Artikel vom 26.03.2026 12:00 Uhr
Spielertrainer Ismail Yüce (in Weiß) ist mit der jüngsten Entwicklung bei Vatanspor trotz der Niederlage im Topspiel gegen Johannis 83 zufrieden.
Keine Frage, der Jahresauftakt von Vatanspor hatte es in der Kreisliga Nürnberg in sich: Erst siegten die Mannen von Ismail Yüce und Gökhan Hayri Özdemir im türkischen Prestigeduell gegen den SV Türkspor Reichelsdorf mit 4:0, ehe am vergangenen Wochenende eine bittere 1:3-Pleite im Spitzenspiel gegen Johannis 83 folgen sollte. Trotz des Rückschlags stecken Yüce und Co. deshalb den Kopf längst noch nicht in den Sand.
Vatanspor vom Start weg gefordert
Es waren direkt fordernde Wochen, die man bei Vatanspor zum Jahresauftakt in der Kreisliga Nürnberg zu bewältigen hatte: Nachdem die Vorbereitung – wie bei so vielen anderen Teams auch – die Verantwortlichen vor organisatorische Herausforderungen gestellt hatte, standen zum Ligastart mit den Duellen gegen den SV Türkspor Reichelsdorf und Spitzenreiter TSV Johannis 1883 gleich zwei absolute Kracher an. Im türkischen Derby konnten die Mannen um das Spielertrainer-Duo Yüce/Özdemir nach torloser erster Hälfte mit 4:0 triumphieren. Eine Woche später erfolgte dann am Zeisigweg gegen die 83er der Dämpfer, als man in einem rassigen Spitzenspiel, welches den Namen auch verdient hatte, mit 1:3 den Kürzeren zog.
"Das Programm zum Start hatte es schon in sich, das ist klar. Gegen Türkspor haben wir nach einer recht ausgeglichenen und verhaltenen ersten Hälfte einen Gang höher geschaltet und aus meiner Sicht auch in der Höhe verdient gewonnen. Die Woche drauf hatten wir uns vor dem Spitzenspiel sehr viel vorgenommen und uns riesig auf das Spiel gefreut … Und dann liegst du nach zehn Minuten mit zwei Toren zurück und dein ganzer Matchplan ist über den Haufen geworfen", richtet Torjäger und Spielertrainer Yüce den etwas ungläubigen Blick auf die jüngsten Partien zurück. Seinem Team macht der 32-Jährige dabei dennoch keinerlei Vorwürfe: "Wir haben dann tolle Moral bewiesen, uns in das Spiel zurückgearbeitet und haben vor der Pause den Anschluss erzielt. Auch in der zweiten Hälfte hat die Mannschaft alles gegeben. Letztlich hat die Kaltschnäuzigkeit der 83er den Unterschied an diesem Tag gemacht, denn Gelegenheiten hatten wir auch. Am Ende war der Sieg deshalb für mich auch verdient."
Chancenlos war Vatanspor (in Rot) im Spitzenspiel beim TSV Johannis 1883 nicht, doch erwies sich 83-Keeper Thomas Nadolski als starker Rückhalt des Tabellenführers. Am Ende machte aus Sicht von Spielertrainer Yüce vor allem die unterschiedliche Kaltschnäuzigkeit den Unterschied.
Dominik Geiswinkler
Dämpfer ändert nichts an positiver Entwicklung
Trotz dieser jüngsten Niederlage zeigt sich Edeltechniker und Torgarant Yüce mit dem bisherigen Saisonverlauf alles andere als unzufrieden – vor allem, wenn er die bisherige Spielzeit in einem größeren Kontext sieht: "Man darf nicht vergessen, wo wir herkommen. Wir haben einen unheimlich bitteren Abstieg hinter uns, als wir in der Relegation im Elfmeterschießen verloren hatten. Es erfolgte der nächste große Umbruch. Schließlich stehen nur noch acht Spieler aus der Vorsaison im aktuellen Kader. Es stand also eine Menge Arbeit an und die Mannschaft musste sich nach all den Veränderungen erst einmal finden. Blicke ich jetzt auf unsere Entwicklung im Laufe der Saison, so hat sich vieles zum Guten verändert. Unseren Slogan „Vatan-Family“ wird von den Jungs total gut angenommen und gelebt und das ist ein ganz wichtiger Faktor für eine erfolgreiche und nachhaltige Zukunft!" Verwunderlich ist diese Veränderung aus Yüce-Sicht keineswegs: "Die Verantwortlichen in der Vorstandschaft und Abteilungsleiter Fatih Köseoglu haben wahnsinnig gute Arbeit geleistet, da kann ich mich nur bedanken. Wir haben bereits im Vorfeld großen Wert auf charakterstarke Spieler gelegt und das spiegelt sich im Gesamtbild wider: Jeder zieht an einem Strang, das Team ist diszipliniert und führt nicht umsonst die Fairplay-Tabelle an. Ich denke, Vatanspor hat sich strukturell auf vielen Ebenen in die richtige Richtung entwickelt. Das ist neben dem sportlichen Erfolg ein ganz wichtiger Punkt!"
Den Vereinsslogan der "Vatan-Family" hat die Mannschaft aus Yüce-Sicht hervorragend verinnerlicht. Mit der bisherigen Entwicklung zeigt sich der Spielertrainer absolut zufrieden.
fussballn.de / Strauch
Meisterrennen noch nicht entschieden
Sportlich mussten die Mannen vom Stadionnebenplatz durch die schmerzhafte Topspiel-Niederlage etwas zu Tabellenführer Johannis 83 abreißen lassen. Der Rückstand beträgt aktuell sieben Zähler, wobei man den Abstand durch ein Nachholspiel noch reduzieren kann. Auch deshalb sieht Yüce den Meisterzug noch nicht abgefahren: "Im Moment hat Johannis natürlich die besten Karten, da muss man nicht lange drumherumreden. Trotzdem beweist die Kreisliga Nürnberg ja auch in dieser Saison immer wieder, dass man die Punkte nicht im Vorbeigehen holt. Aus meiner Sicht bringt es aber nichts, die ganze Zeit auf die Konkurrenz zu schauen. Wir müssen erstmal unsere Hausaufgabe erledigen. Das ist die Grundvoraussetzung. Entschieden ist die Meisterschaft für mich noch nicht, dafür sind noch zu viele Spiele zu bestreiten."
Jene Hausaufgaben dürften Ismail Yüce und Co. derweil auch in nächster Zeit fordern. Mit dem Post SV, dem ASV Fürth und dem ASV Veitsbronn-Siegelsdorf stehen durchaus unangenehme Aufgaben in den nächsten Wochen bevor: "Unterschätzen werden wir mit Sicherheit niemanden, denn dafür gibt es auch keinen Grund. Post hat ein junges Team, das sich trotz der jüngsten Niederlage in guter Form befindet und sich immer besser in der Liga zurechtfindet – und uns schon im Hinspiel bei der 1:2-Niederlage wehgetan hat! Der ASV Fürth hat mit Alexander Pfarherr einen Trainer, der genau weiß, was er macht, und seinem Team eine klare Handschrift verpasst hat. Veitsbronn hat ebenfalls eine Truppe, die an einem guten Tag jeden schlagen kann. Außerdem brauchen sie dringend Punkte für den Klassenerhalt und werden alles geben. Wir sind definitiv gewarnt, wollen aber eh nach der Niederlage am Sonntag so schnell wie möglich wieder in die Erfolgsspur zurück."