Was macht eigentlich: Turgay Karali? - fussballn.de
Artikel vom 15.04.2026 07:00 Uhr
Was macht eigentlich: Turgay Karali?
Turgay Karali stand Mai 2021 letztmals an der Seitenlinie. Die freie Zeit weiß der heute 52-Jährige durchaus zu nutzen.
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Als Torhüter war Turgay Karali ebenso ein Erfolgsgarant wie später als Trainer, wo er zunächst maßgeblich am imposanten Aufstieg von Dergahspor beteiligt war und später auch bei Cagrispor und der Turnerschaft Fürth seine Expertise einbrachte. Seit seinem Abschied 2021 vom Lohnertsportplatz ist es um den heute 52-Jährigen sportlich allerdings ruhig geworden. Wir fragen uns deshalb: Was macht eigentlich Turgay Karali?
Von Michael Watzinger
Turgay Karali ist vielen Beobachtern des hiesigen Amateurfußballs freilich ein echter Begriff: Erst machte er als Erfolgsgarant zwischen den Pfosten eine herausragende Figur, glänzte als Torhüter unter anderem beim SC Eltersdorf, der SG Quelle Fürth und Dergahspor bis hinauf in die Landesliga. Anschließend war der heute 52-Jährige als (Spieler-)Trainer einer der zentralen Bausteine des imposanten Dergahspor-Aufstiegs von der Bezirksliga bis hinauf an das Tor zur Bayernliga, als man vor einer absoluten Rekordkulisse im hiesigen Amateurfußball denkbar knapp in der Relegation am 1. FC Amberg scheiterte.

Es war eine Zeit, auf die Karali auch heute noch gerne und dankbar zurückblickt: "Man kann schon sagen, dass die Zeit als Trainer bei Dergahspor meine erfolgreichste und schönste war. Ich hatte dort in der Bezirksliga übernommen und gleich im ersten Jahr gelang uns der Aufstieg in die damalige Bezirksoberliga. Zudem waren wir dabei Erster in der Fairplay-Tabelle. Auch im Anschluss hat sich die Mannschaft super entwickelt und die Arbeit mit vielen talentierten, aber auch wirklich lernwilligen und disziplinierten Spielern hat mir riesige Freude gemacht. Nicht umsonst wären wir 2012 beinahe in die Bayernliga aufgestiegen. In zwei Relegationsspielen haben wir dann aber gegen Amberg den Kürzeren gezogen. Auch wenn es rückblickend schade ist, dass wir den Aufstieg knapp verpasst haben, vor 5000 Zuschauern zu spielen, war schon etwas ganz Besonderes. So etwas vergisst man nicht!"

Als Spielertrainer klopfte Turgay Karali (l.) mit Dergahspor an das Tor zur Bayernliga, unterlag in zwei Relegationsspielen aber dem 1. FC Amberg (in gelb). Trotz des ausbleibenden Triumphes zählten jene Partien für den heute 52-Jährigen zu den Highlights einer erfolgreichen und tollen Zeit.
Sebastian Baumann

Auf Dergahspor folgten Cagrispor und die Turnerschaft Fürth

2016 endete Karalis erfolgreiche Dergahspor-Ära dann endgültig (zuvor hatte es bereits eine kurze Unterbrechung gegeben). Anschließend wies der ehrgeizige Coach zunächst bei Cagrispor, später dann bei der Turnerschaft Fürth seine Expertise nach. Zwei Stationen, denen Karali auch heute noch sehr viel Positives abgewinnen kann. "Ich habe erst bei Cagrispor, danach auch bei der Turnerschaft Fürth neue und engagierte sowie tolle Menschen kennenlernen dürfen. Beide Vereine hatten klare Ziele und waren sehr ambitioniert, was mir sehr gut gefallen hat. Auch die Spieler der beiden Teams waren charakterlich top und haben super mitgezogen. Als Trainer war es mir immer wichtig, in einem Umfeld zu sein, das sich weiterentwickeln möchte. Ich selbst bin unheimlich ehrgeizig und möchte Dinge voranbringen. Die größte Freude verspüre ich, wenn Spieler oder Verein mit mir vorangekommen sind. Das war auf beiden Stationen der Fall und ich blicke gerne auf diese Zeiten zurück." Im Mai 2021 endete dann Karalis Engagement bei der Turnerschaft: "Wir hatten in der Kreisliga eine wirklich starke Truppe beisammen und hatten uns zum Ziel gesetzt, erstmals in der 100-jährigen Vereinsgeschichte in die Bezirksliga aufzusteigen. Dann aber kam die Corona-Pandemie und bremste uns aus."

Turgay Karali hatte auch mit der Turnerschaft Fürth ehrgeizige Ziele. Im Mai 2021 endete dann sein Engagement am Lohnertsportplatz.
fussballn.de / Schlirf

Auch ohne Traineramt kommt keine Langeweile auf

Der Trainerjob bei der Turnerschaft, der als Freundschaftsdienst begonnen hatte, sollte schließlich der bisher letzte für Karali bleiben. Danach ist es um ihn deutlich ruhiger geworden. Eine Rückkehr an die Seitenlinie will er dabei allerdings ausdrücklich nicht ausschließen: "Es war seitdem einfach nicht so richtig das Passende dabei. Ich möchte für meine Aufgaben brennen. Durch meinen Ehrgeiz ist es mir schon wichtig, dass die Vereine klare und gerne auch ambitionierte Ziele haben. Wenn ich zurückblicke, finde ich es am schönsten, wenn eine Entwicklung erkennbar ist und ich einen gewissen Anteil hatte. Sollte also eine interessante Anfrage kommen, kann ich mir absolut vorstellen, wieder an die Seitenlinie zurückzukehren. Ich liebe schließlich den Fußball und dieses Gefühl verlässt einen nicht einfach so!"

Die Tatsache, dass Karali sich nach wie vor noch einige Partien als Zuschauer ansieht und bei den Alten Herren gar noch selbst am Ball ist, unterstreicht seine Aussage. Bis vor kurzem beim TSV Feucht im Tor, zog es ihn zu Saisonbeginn übrigens nach Schniegling zu den Senioren beim SC Germania. "Dort spielen inzwischen viele meiner alten Weggefährten und ich wollte ein Teil davon sein. Es ist eine super Truppe mit vielen Freunden im Team – was will man mehr", erklärt Karali seinen jüngsten und wahrscheinlich auch letzten Wechsel als Spieler.

Den Fußball trägt Turgay Karali nach wie vor im Herzen. Ob er noch einmal an die Seitenlinie zurückkehrt, ließ der einstige Erfolgscoach derweil offen.
fussballn.de / Strauch

Veränderung hat der 52-jährige Familienvater derweil auch an anderer Stelle wahrgenommen: "Seitdem ich kein Trainer mehr bin, habe ich natürlich deutlich mehr Zeit. Ich habe einen Sohn, der in die siebte Klasse geht, und eine Tochter, die derzeit in der vierten Klasse ist. Die freuen sich natürlich, dass der Papa jetzt mehr Zeit für sie hat. Wir fahren als Familie öfter mal in den Urlaub – auch zu Terminen, die früher wegen des Spielplans nicht möglich waren. Wir unternehmen Städtereisen und nutzen die Zeit als Familie so gut es geht. Langweilig wird mir also ganz sicher nicht", erzählt Karali mit einem zufriedenen Lächeln. Man darf gespannt sein, ob der einstige Erfolgscoach diese Freiheit noch einmal gegen den Trainingsanzug an der Seitenlinie eintauschen wird...

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Steckbrief T. Karali

Alter
52
Familie
verheiratet, 2 Kinder
Nation
Türkei
Hobbies
Fußball, Reisen, Familie

Trainerstationen T. Karali


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