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Artikel veröffentlicht am 05.11.2021 um 11:50 Uhr
Mitten im Lernprozess: Hajduk talentiert, aber noch zu leichtsinnig
Mit Platz 6 in der Kreisliga steht der KSD Hajduk im Nürnberger Kreisoberhaus mehr als ordentlich da. Dabei ist der KSD gerade dabei, eine junge und äußerst talentierte Mannschaft mit vielen Akteuren aus dem eigenen Nachwuchs aufzubauen. Spielleiter Damir Harca gibt einen Einblick in die aktuelle Situation und wirft den Blick auch in die Zukunft - am Sigena-Platz träumt man von noch erfolgreicheren Zeiten.
Von Michael Watzinger
Die junge Truppe des KSD Hajduk machte bislang eine ausgesprochen gute Figur in der Kreisliga Nürnberg. Dennoch sehen die Verantwortlichen die Entwicklung der Truppe längst noch nicht abgeschlossen.
Yasin Mülayim
Voll im Soll - und mit Luft nach oben

Blickt Spielleiter Damir Harca auf das bisherige Abschneiden seines KSD Hajduk, so ist ein gewisser Stolz und eine gehörige Portion Vorfreude ganz deutlich herauszuhören. Trotz einer jungen Mannschaft steht der KSD mit dem aktuell sechsten Platz im Nürnberger Kreisoberhaus hervorragend da. Kein Wunder also, dass das Zwischenfazit des Funkitionärs durchaus positiv ausfällt: "Wir haben uns bewusst dafür entschieden, auf die Jungs aus unserer eigenen Jugend zu setzen, weil sie einfach hervorragend zu uns passen und auch eine große fußballerische Qualität mitbringen. Gleichzeitig wollten wir keinen Druck in Form von überehrgeizigen Zielen machen, da sie sich in Ruhe entwickeln sollen. Wichtig war uns, dass wir eine ruhige Saison spielen und mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Deshalb sind wir mit dem bisherigen Abschneiden und dem derzeitigen sechsten Platz sehr zufrieden - auch wenn wir an manchen Stellen Punkte leichtfertig hergeschenkt haben, aber das gehört wohl einfach auch zum Lernprozess einer jungen Truppe dazu."

Elf Freunde müsst ihr sein: Beim KSD Hajduk wächst die Mannschaft immer besser zusammen. Die junge Truppe hat ihren Leistungszenit wohl noch lange nicht erreicht. 
Detlef Knispel

Ein Stück weit neu erfunden

Ein derartig souveräner Tabellenstand könnte angesichts der Ausgeglichenheit in der Kreisliga Nürnberg für viele Außenstehende derweil bereits überraschen, vor allem, da der KSD in den letzten Jahren auch immer wieder schmerzhafte Abgänge verkraften musste, wie vor Saisonbeginn der von Trainer Adrian Mesek zurück zur Turnerschaft oder dem vom Torjäger Jurica Jelec. Deshalb musste man sich am Sigena-Sportplatz ein Stück weit neu erfinden - eine Aufgabe, die man mit Hilfe junger Spieler aus dem eigenen Nachwuchs mit Bravour erledigte.

"Auch wenn uns Adrians Abgang natürlich weh getan hat, haben wir mit Anto Jukic einen Nachfolger gefunden, der gut mit jungen Spielern kann und sie weiter voranbringt. Er versteht es auch hervorragend, die Tatsache zu kompensieren, dass wir seit Juricas Abgang keinen Zielspieler mehr im Angriff haben, der viele und immer wieder wichtige Tore beisteuerte", lobt Harca und ergänzt: "Inzwischen spielen wir sehr variabel und haben die Offensivlast auf mehrere Schultern verteilt - was es für die Gegner noch viel schwerer macht uns auszurechnen. Wir haben auf jeden Fall weitere Schritte in die richtige Richtung gemacht und auch schlimme Rückschläge durch schwere Verletzungen - alleine in dieser Spielzeit mussten wir drei Ausfälle nach Kreuzbandrissen verkraften - weggesteckt."

Dean Gavran (am Ball) und der KSD Hajduk zeigen sich im Spiel nach vorne immer variabler - auch weil die Offensivlast auf mehrere Schultern verteilt wurde.
Yasin Mülayim

Lernprozess noch nicht abgeschlossen

Bei aller berechtigter Freude über die Entwicklung innerhalb seiner Mannschaft ist der Lernprozess aus Sicht des Spielleiters noch lange nicht abgeschlossen: "Auch wenn wir im Moment gut dastehen, gibt es schon einige Punkte, an denen wir arbeiten müssen: zum einen merkt man in vielen Phasen eines Spiels schon noch, dass wir etwas hektisch sind oder zu schnell zu viel wollen und etwas kopflos werden - gerade wenn unser Routinier im Mittelfeld, Mihael Papa, einmal nicht zur Verfügung steht, der die Dinge mit seinen inzwischen 31 Jahren ordnet und immer wieder viele Lücken zuläuft."

Und weiter: "Zum anderen müssen wir auch vom Kopf noch viel klarer werden und unser Temperament besser im Griff haben - dumme Platzverweise, wie zuletzt auch, werfen uns dann schon immer wieder mal zurück. Wir müssen einfach versuchen, weiter zusammenzuwachsen."

Der Blick richtet sich in die Zukunft

Zum nächsten Entwicklungsschritt gehört aus Harcas Sicht auch die richtige Einstellung in sämtlichen Partien: "Unser jugendlicher Leichtsinn kommt gerade auch dann zum Vorschein, wenn es gegen Teams aus der unteren Tabellenregion geht. Insofern ist das Spiel am Sonntag gegen Stein schon die nächste Möglichkeit, dazu zu lernen. Niemand in der Kreisliga ist zu unterschätzen und auch die Steiner haben ein erfahrenes Team mit vielen Spielern, die auch höherklassige Erfahrung haben. Deswegen gilt es solche Partien hochkonzentriert anzugehen!" 

Gegen so manches Team aus der unteren Tabellenregion ließ der KSD Zähler leichtfertig liegen. Nun gilt es den nächsten Schritt zu machen und schon gegen Stein (hier im Hinspiel in rot gekleidet) eine konzentrierte Leistung abzurufen.
fussballn.de / Gitzing

Dann richtet der Spielleiter seinen Blick weiter voraus: "Wir hatten immer wieder tolle junge Spieler, die dann irgendwelchen Verlockungen erlegen sind und die es dann irgendwann weggezogen hat. Wir sind ein familiärer Verein, der nicht mit Geld arbeitet, der aber dennoch immer versucht die Jungs und deren Familien zu unterstützen. Nach jedem Spiel sitzen wir zusammen, essen, trinken und reden. Mit dieser Mannschaft ist es möglich, weitere Schritte nach vorne zu gehen - und das ist unser Ziel! Wir wollen die Mannschaft beisammenhalten und sehen wohin uns das führt."

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Die anstehenden Partien



Tabelle Kreisliga Nürnberg

Pl.
Team
Sp
Tore
Pkt
1
16
48:21
36
8
15
39:34
24
9
16
28:26
24
10
16
25:28
24
11
16
46:43
24
12
16
26:40
20
14
16
24:42
13
15
16
16:36
8
16
16
14:65
3
Direkter Vergleich bei Punktgleichheit

Formbarometer Kreisliga Nürnberg

Pl.
Team
Tore
Pkt
2
SC Germania
15:7
10
 
6:5
9
 
5:2
7
 
12:11
7
10
5:6
4
12
SpVgg Nürnberg
10:11
3
14
5:8
2
 
3:19
0
Punkte aus den letzten 4 Spielen. Rechtes Kästchen = letztes Spiel, 2. Kästchen v.r. = vorletztes Spiel usw. Farben: grün = Sieg, weiß = Unentschieden, rot = Niederlage, grau = kein Spiel.

Teamvergleich

 
vs
Tabellenplatz
9
 
16
gewonnene Spiele
13
 
3
Zu-Null-Spiele
9
 
0
Spiele ohne Treffer
6
 
13
Formbarometer*
6
 
0
erzielte Tore
46
 
28
versch. Torschützen
15
 
12
Direkte Duelle **
2
1
2
Team-Vergleich
7
:
0
* Punkte aus den letzten vier Spielen, ** nur Pflichtspiele berücksichtigt.


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