Artikel vom 21.05.2026 16:00 Uhr
BFV-Präsident Christoph Kern (r.) bei der offiziellen Verabschiedung vom bayerischen Unparteiischen Deniz Aytekin und Christian Leicher (l.).
Abpfiff
für den nächsten bayerischen Schiedsrichter mit Weltformat: Deniz Aytekin hat
mit der Bundesliga-Partie des FC Bayern München gegen den 1. FC Köln (5:1)
seine Karriere beendet. Dass es seine letzte Saison als Unparteiischer werden
würde, hatte der 47-jährige ehemalige FIFA-Schiedsrichter (bis 2022) aus
Oberasbach bereits im vergangenen August angekündigt.
BFV-Präsident
Christoph Kern gratulierte dem gebürtigen Nürnberger bei seinem letzten
Auftritt in der Münchner Arena im Namen des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV)
persönlich zu seiner herausragenden Karriere.
BFV-Präsident
Kern: „Einer, der weit über den Fußballplatz hinausgewirkt hat“
„Mit
Deniz verlässt einer der ganz großen bayerischen Unparteiischen die
Fußballbühne. Er ist einer, der über viele Jahre durch absolute Top-Leistungen
überzeugt hat und von allen Verantwortlichen und nicht zuletzt auch den
Spielern absolut respektiert und anerkannt ist – national und international.
Vor allem aber ist er jemand, der weit über den Fußballplatz hinausgewirkt hat:
durch sein Auftreten, seine Empathie und sein Verständnis von Fairness und
Respekt. Deniz hat sich nie gescheut, diese Werte zu vertreten und sich immer
klar zu positionieren. Er ist ein absolutes Vorbild für alle
Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter“, sagte Kern, der Aytekin sein
Abschiedsgeschenk überreichte.
Herausragende
nationale und internationale Karriere
Der
47 Jahre alte gebürtige Nürnberger blickt auf eine herausragende
Schiedsrichterkarriere zurück. Das Spiel in München war sein 254. Einsatz im
deutschen Fußball-Oberhaus. Dazu kommen unter anderem 54 Europacup-Einsätze, 15
Länderspiele, 33 DFB-Pokal-Duelle und 114 Zweitligapartien.
Der
DFB-Schiedsrichter des Jahres 2019, 2022 und 2024, der als 17-Jähriger seine
Referee-Premiere bei der U17-Junioren-Begegnung zwischen dem TSV Altenberg und
dem TSV Cadolzburg gefeiert hatte, leitete seine erste Bundesligapartie am 27.
September 2008 beim Spiel Hertha BSC Berlin gegen Energie Cottbus. Es sollten
zahlreiche weitere Highlights folgen. Nur drei Jahre nach der Erstliga-Premiere
wurde Aytekin erstmals auf europäischer Ebene eingesetzt – beim
Europa-League-Duell zwischen RNK Split und NK Domžale.
2012
gehörte er bei der Fußball-Europameisterschaft als Torschiedsrichter zum Team
des einstigen bayerischen Rekordschiedsrichters Wolfgang Stark. Weitere
Highlights waren das Eröffnungsspiel der U17-Weltmeisterschaft in Chile
zwischen Nigeria und den USA sowie das DFB-Pokalfinale 2017 zwischen Eintracht
Frankfurt und Borussia Dortmund sowie seine Einsätze in der UEFA Champions
League.
Mit
dem Bayerischen Verdienstorden gewürdigtes Vorbild
Mit Deniz Aytekin verlieren die aktiven Schiris ein echtes Aushängeschild.
Hans Wunder
Der
leidenschaftliche DJ und Kind einer türkischen Einwandererfamilie setzte sich
allerdings auch abseits des Fußballplatzes immer für einen respektvollen Umgang
ein und scheute sich dabei nie, sich zu positionieren und klare Worte zu
finden. Für sein vorbildliches Engagement ist er nicht nur weit über den
Fußballsport hinaus anerkannt, sondern wurde 2023 auch mit dem Bayerischen
Verdienstorden gewürdigt. 2022
beendete Aytekin seine internationale Karriere, seit vergangenem Samstag ist auch auf
nationaler Ebene Schluss.