Artikel vom 04.07.2024 12:00 Uhr
Es ist ein herber, unermesslicher Verlust für die Familie, Freunde und seinem SC Worzeldorf, den Ralph Maier über 26 Jahre lang als Vorsitzender mit Herz und Verstand führte. Nach langer schwerer Krankheit verstarb Maier in der vergangenen Woche im Alter von 70 Jahren.
Der SC Worzeldorf ohne Ralph Maier, das war über mehrere Jahrzehnte nicht denkbar. 26 Jahre hatte er den Verein geführt, bis ihm seine angeschlagene Gesundheit im Frühjahr zum Rücktritt gezwungen hatte. Maier war der beste Botschafter, den sich ein Verein nur wünschen konnte: Mit Sachverstand, Pflichtbewusstsein, einem großen Herz und Netzwerk ausgestattet war der Vollblutfußballer überall gern gesehen und konnte auch bei all seinem Engagement für den SCW über den berühmten Tellerrand hinausblicken.
Die Familie samt Kinder und Enkelkinder, sein Beruf bei Audi, die Politik und nicht zuletzt der Fußball, speziell der beim SC Worzeldorf, prägten sein Leben. Die Begeisterung für den Ballsport (Fußball und Tennis) lebte Maier als Aktiver zunächst beim TSV Falkenheim, wo er unweit des Sportplatzes aufgewachsen war. Mit dem Umzug und der an Sohn Philipp vererbten Leidenschaft für den Fußball begann das Engagement beim SC Worzeldorf.
Dort blieb es aber nicht allein beim Trainerdasein für die Mannschaft des Sohnes, die er von der E- bis zur A-Jugend coachte, obendrein brachte sich Ralph Maier als Jugendleiter ein und wurde schließlich 1998 Vorstand des SC Worzeldorf, den er bis zu seinem gesundheitsbedingten Rückzug in diesem Frühjahr bleiben sollte. Die offizielle Ehrung zum Ehrenvorsitzenden sollte eigentlich am 12. Juli stattfinden, im Rahmen der 75-Jahr-Feier des SCW.
Ralph Maier hatte sympathische Eigenarten. So sammelte und dokumentierte er akribisch den sportlichen Werdegang des Sohnes und Vereins. Stolz war er auf die tollen Erfolge, mit dem Highlight des Aufstiegs der 1. Mannschaft 2006 in die Kreisliga, die für den SCW-Präsidenten "die geilste Liga" war. Insgeheim, so wissen Eingeweihte, gab es immer die Hoffnung auf eine Rückkehr dorthin, auch wenn er dies nie als offizielles Ziel der Mannschaft aufbürden wollte.
Ralph Maiers Verdienste und Projekte in den letzten 26 Jahren beim SC Worzeldorf lassen sich gar nicht aufzählen und sind pauschal gesprochen äußerst bemerkenswert. Sein Markenzeichen am Sportplatz waren über viele Jahre gelbe Adidas-Sneaker und der Jogginganzug mit
der 99 drauf (die Nummer blieb ihm im Verein vorbehalten). In Worzeldorf wurde der Vorstand eigentlich seit Jahren nur noch "Präsi" gerufen. "Das ging so weit, dass wir Kinder ihn auch so
angesprochen haben, weil er speziell am Sportplatz auf nichts anderes reagiert
hat", erinnert sich sein Sohn Philipp Maier mit einem Lachen zurück.
Ralph Maier war 26 Jahre der 1. Vorstand beim SC Worzeldorf.
privat
"Bewundernswert" findet Philipp Maier, wie sein Vater "bis zum Schluss immer positiv mit
seinem Gesundheitszustand umgegangen ist und sich da eigentlich nie
unterkriegen hat lassen. Wir wussten schon relativ lange, dass eine Heilung nicht möglich war und es nur
um ein möglichst langes Aufhalten ging. Als es dann soweit war, dass nichts mehr
gemacht werden konnte, hat er es mit den Worten formuliert: 'Ich bin auf die letzte Straße eingebogen und
das ist eine Einbahnstraße.' Solange es ging, hat er auch weiter Aufgaben für den Verein erledigt. Und es
war ihm wichtig, dass seine Kinder, im Speziellen seine drei Enkelkinder gut
versorgt sind, wenn es irgendwann soweit sein sollte."
Die Beisetzung von Ralph Maier wird auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin in einem kleinen Kreis stattfinden. Allerdings soll es dafür dann eine Feier im größeren Rahmen geben, mit
geladenen Gästen, um nochmal auf ihn anzustoßen.
Mach's gut, Ralph/Präsi!