkommen können, lässt sich vieles realisieren. Durch frühzeitige Buchungen konnten wir die finanziellen Kosten im Rahmen halten. Insgesamt planen wir, 14 Spiele an 14 verschiedenen Orten zu besuchen – das ist logistisch eine große Herausforderung. Die Ticketpreise haben uns zunächst überrascht, konnten aber durch Planung und etwas Glück bewältigt werden. Da das Projekt lange vorbereitet wurde, konnten wir auch finanziell frühzeitig darauf hinarbeiten. Am Ende ist es ein einmaliges Projekt, für das man gerne den Aufwand in Kauf nimmt.

Welche Rolle spielen eure Familien, Freunde und Vereine bei diesem Projekt?

Bechtloff/Wilhelm: Die Unterstützung unserer Familien ist sehr wichtig und keine Selbstverständlichkeit, gerade wenn man sieben Wochen unterwegs ist. Auch die Organisation der Reise, der Spendenaktion, des Freundebuchs und der Social-Media-Arbeit erfordert viel Zeit – ohne Rückhalt wäre das kaum möglich. Die Vereine unterstützen uns ebenfalls stark und helfen dabei, die Aktion in der Region bekannt zu machen.

Ihr wollt auf eurer Reise Fans aus möglichst vielen Ländern treffen: Habt ihr euch dafür besondere Aktionen oder Challenges überlegt?

Bechtloff/Wilhelm: Unsere Challenge ist es, Menschen aus möglichst vielen verschiedenen FIFA-Mitgliedsländern zu treffen, ein Foto mit unserer Fahne zu machen und sie in unser digitales Freundebuch aufzunehmen. Darüber hinaus gibt es keine festen Aktionen – wir gehen offen auf Menschen zu, sowohl bei Spielen als auch im Alltag, und kommen so ganz natürlich ins Gespräch.

Welche Begegnungen oder Erlebnisse erhofft ihr euch auf dieser Reise am meisten?

Bechtloff/Wilhelm: Wir hoffen auf möglichst viele einzigartige Begegnungen und unvergessliche Geschichten. Es geht darum, besondere Momente gemeinsam mit Menschen aus aller Welt zu erleben.

Wenn ihr einem internationalen Fußballfan in einem Satz erklären müsstet, warum Amateurvereine wichtig sind – was würdet ihr sagen?

Bechtloff/Wilhelm: Der Amateurfußball ist das Fundament des Fußballs in Deutschland – ohne ihn gäbe es keinen Profifußball. Werte wie Ehrenamt, Teamgeist und Zusammenhalt prägen Menschen ein Leben lang!

Ihr habt im Rahmen eines anderen Turniers bereits erste Kontakte knüpfen können. Gibt es dazu eine verrückte Anekdote, die euch besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Bechtloff/Wilhelm: Schon bei der U21-EM haben wir im vergangenen Jahr ähnliche Erfahrungen gemacht, zum Beispiel als wir spontan einen Anhalter quer durch die Slowakei mitgenommen haben. Genau diese verbindende Kraft des Fußballs macht solche Reisen besonders.

Andreas Bechtloff (l.) und Andreas Wilhelm (r.) erhoffen sich auf ihrer Reise neben einem möglichst hohen Spendenerlös vor allem besondere Begegnungen mit Fans aus den verschiedensten Ländern.
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Wie wollt ihr die Menschen auf eure Spendenaktion aufmerksam machen – eher über Social Media, vor Ort oder durch besondere Events?

Bechtloff/Wilhelm: Der Schwerpunkt liegt auf Social Media, um vor allem Menschen aus unserer Region zu erreichen, die einen direkten Bezug zu Zirndorf und dem lokalen Fußball haben. Zusätzlich gehen wir aktiv auf lokale Medien wie Zeitungen, Radiosender und Fernsehen zu. Auch vor Ort in den USA, Mexiko und Kanada wollen wir die Aktion vorstellen und so hoffentlich weitere Unterstützung gewinnen.

Welche Möglichkeiten gibt es, zu spenden, und wer kann sich daran beteiligen?

Bechtloff/Wilhelm: Es gibt zwei Wege: Firmen- und Privatspenden. Privatpersonen können über unser Crowdfunding unterstützen. Ab einer Spende von 15 € gibt es eines unserer exklusiven FrancoNJa-Fan-Shirts als Dankeschön. Für Firmen gibt es besondere Möglichkeiten, etwa die Platzierung des Logos auf unserer Supporter-Wall sowie einen Übergabe-Post auf Social Media.

Habt ihr euch ein konkretes Spendenziel gesetzt?

Bechtloff/Wilhelm: Ein konkretes Ziel gibt es bewusst nicht, da der Bedarf und der Investitionsstau in den Vereinen sehr groß sind und jede Summe hilft. Sollten am Ende mehr als 500.000 € zusammenkommen, müsste man ernsthaft über einen Kunstrasenplatz für Zirndorf nachdenken.

Was wäre für euch persönlich der größte Erfolg am Ende dieser WM-Reise?

Bechtloff/Wilhelm: Ein persönlicher Erfolg wäre es, wenn Deutschland Weltmeister wird, wir viele unvergessliche Momente mit Menschen aus aller Welt erleben, großartige Spiele in beeindruckenden Stadien sehen und gleichzeitig eine starke Spendensumme für die Zirndorfer Fußballvereine sammeln können.

Gibt es schon Rückmeldungen oder Unterstützung aus Zirndorf oder dem Landkreis Fürth?

Bechtloff/Wilhelm: Die Resonanz ist bereits sehr positiv. Wir werden im Freundes- und Bekanntenkreis sowie von Medienvertretern häufig auf die Aktion angesprochen und erhalten viel Zuspruch. Auch die bisherigen Zahlen zeigen eine gute Entwicklung – mit rund 30 privaten und 30 Firmenspenden ist die Aktion erfolgreich gestartet.

Warum sollten die Menschen eure Aktion verfolgen und unterstützen?

Bechtloff/Wilhelm: Die WM kann hautnah mitverfolgt werden – mit Eindrücken direkt aus den Stadien, Berichten, Gewinnspielen und Tippspielen. Unter anderem gibt es die Chance, ein original unterschriebenes DFB-Trikot zu gewinnen. Gleichzeitig unterstützt jede Spende den lokalen Fußball, da 100 Prozent der Einnahmen direkt an die Vereine gehen.

Zum Abschluss: Wie schneidet die DFB-Elf beim Turnier ab und wer holt sich eurer Meinung nach den Weltmeister-Pokal?

Wilhelm: Die DFB-Elf erreicht das Achtelfinale, Weltmeister wird Portugal.
Bechtloff: Deutschland wird Weltmeister.

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