Artikel vom 13.02.2026 07:00 Uhr
Alexander Weiß will mit seinem TB Johannis 88 den Aufstieg in Angriff nehmen.
Mit seinem TB Johannis 88 blickt Trainer Alexander Weiß auf eine bislang überzeugende Saison in der Kreisklasse 4 und überwintert auf Platz 3. Grund zum Zurücklehnen sieht der ehrgeizige Übungsleiter aber nicht, vielmehr nimmt er seine Mannen im Aufstiegsrennen in die Pflicht. Das Thema Kreisliga geht man in Schnepfenreuth durchaus offensiv an, ein mögliches Endspiel zum Saisonfinale dient als Extra-Motivation.
Turnerbund in der Verfolgerrolle
Mit 33 Punkten aus den bisherigen 15 Liga-Partien überwintert der TB Johannis 88 in der Kreisklasse 4 auf einem überzeugenden 3. Platz und befindet sich während der Winterpause mitten im Aufstiegsrennen. Entsprechend zufrieden zeigt sich auch Trainer Alexander Weiß: "Insgesamt fällt mein Zwischenfazit natürlich positiv aus: Wir konnten bislang starke 33 Zähler einsammeln, eine Ausbeute, die in den letzten Jahren in der Kreisklasse 4 eigentlich immer zur Tabellenführung über den Jahreswechsel gereicht hätte. Dass wir derzeit auf dem 3. Platz liegen, hat auch mit der starken Konkurrenz zu tun. Schließlich ist der SV Poppenreuth aktuell gar noch ungeschlagen unterwegs und Mögeldorf II hat die letzten sieben Spiele allesamt siegreich gestalten können, weshalb wir uns im Moment in der Verfolgerrolle befinden. Trotzdem haben auch wir schon nachweisen können, dass wir da vorne mithalten können, haben gegen Poppenreuth lange Zeit geführt, ehe wir in der Schlussphase noch das 1:1 kassierten, und konnten in Mögeldorf einen nach der Pause überzeugenden 4:0-Auswärtssieg einfahren."
Der TB Johannis 88 (in blau) hielt Spitzenreiter SV Poppenreuth (in grün-weiß) lange Zeit in Schach, ehe der Primus spät zum 1:1-Ausgleich kam und so die erste Saisonniederlage verhindern konnte.
Jasmin Stark
Defensive ist Trumpf
Die Basis für das Spiel des Turnerbundes bildet die starke Defensive, stellt man doch mit lediglich 14 Gegentreffern die mit Abstand beste Abwehr der Liga. "Mit Justin Fischer, den wir von der Sechs in die Innenverteidigung zurückgezogen haben, und unserem Keeper Adrian Erbracht zwischen den Pfosten haben wir zwei herausragende Akteure im Defensivverbund, die gepaart mit dem Rest der Hintermannschaft eine absolute Stabilität ausstrahlen. Das ist sicherlich die Basis unseres Spiels und soll die Grundlage einer erfolgreichen Saison sein", ordnet Weiß ein.
Im Spiel nach vorne sieht der Trainer derweil noch Luft nach oben, auch wenn seine "88er" mit 43 eigenen Treffern auch in dieser Kategorie im vorderen Drittel anzusiedeln sind: "Wir können uns sicher noch mehr klare Möglichkeiten herausspielen und können uns sicher auch verbessern, wenn es um das Thema Kaltschnäuzigkeit geht. Johannes Wahl hat die nötige Routine im Abschluss, ansonsten merkt man bei uns aber manchmal schon, dass wir in der Offensive einige junge Akteure in den eigenen Reihen haben, die in ihren Abschlussaktionen noch abgezockter werden müssen."
TB-Kapitän Justin Fischer (in blau) ist aus Sicht von Trainer Alexander Weiß einer der großen Stabilisatoren.
Dominim Geiswinkler
Rückschläge und richtungsweisende Siege
Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Saison sind aus Sicht des Trainers durchaus gegeben. Zwar musste das Team aus Schnepfenreuth in dieser Spielzeit auch bereits Rückschläge einstecken, die Richtung stimmt aus Weiß-Sicht aber doch: "Natürlich tat beispielsweise die Derby-Niederlage gegen Boxdorf weh - vor allem für mich, gegen meinen Ex-Verein. Auch die Pleite beim ESV Flügelrad war ein Rückschlag, denn wir hatten lange Zeit alles im Griff und bis zur 83. Minute mit 2:0 geführt. Dann fingen wir uns zwei Sonntagsschüsse und einen Kopfball, der blöd reinfällt, und standen am Ende mit völlig leeren Händen da. Umgekehrt haben wir aber mit überzeugenden Siegen in Altenfurt oder Mögeldorf Duftmarken gesetzt und zum Beispiel beim 1:0-Auswärtssieg auf dem Fischbacher Sandplatz gezeigt, dass wir eine gute Widerstandsfähigkeit haben. Das war ein Erfolg, der in meinen Augen besonders viel wert war: Mit zwölf Mann bei heimstarken Karpfen angetreten - auch ich stand an dem Tag auf dem Spielerbogen - und bei Nieselregen einen absoluten Sieg des Willens eingefahren ... Das sind die Dreier, die einen am Ende oben halten können!"
Obwohl lange Zeit souverän in Führung, zogen Johannes Wahl (l.) und der Turnerbund am Ende beim ESV Flügelrad mit 2:3 den Kürzeren - eine bittere Niederlage für den Aufstiegskandidaten.
fussballn.de / Strauch
Ziel ist der Aufstieg
Und oben wollen die Schnepfenreuther definitiv bleiben: "Wir könnten uns jetzt hinstellen und sagen, dass wir einfach schauen wollen, wohin die Reise geht. Aber ich halte das für zu zurückhaltend. Der Verein, die Mannschaft und auch ich, wir alle wollen aufsteigen! Deshalb finde ich es wichtig, das auch zu kommunizieren. Ich habe auch meinen Jungs gesagt, dass mein Ziel die Kreisliga ist und dass ich auch von ihnen die nötige Einstellung erwarte. Wenn wir alles reinlegen und am Ende sind die anderen Teams besser oder es sollte aus unglücklichen Gründen nicht zum Aufstieg reichen, dann ist das in Ordnung. Wenn wir aber nicht mit der richtigen Einstellung und dem richtigen Anspruch an uns selbst an den Schlussspurt gehen würden, wäre ich der falsche Mann. Ich bin sehr gerne Trainer beim Turnerbund, habe Spaß an der Arbeit mit der Truppe und genieße die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen. Wir wollen den Schritt in die Kreisliga gehen!"
Der TB Johannis 88 will nach oben.
fussballn.de
Ein fordernder Auftakt mit Fragezeichen
Auf dem Weg zurück ins Kreisoberhaus erwartet den Turnerbund ein interessantes Auftaktprogramm: Die beiden Derbys gegen den TSV Sack und die Sportfreunde Großgründlach betten dabei das Topspiel gegen den Konkurrenten SpVgg Mögeldorf II ein. Außerdem ist unmittelbar vor dem Kracher das Pokalspiel gegen den SSV Elektra Hellas angesetzt - ein strammes Programm zum Start: "In der Liga wird uns durch die Derbys und gegen Mögeldorf gleich alles abverlangt, da wird uns in keinem Spiel etwas geschenkt! Man muss aber aktuell ja eh abwarten, wie das Wetter mitspielt ... Insofern ist das Pokalspiel gegen Hellas vielleicht sogar eine gute Möglichkeit, um noch etwas Spielpraxis zu sammeln. Im Moment wird ja hauptsächlich indoor an der Fitness gearbeitet. Da ist es schon von Vorteil, dass wir bei mir im Sportpark Nordwest Fürth beste Bedingungen haben, um uns in Form zu bringen - und die Jungs ziehen bislang sehr gut mit."
Alexander Weiß erwartet im neuen Jahr ein interessantes Auftaktprogramm mit einigen Unwegbarkeiten.
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Ursprünglich waren bei den Schnepfenreuthern, die mit Besar Kelmendi für den Flügel einen Rückkehrer vermelden konnten, der zuletzt für Eltersdorf II im Einsatz war, vier bis fünf Vorbereitungsspiele angesetzt. Inzwischen plant Weiß eher mit zwei oder drei Partien. "Mehr ist angesichts der Wetterlage nicht drin. Ich versuche es aber positiv zu sehen: Vielleicht ist der Hunger auf den Re-Start bei uns dann ja noch größer", hofft der 35-Jährige mit einem Schmunzeln. Dabei zieht der Turnerbund aus einem fernen Spiel eine Extra-Motivation: Am letzten Spieltag könnte es zum Aufstiegsendspiel gegen den SV Poppenreuth kommen. "Natürlich konzentrieren wir uns auf die anstehenden Aufgaben. Was kann es Geileres geben, als auf so ein Saisonfinale hinzuarbeiten? Wir wollen das definitiv als zusätzliche Motivation nutzen und unser Möglichstes tun, das zu erreichen."
Ein guter Start nach der Winterpause würde die Chancen seines Teams auf ein solches Finale Furioso ganz sicher nicht schmälern...