Abschied 2025: Sie haben Lücken auf den Sportplätzen hinterlassen - fussballn.de
Artikel vom 31.12.2025 12:30 Uhr
Abschied 2025: Sie haben Lücken auf den Sportplätzen hinterlassen
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Von einigen großen Persönlichkeiten, die das Geschehen in der großen (Fußball-)Welt geprägt haben, musste man im Jahr 2025 Abschied nehmen und auch im hiesigen Amateurfußball verließen einige vertraute Gesichter die Bühne für immer. Zum Jahresende gebührt ihnen speziell, aber auch stellvertretend für manch anderen Verlust in den letzten Monaten, die Erinnerung.
Von Marco Galuska


Der Abschied von einem Kalenderjahr ist stets mit einem Rückblick und auch mit persönlichen Verabschiedungen verknüpft. Im Jahr 2023 trauerte der Amateurfußball beispielsweise um den legendären Funktionär des SK Lauf, Manfred Alfes, hieß es viel zu früh Abschied nehmen von Ahmet Dönmez und Bernd "Peppi" Kohler. Im vergangenen Jahr musste um verdiente Funktionäre wie Anton Pfahler, Zirndorfs Vorstand Lothar Konrad, Worzeldorfs Präsident Ralph Maier oder BaKi-Legende Herbert Fuchsbauer getrauert werden. Aber auch Trainer Patrick Frühwald verlor seinen letzten Kampf.

Auch im Jahr 2025 mussten einige Sportkameraden verabschiedet werden:

Renato Costa erlangte in seiner langen Laufbahn als Schiri in Nürnberg Kultstatus. 
SRG Nürnberg

So ziemlich jeder, der mit dem oft zitierten "Fußball an der Basis" in Nürnberg zu tun hatte, kannte ihn: "Der Costa", wie er von allen nur gerufen wurde, war ein Schiedsrichter der besonderen Sorte, dem sein großes Herz für den Fußball immer anzumerken war, der mit Menschlichkeit punkten konnte und sich mit großem Fleiß (nur zu oft unterstützte er beispielsweise auch Kollegen in unteren Spielklassen spontan mit der Fahne in der Hand an der Seitenlinie) ohne Eitelkeit einen Kultstatus in der hiesigen Amateurfußballszene verdiente.

Für seine Gruppentätigkeit erhielt der für den TB Johannis 88 Nürnberg pfeifende Italiener die Ehrungen für 10 und 15 Jahre. Am 3. Dezember 2022 gab es noch obendrein die goldene Nadel des Bezirks Mittelfranken für die 25-jährige Tätigkeit als Schiedsrichter. Exakt fünf Monate vorher hatte "der Costa" sein letztes Spiel gepfiffen: Es war das Derby der Freizeitmannschaften zwischen der DJK Eintracht Süd Blau-Schwarz 88 und der DJK Eintracht Süd Kriemhild. Passenderweise endete die Partie mit einem 4:4-Remis – und ohne persönliche Strafen. Am 16. Februar 2025 trauerte nicht nur seine Schiri-Gruppe, für die er über 1000 Einsätze hatte, um Renato Costa, der im Alter von 80 Jahren verstarb.

Klaus Bonath bewegte auf mehreren Ebenen viel bei seinem TSV Cadolzburg.
privat

Am 5. Mai 2025 musste der TSV Cadolzburg von einer seiner wichtigsten Persönlichkeiten Abschied nehmen. Spielleiter Klaus Bonath verstarb nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 57 Jahren. Bonath war im Sommer 2001 zum TSV gekommen und übernahm dort sofort als Jugendtrainer die Mannschaft seines Sohnes Björn. Mit großem Engagement coachte er nicht nur seine Jugendmannschaft, sondern stellte immer wieder viele andere Dinge hinten an, um den TSV zu unterstützen. 

Eines seiner wichtigsten Vorhaben war das „Projekt Nachhaltigkeit“, das für die Herrenabteilung der Sporcher eine besondere Förderung der eigenen Nachwuchsabteilung vorsah und mit dem Aufstieg in die Kreisliga im Jahr 2019 erste Früchte trug – der Großteil der Spieler kam schon damals aus der eigenen Jugend. Bezeichnend: Noch auf dem Platz galt nach dem vollbrachten Aufstieg der erste Gedanke der Mannschaft Bonath, der im Krankenhaus weilte und immerhin per Videoanruf die Feierlichkeiten live miterleben konnte. Auch die Installation der neuen Flutlichter auf der Sportanlage des TSV war nur durch das Engagement des Spielleiters möglich, der Sponsoren an Land zog und so nach und nach das Projekt verwirklichte.

Markus Miethe engagierte sich gleich bei zwei Vereinen, die in seinem Gedenken ein Benefizspiel austrugen.
SFG

Gleich zwei Vereine traf Anfang August die Nachricht vom überraschenden Tode von Markus Miethe tief ins Mark - seinen Heimatverein STV Deutenbach und die SF Großgründlach, wo er nach dem Umzug mit seiner Familie ebenso heimisch wurde und sich jahrelang im Nachwuchs engagiert hatte. Am Weihersberg war Miethe nicht nur selbst Fußballer, sondern darüber hinaus ein Organisator und Ansprechpartner für junge Spieler, Kritiker, aber auch Verbesserer - eine Leitfigur eben. Die ehrenamtliche Tätigkeit setzte er später im Nürnberger Norden fort, engagierte sich bei den Sportfreunden Großgründlach, trieb dort Projekte wie die Errichtung einer Tribüne (die nun seinen Namen bekam) voran. Knapp drei Monate nach dem viel zu frühen Abschied ihres Sportkameraden trugen seine beiden Vereine auf dem neuen Gründlacher Kunstrasenplatz ein Benefizspiel zu Gunsten der Familie aus, die am 7. August 2025 im Alter von nur 54 Jahren von Markus Miethe Abschied nehmen musste.

Manfred Weiher war einer der zuverlässigen, stillen Helden im Amateurfußball.
Sebastian Baumann

Manfred Weiher war einer jener stillen Helden, die den Amateurfußball an der Basis getragen haben, widmete er doch einen bedeutenden Teil seines Lebens dem runden Leder und speziell der Schiedsrichterei. Seit dem 21. Oktober 2000 war er als Schiedsrichter aktiv – zunächst in der SR-Gruppe Nürnberg, ab Dezember 2021 dann in der Gruppe Erlangen. 2020 erhielt er für seine 20-jährige aktive Tätigkeit die Silbernadel des BFV. Am 29. November 2025 hätte ihm turnusgemäß die Bezirksnadel für 25 Jahre Schiedsrichtertätigkeit verliehen werden sollen. Doch dazu kam es nicht mehr.

Manfred Weiher hinterließ auch eine weitere Lücke, denn seit dem 1. Juli 2015 war Manfred Weiher als Sportrichter aktiv – zunächst als Beisitzer des Kreissportgerichts Nürnberg/Frankenhöhe, später als Vorsitzender des Kreissportgerichts Erlangen/Pegnitzgrund. Mit großer Sorgfalt, Fairness und menschlicher Ruhe führte er dieses verantwortungsvolle Amt aus. Sein Engagement war nie selbstbezogen; er tat es für den Fußball, für die Gemeinschaft, für den Fair-Play-Gedanken, den er lebte, bis er im Alter von nur 54 Jahren am 18. November 2025 aus dem Leben gerissen wurde.

Karlheinz Schorr war der Schiri, der mit dem Fahrrad kam.
fussballn.de

Eine echte Legende war Karlheinz Schorr, der am 15. Januar 2026 90 Jahre alt geworden wäre. Dass er dieses runde Jubiläum trotz des hohen Alters verpassen würde, hätte kaum jemand für möglich gehalten. Denn angesichts seiner bis zuletzt geistigen und physischen Fitness war Karlheinz Schorr ein Paradebeispiel eines rüstigen und aktiven Rentners und durfte als ein Vorbild dienen, wie die Verbundenheit zum Sport doch jung hält. Nicht nur im Amateurfußball allgemein, sondern speziell in seiner Nürnberger Schiri-Gruppe und ganz besonders bei seinem Tuspo hinterlässt Schorr eine große Lücke. In seiner Gruppe und in seinem Verein war er nicht nur auf dem Papier eine wertvolle Persönlichkeit, die Ehrungen und Auszeichnungen verdient hatte, er war bis zuletzt auch aktiv in die Prozesse eingebunden. 

Bekannt wie ein bunter Hund wurde der "Schorr von Tuspo Nürnberg" auf so vielen Sportplätzen durch seine Einsätze als Schiedsrichter. Diese Laufbahn hatte er erst im Alter von 45 Jahren begonnen. Diese Entscheidung im Jahr 1981 war für den ehemaligen Abteilungsleiter im Kaufhaus Horten eine fürs Leben. Er pfiff bis 2022 weit über 1.500 Spiele, die er zumeist mit dem Fahrrad erreichte. Für den in der Nordstadt lebenden Schorr spielte es keine Rolle, ob er ins nahe Knoblauchsland oder zum entfernten Brombachsee musste, sein Drahtesel war sein Markenzeichen. Im April 2024 wurde ihm in Regensburg mit der „Ehrenmedaille für besondere Verdienste um den Sport in Bayern“ ausgezeichnet – eine der höchsten Auszeichnungen des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration. Am 25. November verstarb Karlheinz Schorr im Alter von 89 Jahren.

Renato Costa, Klaus Bonath, Markus Miehe, Manfred Weiher und Karlheinz Schorr gehörten zu jenen Charakteren auf den Sportplätzen, die 2026 dort fehlen werden.

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