Artikel vom 19.03.2026 12:00 Uhr
Michael Tittmann wurde erst kürzlich als Kreis-Vorsitzender des Fußball-Kreises Neumarkt/Jura wiedergewählt, kandidiert nun aber als Bezirksspielleiter.
Zum Abschluss der insgesamt sieben Bezirkstage des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) stellen die Delegierten an diesem Samstag (21. März) ab 10 Uhr im Markgrafensaal Schwabach (Ludwigstraße 16, 91126 Schwabach) die Weichen für die kommenden vier Jahre im Fußball-Bezirk Mittelfranken.
Wie schon bei den sechs vorangegangenen
Bezirkstagen im Wahljahr des BFV kandidiert auch in Schwabach der
aktuelle Bezirks-Vorsitzende – in Mittelfranken Uwe Mauckner – für eine
weitere Amtsperiode. Zum Abschluss des BFV-Wahljahres findet am 8./9. Mai der
27. Ordentliche Verbandstag im niederbayerischen Bad Gögging statt.
Wahl des Führungsteams im Fokus
Im Fokus des
Bezirkstags im Markgrafensaal steht vor allem die Wahl des mittelfränkischen
Führungsteams. Und die steht im Zeichen von Kontinuität, denn mit Ausnahme der
Position des Bezirks-Spielleiters stellen sich alle aktuellen Amtsinhaberinnen
und -inhaber zur Wiederwahl. Zudem sind die Delegierten nach ihrer Meinung zu
möglichen Reformen im Spielbetrieb und mehreren bei den mittelfränkischen
Kreistagen angenommenen Anträgen gefragt. Wie schon bei den 22 bisherigen
Kreis- und sechs Bezirkstagen wird zudem BFV-Präsident Christoph Kern vor Ort
sein. Als weiteres Highlight wird es eine Scheckübergabe der BFV-Sozialstiftung
geben.
Der amtierende Bezirksvorsitzende Uwe Mauckner stellt sich erstmals bei einem Bezirkstag zur Wahl für den obersten Posten im BFV-Bezirk Mittelfranken.
fussballn.de / Oßwald
Beim
mittelfränkischen Bezirkstag stellt sich Uwe Mauckner (61) aus Rednitzhembach,
der den Bezirk seit März 2023 leitet, erstmals an einem Bezirkstag zur Wahl als Vorsitzender.
Ebenso wollen auch Ellen Bauerschmitt (44, Pegnitz) als Vorsitzende des
Bezirks-Frauen- und Mädchenausschusses, Thomas Zankl (55, Altdorf bei Nürnberg)
als Bezirks-Jugendleiter und Nina Kühnl (24, Erlangen) als
U30-Bezirks-Vertreterin in eine weitere Amtsperiode gehen. Die Nachfolge von
Felix Böck als Bezirks-Spielleiter möchte Michael Tittmann, aktueller
Kreis-Vorsitzender des Kreises Neumarkt/Jura (54, Altdorf bei Nürnberg),
antreten.
Als alter und
neuer Bezirks-Schiedsrichterobmann soll Siegmar Seiferlein (69, Nürnberg)
bestätigt werden. Thorsten Vasel (45, Fürth) soll dem BFV-Präsidium erneut als
Vorsitzender des Bezirks-Sportgerichts vorgeschlagen werden. Die Position des
Bezirks-Ehrenamtskoordinators oder der Bezirks-Ehrenamtskoordinatorin bleibt
zunächst unbesetzt.
Mehrheit erforderlich - kommt der Gegenkandidat?
Bis zuletzt bleibt spannend, ob es in der Führungsriege des Bezirks zu einer Kampfkandidatur kommt. Bisher hat sich noch kein Freiwilliger aus der Deckung getraut, der beispielsweise gegen den bisherigen Bezirksvorsitzenden Uwe Mauckner antritt. Dies ist sogar noch am Bezirkstag selbst möglich.
Und selbst wenn der Amtsinhaber als alleiniger Kandidat zur Wahl steht, sieht die Geschäftsordnung vor, dass er die Mehrheit der Stimmen der wahlberechtigten Delegierten benötigt. Stimmengleichheit gilt als Ablehnung. Ein alleiniger Kandidat ist somit keine Garantie, dass dieser auch in diesen Posten gewählt wird.
Zudem, wenn mindestens 50 Prozent der stimmberechtigten Anwesenden eine geheime Wahl verlangen, wird auch bei einem einzigen Kandidaten nicht per Handzeichen gewählt. Sollten zwei Kandidaten um einen Posten werben, ist die Wahl automatisch geheim.
Meinungsbilder
zu möglichen Reformen im Spielbetrieb
Wie schon bei
den Kreistagen holt der BFV auch jetzt bei den Bezirkstagen ein Stimmungsbild
zu möglichen Änderungen im Spielbetrieb von den Delegierten ein. In diesem
Wahljahr geht es um zwei Themen:
Ein
Spiel Sperre nach Gelb-Roter Karte in der Herren-Bezirksliga und
Frauen-Bezirksoberliga: Aktuell zieht eine Gelb-Rote Karte unterhalb der
Regionalliga Bayern keine automatische Sperre nach sich. Soll der BFV in
den Herren-Bezirksligen und Frauen-Bezirksoberligen ein Spiel Sperre nach
einer Gelb-Roten Karte einführen?
Ein
Spiel Sperre nach jeder 5. Gelben Karte in den Herren-Bezirksligen und
Frauen-Bezirksoberligen: Aktuell gibt es nach der 5. Gelben Karte
unterhalb der Regionalliga Bayern keine automatische Sperre. Soll der BFV
in den Herren-Bezirksligen und Frauen-Bezirksoberligen ein Spiel Sperre
nach jeder 5. Gelben Karte einführen?
Die
Meinungsbilder haben ausdrücklich keine bindende Wirkung, können aber zum
Verbandstag eingebracht und dort entschieden werden.
Vereinsanträge: Zulassung von SGs in höheren Ligen, Anpassung des § 55
Darüber
hinaus werden sich die Delegierten beim Bezirkstag mit mehreren Vereinsanträgen
auseinandersetzen, die zuvor bei den Kreistagen Nürnberg/Frankenhöhe und
Erlangen/Pegnitzgrund von den Delegierten angenommen und somit an den
Bezirkstag weiterverwiesen wurden.
Der SV
Segringen hatte beim Kreistag Nürnberg/Frankenhöhe einen Antrag auf eine
Erweiterung des Aufstiegsrechts für Spielgemeinschaften in die Bezirksliga
gestellt.
Beim Kreistag
Erlangen/Pegnitzgrund sind gleich zwei Vereinsanträge angenommen worden. Der
nun zu behandelnde Antrag des SC Eckenhaid sieht eine Anpassung des § 55 der
Spielordnung vor und zielt darauf ab, die Zahl der Absteiger einer Liga auf
Kreisebene auf maximal vier Vereine zu begrenzen.
Darüber
hinaus nahmen die Delegierten des Kreistags einen Dringlichkeitsantrag der (SG)
TSV 1891 Frauenaurach/ASV Möhrendorf an. Darin fordert die Spielgemeinschaft
eine Änderung der Spielordnung des Bayerischen Fußball-Verbandes zur Zulassung
von Spielgemeinschaften im Frauen- und Mädchenfußball bis einschließlich der
Bezirksoberliga.
Alle drei
Anträge werden nun beim Bezirkstag erneut besprochen und zur Abstimmung
gebracht, um im Falle einer erneuten Zustimmung beim anstehenden
BFV-Verbandstag behandelt zu werden.
Scheckübergabe via BFV-Sozialstiftung
Ein
emotionaler Höhepunkt des Bezirkstags wird mit Sicherheit die Scheckübergabe
der BFV-Sozialstiftung an die Familie Tabak in Höhe von 4.200 Euro. Der
sechsjährige Sohn Yekta von Irfan Tabak, Schiedsrichter der
Schiedsrichtergruppe Erlangen, leidet an frühkindlichem Autismus und ist aufgrund
seiner Erkrankung dauerhaft auf intensive Betreuung angewiesen. Eine der
wenigen Freizeitaktivitäten, die Yekta große Freude bereiten und ihm
Entspannung sowie Bewegung ermöglichen, ist das Fahrradfahren. Um ihm weiterhin
diese wichtige Form der Teilhabe und gemeinsame Familienaktivitäten zu
ermöglichen, ist die Anschaffung eines speziellen Tandemfahrrads vorgesehen.
Die Kosten hierfür belaufen sich auf rund 7.600 Euro und stellen für die
Familie eine erhebliche finanzielle Belastung dar, da eine Kostenübernahme
durch andere Stellen bislang nicht erfolgt ist. Mit Unterstützung der
BFV-Sozialstiftung wird es nun möglich sein, Yektas großen Wunsch zu erfüllen.