Ansbachs "sehr dreckiger Sieg": Weeger bleibt auch in der 95. Minute am Punkt cool - fussballn.de
Artikel vom 14.03.2026 17:00 Uhr
Ansbachs "sehr dreckiger Sieg": Weeger bleibt auch in der 95. Minute am Punkt cool
Eric Weeger behielt auch in der 95. Minute vom Elfmeterpunkt die Nerven und verwandelte sicher zum Ansbacher Sieg in Aschaffenburg.
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SPIELTAG AKTUELL Nach dem Ausrufezeichen mit dem Sieg gegen den Spitzenreiter konnte die SpVgg Ansbach in der Regionalliga Bayern in Aschaffenburg am Samstag zwar fußballerisch nicht an die Leistung anknüpfen. Unterm Strich stand aber dennoch ein 1:0-Sieg bei der abstiegsbedrohten Viktoria. Eric Weeger verwandelte tief in der Nachspielzeit einen Foulelfmeter zum schmeichelhaften Dreier für die Nullneuner.
Von Marco Galuska
Dass die verdienten Lorbeeren für sein Team nach dem 2:0-Sieg gegen den Tabellenführer 1. FC Nürnberg II aus der Vorwoche der Vergangenheit angehören würden, hatte Ansbachs Coach Niklas Reutelhuber im Vorfeld gesagt und doch darauf gehofft, dass man den Schwung mit nach Aschaffenburg nehmen würde, auch wenn die Konstellation bei der abstiegsbedrohten Viktoria eine ganz andere war: "Am wichtigsten ist, dass wir wieder diese Energie auf den Platz bringen und unseren Fußball spielen. Natürlich ist es eine andere Rollenverteilung als zuletzt und wir müssen wieder mehr Wert auf unseren eigenen Ballbesitz legen."

So ganz klar war man sich im Ansbacher Lager nicht, wie die Hausherren am Main das für sie so wichtige Heimspiel angehen würden. Klar war indes aus Sicht der Nullneuner, dass man, egal ob gegen einen pressenden oder defensiv ausgerichteten Gegner, "weiter auf dem Gaspedal bleiben" wollte: "Unser Anspruch ist es, die drei Punkte mitzunehmen, auch wenn wir wissen, dass die Aufgabe nicht einfach ist. Denn der Gegner weiß auch, was er in die Waagschale werfen muss."

Schwache erste Hälfte mit bemühter Viktoria

Die Offensivszenen der Ansbacher blieben überschaubar und verpufften zumeist, ehe es gefährlich werden konnte.
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In beiden Partien nach der Winterpause sind die Ansbacher ohne Gegentor geblieben, das gelang vorher überhaupt nur einmal in dieser Saison – beim 3:0-Sieg im Hinspiel gegen den heutigen Gegner. Die Hausherren waren von Beginn an bemüht, den Vorwärtsgang zu finden, was Feldvorteile brachte, aber kaum echte Torchancen. Obolkin köpfte drüber (5.). Am gefährlichsten wurde es dann doch einmal, als Routinier Baier einen der vielen Viktoria-Standards im ersten Durchgang Richtung Tor zog und der Aufsetzer letztlich noch abgelenkt zum Eckball wurde (13.). Von Ansbach kam nach vorn wenig, weil die Bälle ins letzte Drittel fast ausnahmslos zu ungenau gespielt wurden. Nach einer Kopfballablage von Nuhanovic, geriet Hayers Abschluss zu harmlos (16.). Wiederum Baier zielte per Freistoßvariante abermals zu hoch (25.). Und damit waren die Torannäherungen aus den wenig aufregenden ersten 45 Minuten auch schon erzählt.

Ansbach wechselt vierfach zur Pause

Regionalliga-Magerkost boten Aschaffenburg und Ansbach trotz aller Bemühungen über weite Strecken.
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In der Pause reagierten die Ansbacher, brachten per Vierfachwechsel Angermeier, Kroiß, Puscher und Zimmermann für Schmidt, Seefried, Müller und Oberseider. "Ich wollte schon ein Zeichen wechseln nach dieser ersten Halbzeit", sagt Reutelhuber nach dem Spiel und lag mit seinen Anpassungen nicht falsch, auch wenn Ansbach an diesem Tag bis zuletzt fußballerisch einiges schuldig blieb. Angemeier und Kroiß brachten etwas mehr Schwung rein, Zimmermann bot im Abwehrzentrum eine astreine Partie und Puscher sollte noch eine entscheidende Rolle zum Sieg spielen. Zunächst hatte Kapitän Dietrich per Kopfball nach einer Ecke eine erste gute Chance, Aschaffenburg bekam den Ball vor der Linie geklärt (55.). Dann aber häuften sich wieder die Eckbälle der Hausherren, einmal traf Baier damit den Außenpfosten (66.), ansonsten verteidigten die Nullneuner alle Standards sauber weg. Angermeier trat auf der Gegenseite einen gefährlichen Freistoß, der jedoch neben dem Tor landete (71.). Der frisch eingewechselte Schwarz zwang Schiefer kurz darauf zu einer Glanzparade.

Weeger vom Punkt wieder eiskalt

Die an Höhepunkten ohnehin arme Partie vor knapp 500 Zuschauern bei herbstlichem Wetter verflachte danach wieder und viele Pässe und Abschlüsse ins Nichts prägten hüben wie drüben die Begegnung. In der vierminütigen Nachspielzeit scheiterte Desch mit einem Flachschuss an Schiefer (90.+2), ehe das große Happyend für die Mittelfranken kam. Puscher wurde über rechts steil geschickt und im Strafraum klar von Keeper Verstappen gefoult. Auch der Zeitpunkt der 95. Minute änderte nichts daran, dass Ansbach mit Eric Weeger einfach eine absolute Bank am Punkt hat. Platziert links unten traf der Abwehrchef zum schmeichelhaften Sieg am Schönbusch.

Happyend nach einem zähen Nachmittag in Ansbach: Die Nullneuner bejubeln einen schmeichelhaften 1:0-Auswärtssieg, bleiben 2026 ungeschlagen und sind nun bei 30 Punkten angelangt.
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"Es war sogar ein sehr dreckiger Sieg. Ich kann mich nur an wenige Spiele erinnern, in denen wir so schlecht Fußball gespielt haben. Allerdings haben wir uns zumindest auch das dritte Spiel zu null verdient, denn bei aller Kritik haben wir unser letztes Drittel gut verteidigt. Und letztlich nehmen wir den Sieg natürlich sehr gerne mit", fasste Ansbachs Chefcoach zusammen.

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23. Spieltag Regionalliga Bayern


Tabelle Regionalliga Bayern

Pl.
Team
Sp
Tore
Pkt
2
22
49:19
46
4
23
52:38
41
5
22
38:24
39
7
23
34:32
34
8
23
30:28
31
10
22
31:32
31
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38:41
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26
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22:34
19
18
23
20:52
14
* Dem FC Bayern München 2 wurde ein Punkt wegen des Einsatzes von Leuchtraketen sowie eines Rauchtopfs im Spiel gegen den SV Wacker Burghausen abgezogen.
Bei Punktgleichheit: Torverhältnis

Stenogramm Regionalliga Bayern

Tore: 1:0 Pfaumann (32.), 2:0 Hingerl (40.), 3:0 Hausmann (48.), 3:1 Müller (64.)
Gelbe Karten: Hingerl (45.) / Schwarzensteiner Benedikt. (19.), Müller (54.)
Zuschauer: 275 | Schiedsrichter: Christopher Schwarzmann (TSV 1862 Scheßlitz e.V.)
Tore: 0:1 Farahnak (64.)
Gelbe Karten: Kücüksahin (14.), Aigner (87.) / Meisel (76.)
Zuschauer: 340 | Schiedsrichter: Leonhard Burghartswieser (TSV Bodenmais)
Tore: 0:1 Hannemann (7.), 0:2 Hannemann (19.)
Gelbe Karten: - / Breuer (88.)
Zuschauer: 507 | Schiedsrichter: Maximilian Riedel (FC Horgau)
Tore: 1:0 Schittler (13.), 1:1 Cabrera Ros (28.), 2:1 Schraufstetter (75.)
Gelbe Karten: Meixner (84.) / Engel (45.+1), König (64.), Scholz (83.) | Gelb-rote Karten: Meixner (90.) / -
Zuschauer: 450 | Schiedsrichter: Maximilian Ziegler (1. FC Lindach)
Tore: 0:1 Keereerom Achitpol. (29.), 0:2 Schwarzholz (60.), 0:3 Greppmeir (90.)
Gelbe Karten: Pichlmeier (4.), Rabanter (28.), Gayring (49.) / Herzig (87.)
Zuschauer: 445 | Schiedsrichter: Peter Dotzel (TSV Heidenfeld)
Tore: 0:1 Weeger, Foulelfmeter (90., Puscher)
Gelbe Karten: Schwarz (90.+3), Verstappen (90.+4) / Oberseider (41.), Dietrich (48.), Hayer (59.)
Zuschauer: 484 | Schiedsrichter: Luca Schultze (FC Stern München)

Torschützen Regionalliga Bayern


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