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Artikel veröffentlicht am 01.03.2021 um 10:01 Uhr
Groß'lohe Trainer appellieren: Spuk beenden und neue Saison kreativ lösen!
Bereits im Oktober hat das Trainer-Gespann Florian Bauer (33) und Reiner Großberger (36) ihre Zusage beim Landesligisten SC Großschwarzenlohe auch in der Saison 2021/22 weiterzumachen gegeben. Am vergangenen Donnerstag haben beide nun einen neuen Vertrag für ein Jahr unterschrieben. Kritisch sehen beide die Fortsetzung der Runde und plädieren auf einen Abbruch - selbst wenn dieser zum eigenen Abstieg führen würde.
Von Dirk Meier
Allzu groß ist die Begeisterung in Großschwarzenlohe über die anhaltende Saison 2019/21 weiterhin nicht.
fussballn.de / Strauch
Im Hause Bauer gab es im Januar erfreulicherweise weiteren Nachwuchs. „Wir werden die Aufgaben im Trainerteam in 2021/22 neu verteilen, was aber nach der mittlerweile jahrlangen Zusammenarbeit mit Reiner um der entsprechenden Vertrauensbasis problemlos funktioniert. Dazu hatten wir bereits im Oktober das Gefühl, dass es diese „Corona-Saison“ nicht gewesen sein kann und wir das ein weiteres Jahr dranhängen müssen", so Florian Bauer, der seit 2017 in Großschwarzenlohe in der Verantwortung steht.

Kraft kommt aus Kornburg

Marcel Kraft (links) wechselte aus Kornburg nach Großschwarzenlohe.
fussballn.de / Pesteritz

Die Personalplanungen beim Tabellen-Fünfzehnten der Gruppe Nordost sind schon sehr weit fortgeschritten, Bauer spricht von mehr als 90 Prozent. Mit der Verpflichtung des erfahrenen Innenverteidigers Marcel Kraft (29) vom Ligakonkurrenten TSV Kornburg konnte der SC Großschwarzenlohe in der Winterpause einen ganz starken Defensivspieler verpflichten: „Marcel wird unsere Abwehr stabilisieren”, hofft Bauer, dass Kraft einschlägt. Der 1,93 Meter große wie kopfballstarke Abwehrmann bringt die Erfahrung von acht Regionalliga-Spielen beim VfB Eichstätt mit. Kraft, der in der Landesliga zudem für den SC 04 Schwabach gespielt hat, hat auch schon 34 Partien in der Bayernliga Nord absolviert und zuletzt in Kornburg 18 Mal auf dem Platz gestanden.

Vertrauensbeweis für den Verein

Erfreulich ist zudem, dass der Großteil des aktuellen Kaders – egal was kommt – für 2021/22 zugesagt hat: „Das ist eine ganz starke Ansage, die Spieler haben ein Zeichen gesetzt und würden auch im Falle eines Abstiegs in die Bezirksliga bleiben”, stellt Bauer fest. Ein oder zwei starke Spieler sollen den Kader im Sommer noch verstärken, dann stünde die Mannschaft für die nächste Spielzeit. Das freut Bauer und Großberger natürlich, dass das Gefolge dem Verein die Treue hält. „Das ist ja schließlich auch ein Vertrauensbeweis für den Verein, das finden wir unheimlich stark”, so die beiden Trainer. Somit sind die beiden Vorturner zuversichtlich, was die nächste Saison angeht: „Wir haben den Kader inzwischen auf ein anderes Niveau stellen können.

Florian Bauer (Bildmitte) und Reiner Großberger (links) bleiben beim SCG weiter in der Verantwortung.
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Invest in die Infrastruktur

Aber auch neben dem Platz hat sich seit Beginn der Corona-Pandemie vor einem knappen Jahr einiges getan. Beide Spielfelder sind saniert worden und befinden sich u. a. auch bzw. leider mangels Benutzung in einem hervorragenden Zustand. Zudem ist die kleine Sitztribüne fertiggestellt worden, die rund 100 Gästen Platz bietet. Auch das neue LED-Flutlicht ist installiert und das ermöglicht dem SC Großschwarzenlohe nun ganz andere Möglichkeiten. „Wir können unsere Heimspiele nun am Freitagabend austragen. Das wird dann eine ganz besondere Atmosphäre sein. Wir sind dem Verein dankbar, dass er in die Infrastruktur investiert hat”, freuen sich die beiden Trainer.

Mittlerweile ist die Tribüne beim SC Großschwarzenlohe fertiggestellt und LED-Flutlicht ermöglicht auch Spiele am Abend.
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Wenn Corona nicht gekommen wäre, dann hätte der Tross des SC Großschwarzenlohe ein fünf-tägiges Trainingslager am Gardasee abgehalten. „Mehr als 30 Personen hatten sich dazu angemeldet. Wir haben dieses Trainingslager nun um ein Jahr verschoben. Die Vorfreude darauf ist bei allen sehr groß”, sagt Bauer.

Kritisch gegenüber Saisonfortsetzung

Dass die schon seit Juli 2019 dauernde Saison weiterhin fortgesetzt werden soll, sehen die Verantwortlichen in Großschwarzenlohe kritisch und das hat mehrere Gründe: „Zum einen nehmen wir die stagnierenden oder steigenden Corona-Zahlen wahr. Es sind aktuell noch zu viele Bereiche der Gesellschaft vom Lockdown betroffen, die eine baldige Öffnung brauchen und verdienen. Dahinter stehen Existenzen und Zukunftsängste. Wir alle lieben den Amateurfußball gleichermaßen, aber auch der Fußball muss an der Stelle seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden. Weiter mussten wir nach dem ersten Lockdown einige schwere Verletzungen verkraften”, sagt Bauer, der im ständigen Austausch mit Trainerkollegen anderer Klubs steht. „Neben zwei Kreuzbandrissen, gab es eine ganze Reihe an teilweise schweren Verletzungen. Uns wurde von Ärzten bestätigt, dass die Verletzungshäufigkeit nach der langen Pause ohne fußballspezifischen Bewegungen auch der großen Belastung der Spieler geschuldet war. Wenn es nach dem zweiten Lockdown wieder losgeht, was wahrscheinlich frühestens im April der Fall sein wird, dann haben die Spieler die längste Pause hinter sich, die es jemals im Amateurfußball gegeben hat. Da kann man dann nicht mit zwei oder vier Wochen Vorbereitung loslegen und dann den Saisonrest vielleicht in Englischen Wochen durchspielen. Ohne eine ordentliche Vorbereitung, ist die Wahrscheinlichkeit für weitere Verletzungen leider wieder höher und der Spielplan sollte nicht auf dem Rücken der Spieler ausgetragen werden. Und der Reiz etwaiger Playoff-Spiele ohne oder nur mit eingeschränkten Zuschauern ist ebenfalls überschaubar”, sagt Bauer.

Kreative Lösungen gefordert

Florian Bauer (im Vordergrund) und Reiner Großberger blicken skeptisch auf eine Saisonfortsetzung.
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Die SCG-Trainer empfehlen dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV) dem Spuk ein Ende zu bereiten und an kreativen Lösungen für die Saison 2021/22 zu arbeiten: „Wenn das bedeuten würde, dass wir absteigen müssen, würden wir das natürlich akzeptieren.” Besser wäre es, wenn der BFV für die Spielzeit 2021/22 kreative Spielformen anbietet wie zum Beispiel eine Aufteilung der 18 Vereine der Landesliga Nordost in drei Sechsergruppen mit anschließenden Play-off-Spielen. “Es würde noch mehr Derbys und weniger weite Fahrten geben. Vor allem hätte man, falls Corona wieder Probleme bereitet, mehr Spielraum, weil es nicht so viele Spiele geben würde. Zudem wäre das auch für die Zuschauer interessant und wenn es einen Corona-Ausbruch geben würde, dann könnte man diesen lokal begrenzen.” Es wären also viele Vorteile, die sich daraus ergeben würden. Ein Übergangsjahr in der Saison 2021/22 wäre für alle Beteiligten verkraftbar. „Vor allem könnte sich bei einem Neustart im Juli jeder neu motivieren, denn die aktuellen Kader haben ja nach gefühlt zehn Transferperioden mit den Anfangskaders aus dem Sommer 2019 nichts mehr zu tun.” Ab Sommer 2022, wenn die Pandemie im Griff ist, könnte der Spielbetrieb wieder wie gewohnt stattfinden. Ein Vorschlag, der es zumindest wert ist, dass sich die Amateur-Fußball-Macher mit diesem Thema beschäftigen.   

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