Artikel vom 27.03.2026 12:00 Uhr
Am Donnerstagabend fand die turnusmäßige Versammlung der Fußball-Abteilung samt Neuwahlen beim ASV Zirndorf an. Dabei gab es nicht nur den bereits angekündigten Abschied von Abteilungsleiter Christian Schlicker, sondern auch einen Nachfolger, der aus dem Verein kommt. Zudem konnten die Bibertstädter die Trainerlösung für die kommende Saison mit einem gleichberechtigten Duo fixieren.
Abschied von verdienten Funktionären
Nach zehn Jahren hat Christian Schlicker sein Amt als Abteilungsleiter der Fußballer beim ASV Zirndorf planmäßig abgegeben und wird dem Verein fortan als Mitglied, aber nicht mehr in einer Funktion erhalten bleiben. Noch viel länger war freilich die Amtszeit von Kassier Ewald Ströbel, der sich den Kultstatus verdient hat, aber ebenfalls seinen Posten in jüngere Hände übergeben wollte.
Der bisherige Abteilungsleiter Christian Schlicker (r.) überreichte seinem langjährigen Kassier Ewald Ströbel symbolisch zum Abschied eine lebenslange "Ehrendauerkarte“.
ASV Zirndorf
Die Nachfolge konnte beim ASV intern wie folgt geregelt werden: Oumar Dieng, der nicht nur Spieler der 1. Mannschaft ist, sondern auch schon Jugendleiter im Verein war, ist ab sofort neuer Abteilungsleiter. André Robl wird sein Stellvertrer. Nina Dreßel hat sich bereit erklärt, als Kassiererin zu übernehmen.
ASV-Vorstand Stephan Engel (l.) mit der neuen Fußball-Abteilungsleitung: André Robl (stv. Abteilungsleiter), Nina Dreßel (Kassier) und Oumar Dieng (Abteilungsleiter).
ASV Zirndorf
Quasi als eine letzte Amtshandlung informierte Schlicker noch über die Trainerpersonalien beim Bezirksligisten in Hinblick auf das kommende Spieljahr. Nachdem erst kürzlich die Verlängerung mit Andreas Speer gekippt wurde und aktuell dessen ehemaliger Co-Trainer Alexander Gebelein übernommen hat – der jedoch planmäßig zur kommenden Saison den Cheftrainerposten beim SV Raitersaich übernehmen wird – galt es, den Trainerstuhl zum 1. Juni neu zu besetzen.
Francesco Russo (l.) und Jonas Zehmeister (r.) kommen als gleichberechtigtes Trainergespann nach Zirndorf.
Jasmin Stark
Dabei setzen die Zirndorfer auf ein gleichberechtigtes Trainergespann, das aktuell noch beim SV Poppenreuth um den Aufstieg in die Kreisliga kämpft. Offiziell ist dort Francesco Russo der Chefanweiser, die Zusammenarbeit mit Co-Trainer Jonas Zehmeister aber auf Augenhöhe, so wie es in Zirndorf nun von Anfang an auch nominell gelten soll. Während Russo den ASV bisher nur als Gegner aus der eigenen Karriere kannte, ist es für Zehmeister freilich eine Rückkehr an den Ort, wo er gut ein Jahrzehnt seine Fußballschuhe geschnürt hatte.
Gleichberechtigtes Trainer-Tandem
Jonas Zehmeister war selbst über Jahre für den ASV Zirndorf am Ball und wird nun als Trainer in die Bibertstadt zurückkehren.
fussballn.de / Schlirf
Der Kontakt kam schließlich über die alte Verbindung von Jonas Zehmeister nach Zirndorf zustande. Als publik wurde, dass beide beim SVP aufhören würden, klopften mit Oumar Dieng und Kapitän André Robl die ehemaligen Mitspieler (und neuen Abteilungsleiter) an. Aus der Anfrage entwickelte sich eine konkrete Vorstellung und letztlich die Zusage und Fixierung der Zusammenarbeit. "Für mich fühlt es sich nach einem Heimkommen an. Ich habe mit dem TSV Ammerndorf ja in der Vergangenheit schon meinen Heimatverein trainiert und kehre jetzt nach Zirndorf zurück, wo ich lange Zeit als Spieler aktiv war", sagt Zehmeister, der aktuell in Poppenreuth noch als Co-Trainer fungiert.
"Dass es nach der Ankündigung unseres Abschieds in Poppenreuth so schnell gehen würde, hat uns auch überrascht. Uns war dabei wichtig, dass wir nicht als Chef- und Co-Trainer kommen, sondern tatsächlich zu gleichen Teilen den Trainerjob ausüben", betont Russo und freut sich auf die Aufgabe: "Bisher kannte ich Zirndorf nur als Gegenspieler, fand den Verein aber schon immer irgendwie sexy." Bevor die Aufgabe in der Bezirksliga wartet, wollen die Trainer ihren aktuellen Verein noch in die Kreisliga führen: "Natürlich würden wir uns in Poppenreuth gerne mit dem Aufstieg verabschieden. Das wäre unser Wunsch – und es ist ja auch mein Jugendverein", sagt Russo.
Lang ist's her: Franco Russo (r.) zu Gast mit dem TSV Burgfarrnbach beim Kärwaspiel in Zirndorf.
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Ein Quartett muss ersetzt werden
Freilich gilt es aber auch, schon für die kommende Saison zu planen. Denn klar ist, dass es das Trio Steven Lange, Nic Ossenbach und Maurice Zippenfenig zu ersetzen gilt, das sich für einen Wechsel zum FSV Erlangen-Bruck entschieden hat. Außerdem wird auch Oumar Dieng seine Fußballschuhe an den Nagel hängen und sich in erster Linie um seine Aufgaben im Verein kümmern. "Wir schauen uns einerseits auf dem Spielermarkt um, wollen andererseits mit der aktuellen Mannschaft zusammenarbeiten. Bis jetzt haben zwei Drittel zugesagt, ein paar Fragezeichen gibt es noch", verrät Russo, der aber wie auch Zehmeister zuversichtlich ist, dass umgekehrt auch noch der ein oder andere Neue im ASV-Dress ab dem Sommer zu sehen sein wird.