Artikel vom 20.05.2026 07:00 Uhr
Roland "Landi" Frey genießt seine Zeit inzwischen gerne abseits der Amateurfußballplätze.
Erst als Spieler bis hinauf in die Bayernliga, später dann vor allem auch als Trainer im hiesigen Amateurfußball zeigte sich Roland "Landi" Frey als echter Typ, ehrlich und meinungsstark. Die Erfolge gaben ihm recht, was auch der Aufschwung beim ASN Pfeil-Phönix und zwei Aufstiege mit dem TSV Buch zeigen. Seit 2022 ist es nun ruhiger um "Landi" geworden. Wir fragen uns: Was macht eigentlich Roland Frey?
Keine Frage, Roland "Landi" Frey darf auch in der Rückschau gerne als echter Typ sowie als Mann der alten Schule bezeichnet werden. Erst als Fußballspieler, der es bei den Amateuren des 1. FC Nürnberg bis hinauf in die Bayernliga geschafft hatte, anschließend aber vor allem auch als Trainer an der Seitenlinie, wo er seinen Mannschaften stets eine unverwechselbare Handschrift mit auf den Weg geben konnte. "Mir war ein 1:0, und wenn ich ehrlich bin, sogar ein 0:0 schon immer lieber als ein 6:4. Das liegt wohl daran, dass ich selbst Defensivspieler war und daher schon immer viel Wert auf Disziplin und Struktur gelegt habe. Deshalb war mir das 5:4 im Hinspiel zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern München auch deutlich weniger gefallen als vielen anderen Beobachtern", gesteht der heute 57-Jährige mit einem lauten Lachen.
Jener Ansatz war ihm auch bei seinen Trainerstationen wichtig: Sowohl beim ASN Pfeil-Phönix, den er als erste richtige Trainerstation 2005 in der A-Klasse übernahm, prompt den Aufstieg schaffte und auch in der Folge großen Anteil am Aufschwung am Marienberg hatte, beim damaligen Landesligisten ASV Vach (2007/08) oder auch beim TSV Buch, den er von der Bezirksliga mit zwei Aufstiegen in Folge in die Landesliga führte, war die taktische Disziplin und die Bereitschaft seiner Teams stets eine wichtige Erfolgskomponente.
Den TSV Buch führte Roland "Landi" Frey von der Bezirksliga bis in die Landesliga.
Sebastian Baumann
"Landi" blickt auf reichlich tolle Momente an der Seitenlinie zurück. Die "Assen" haben dabei einen besonderen Platz in seinem Herzen, viele Freundschaften entstanden im Laufe der Jahre. Die Aufstiege mit dem TSV Buch sieht Frey als sportlich größte Erfolge als Trainer, wobei er auch den sensationellen Klassenerhalt mit seinem ASN im Jahr 2009 hoch einstuft: "Noch im Winter hat uns jeder für abgestiegen erklärt. Wir haben aber nach der Winterpause eine unfassbare Runde gespielt, waren Rückrunden-Dritter und haben mit zwei sensationellen Spielen gegen Bayern Kickers und Cagrispor am Ende wirklich noch den Klassenerhalt feiern können. Das war eine wahnsinnige Energieleistung!"
Aus der Zeit gefallen
Trotz der vielen tollen menschlichen und sportlichen Erfahrungen, die beste Kameradschaft innerhalb eines Teams sollte der engagierte Trainer schließlich auf seiner letzten Trainerstation beim ASC Boxdorf erleben. "Eigentlich waren alle meine Mannschaften eingeschworene Haufen. In Boxdorf aber war es innerhalb der Truppe noch einmal besonders speziell. Wenn da jemand umziehen musste, waren gefühlt am nächsten Tag zehn Mann als Helfer da! Das war schon wirklich klasse", blickt der Erfolgscoach zurück. Nach holprigem Start und sechs Niederlagen in Folge ("Ich hätte verstanden, wenn die ASC-Verantwortlichen sich zu diesem Zeitpunkt schon wieder getrennt hätten!") gelang auch in Boxdorf die Trendwende und der ASC startete eine furiose Aufholjagd, die durch die Corona-Pause jäh gestoppt wurde. Ein Umstand, der "Landi" auch heute noch ärgert: "Ich bin mir wirklich sicher, dass wir in dieser Saison den Aufstieg gepackt hätten! Aber es sollte einfach nicht sein."
Der ASC Boxdorf war die letzte Trainerstation von Roland Frey. Seit 2022 ist es um "Landi" deutlich ruhiger geworden.
fussballn.de / Schlirf
2022 endete dann das Engagement in Boxdorf. Es sollte die letzte Trainerstation für Frey bleiben. Die Gründe liegen für den Typen Roland Frey auf der Hand: "Ich habe gemerkt, dass ich mit der jetzigen Spieler-Generation einfach nicht mehr so zurechtkomme. Viele wollen auf Champions-League-Niveau trainiert werden, aber das Engagement beziehungsweise die Verantwortlichkeit den Mitspielern und dem Team gegenüber hält mit diesem Anspruch nicht mit. Ich erinnere mich an eine Derby-Niederlage mit Boxdorf gegen Johannis 88. Beim nächsten Training waren dann am Dienstag eine Handvoll Spieler da. Ich bin da von der alten Schule, habe zum Beispiel immer alle Urlaube und Termine nach dem Spielplan ausgerichtet. Das Team stand immer an erster Stelle. Das ist heute bei ganz vielen Spielern einfach ganz anders. Mir hat die Arbeit an sich Spaß gemacht, aber bei solchen Dingen habe ich dann gemerkt, dass meine Zeit gekommen ist. Ich bin mir sicher, dass ich mit dieser Sichtweise nicht alleine bin. Man soll ja bekanntlich niemals nie sagen, aber einen Trainerjob könnte ich mir deshalb aktuell eigentlich auch nur als Feuerwehrmann vorstellen und nicht mehr als langfristig gedachtes Engagement."
Früher war "Landi" Frey auf vielen Fußballplätzen der Region anzutreffen. Inzwischen stehen eher schon Auswärtsfahrten mit der Familie zu den Club-Spielen auf dem Programm.
privat
Der sonntägliche Liveticker und die Liebe zum 1. FC Nürnberg
Die Liebe zum Fußball selbst ist aber freilich längst nicht erloschen. Seit nunmehr 52 Jahren ist Frey inzwischen stolzes Mitglied beim 1. FC Nürnberg, hat gemeinsam mit Tochter Isabel seit über 20 Jahren eine Dauerkarte beim Club. Mittlerweile unternimmt er darüber hinaus auch regelmäßig Auswärtsfahrten und verbindet diese gerne mit gemeinsamen Städtetrips mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Babsi. "Sie ist auch großer Fußballfan und wir haben inzwischen viele Bekannte in ganz Deutschland – da kann man das super kombinieren und auch die Wochenenden vor Ort voll auskosten", freut sich "Landi". Darüber hinaus genießt der Charaktermensch Frey inzwischen auch die Natur. "Ich habe einen Garten im Knoblauchsland, kümmere mich um das Grobe und Babsi um die Feinheiten. Außerdem habe ich die Berge für mich entdeckt. Und wir fahren drei-, viermal im Jahr in den Urlaub. Es gibt also auch schöne Dinge außerhalb des Fußball-Universums", lacht er.
Roland Frey (l.) mit ASN-Legende Alexander Lowig (r.) beim gemeinsamen Stadionbesuch.
privat
Vom Fußball weggekommen ist Frey natürlich nicht, auch wenn Sportplatzbesuche inzwischen eher selten sind. Der typische Sonntag sieht deshalb inzwischen so aus: "Ich mache mir im heimischen Wohnzimmer die 2. Bundesliga an und schaue parallel auf dem Handy nach, wie es bei meinen ehemaligen Vereinen steht. Da aktualisiere ich in kurzen Abständen, damit ich auf dem Laufenden bin. Anschließend wechsle ich am TV-Gerät den Sender und schaue noch die 1. Bundesliga an. Der Sonntag ist also nach wie vor ein Fußball-Sonntag, nur eben anders", lacht der Mann, der früher bei jedem interessanten Spiel als Zuschauer anzutreffen war.
Selbst wenn man Frey inzwischen selten auf den Sportplätzen vor Ort antrifft, der Kontakt, besonders zu seinen Assen, ist nie abgerissen. Im Gegenteil: "Da sind einfach Freundschaften fürs Leben entstanden. Nicht umsonst fahren wir eigentlich jedes Jahr mit zehn bis zwölf Mann im Sommer gemeinsam nach Mallorca!"
Ein Miteinander und Gemeinschaftsgefühl nach alter Schule – und ganz nach dem Geschmack von Roland "Landi" Frey.