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Artikel veröffentlicht am 18.02.2021 um 11:30 Uhr
Daniel Gareis im Portrait: Training mit Gündogan, Galasek und Mintal
Als ruhig und besonnen, nicht nur auf dem Feld, sondern auch abseits des Platzes, gilt Daniel Gareis. Der gebürtige Kronacher, der in Kulmbach lebt und im Herrenbereich für den 1. FC Nürnberg II, die SpVgg Bayern Hof und die SpVgg Bayreuth gespielt hat, gehört seit 2016 dem Landesligisten TSV Neudrossenfeld an. Eineinhalb Jahrzehnte hat er auf sehr hohem Niveau Fußball gespielt. Ein Karriereende ist nicht in Sicht.
Von Dirk Meier
Daniel Gareis will auch weiter beim TSV Neudrossenfeld am Ball bleiben.
Dirk Meier
Daniel Gareis, der am 2. Februar 1986 in Kronach geboren wurde, ist in Wartenfels aufgewachsen. Weil es dort im Jugendbereich keine entsprechende Mannschaft gab, begann er in der F-Jugend des TSV Stadtsteinach mit dem Ballsport und blieb dort bis zum Ende der E-Jugend. Ab der D-Jugend wurde Daniel beim ATS Kulmbach vier Jahre lang bis zum Ende der C-Junioren ausgebildet. Das erste Jahr B-Jugend verbrachte Daniel bei der SpVgg Bayern Hof, die weiteren und letzten drei Jugendjahre beim heutigen Fusionsklub FC Eintracht Bamberg. Den Wechsel in den Herrenbereich vollzog Gareis in Bamberg, wurde in seinem ersten Jahr in der Saison 2005/06 hinter der SpVgg Bayern Hof Vizemeister in der “alten” Landesliga Nord. Mit zwei Siegen gegen die TSG Thannhausen (4:0) und den Freier TuS Regensburg (2:0) in der Relegation gelang Gareis & Co der Aufstieg in die frühere eingleisige Bayernliga, seinerzeit vierte Spielklassenebene.

Training mit den großen Club-Stars

Der 1,90 Meter große Abwehrspieler, der beidfüßig schießen kann, wechselte trotz des Bayernliga-Aufstieges mit Bamberg in die Frankenmetropole zum 1. FC Nürnberg II und blieb dort von 2006 bis 2009, wo er auch durchgehend Stammspieler war. Denn da lebte er noch, der Traum, vielleicht eine Profikarriere starten zu können. „Die Zeit beim Club war schon eine ganz besondere, denn ich durfte öfters bei den Profis mittrainieren. Da waren Spieler dabei wie Marek Mintal, Tomas Galasek, Ilkay Gündogan oder Javier Pinola", erinnert sich Gareis, der in seiner Zeit beim Club als Außenverteidiger unterwegs war. Mit Hans Meyer, Thomas van Heesen und Michael Oenning hatten die Profis namhafte Trainer. Der Club spielte in den ersten beiden Jahren in der Bundesliga und dann in der 2. Liga.

In der U21 wurde Gareis im ersten Jahr von Peter Zeidler und dann von René Müller trainiert. “Mit beiden Trainern habe ich mich sehr gut verstanden und da habe ich auch sehr viel gelernt.” In den beiden ersten Jahren spielte der Club II in der Bayernliga, die dritte Saison in der Regionalliga Süd, damals die dritte Ligaebene. “Das war fußballerisch eine ganz besondere Saison. Denn da haben wir gegen Vereine wie die heutigen Zweitligisten 1. FC Heidenheim und Darmstadt 98 gespielt. Die Partie bei Hessen Kassel war mit 11.000 Zuschauern ausverkauft. Aber es waren auch tolle zweite Mannschaften wie die Teams von Eintracht Frankfurt, SC Freiburg und des Karlsruher SC dabei. Man durfte sich mit vielen Spielern messen, die später 1. und 2. Bundesliga gespielt haben. Das waren ganz tolle Erlebnisse.” 93 Spiele für den Club II mit drei Toren weist seine Bilanz aus.

Die besten Freunde aus Nürnberg coachen nun den VfB Stuttgart

Mit der erhofften Profi-Karriere wurde es leider nichts, was schade war: “Es hat nicht ganz gereicht, aber das bereue ich heute nicht. Für mich war nach drei Jahren, als ich 23 Jahre war, klar, dass ich einen anderen Weg einschlagen werde. Daher habe ich den Club im Sommer 2019 verlassen.” In seiner Nürnberger Zeit spielte Gareis in der Zweiten übrigens auch mit Pellegrino Matarazzo und Michael Kammermeyer zusammen, die heute als Trainer und Co-Trainer beim Bundesligisten VfB Stuttgart arbeiten: “Das waren meine besten Freunde in Nürnberg und jetzt freue ich mich jedes Mal, wenn der VfB Stuttgart gewinnt. Sie spielen ja als Aufsteiger in der Bundesliga eine gute Rolle.

Im Sommer 2009 war klar: Nun beginnt ein neuer Abschnitt und zwar im Amateurfußball. Daniel Gareis verließ Nürnberg, wo er wohnte, wechselte zur SpVgg Bayern Hof und begann dort ein duales Studium. Studiert hat Gareis Betriebswirtschaftslehre und zudem hat er noch beim damaligen Hofer Hauptsponsor Gealan eine Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert: “Ich wusste nun, dass ich vom Fußball nicht leben kann und habe mir daher in Hof eine berufliche Existenz aufgebaut.” Die Epoche in Hof dauerte immerhin fünfeinhalb Jahre bis Ende 2014. “In Hof habe ich alles erlebt, Aufstieg, Abstieg und auch sonst war es in und um den Verein nicht immer ruhig. Da ist immer etwas passiert, da stand man im Fokus”, blickt er gerne auf die Zeit bei den Hofer Bayern zurück.

Stammkraft in Hof und Bayreuth

Bei der SpVgg Bayern Hof war Daniel Gareis Kapitän.
Thomas Nietner

Bei den Hofern war Gareis von Beginn an Stammkraft, brachte es in den fünfeinhalb Jahren auf 185 Partien (7 Tore). Der größte Erfolg bei den Schwarz-Gelben war 2012 die Qualifikation für die neu eingeführte Regionalliga Bayern als Vizemeister der “alten” Bayernliga hinter dem TSV 1860 Rosenheim. Nach zwei Spielzeiten in Bayerns Eliteliga folgte der Abstieg in die Bayernliga Nord. “Ich habe in der Hofer Zeit mein Studium und meine Ausbildung abgeschlossen. Zuletzt hatte ich bereits in Lauf bei Nürnberg gewohnt und in Schnaittach gearbeitet. Ich habe dann in der Winterpause 2014/15 den Verein in Richtung SpVgg Bayreuth verlassen. Der Aufwand mit der Fahrerei 5 mal in der Woche von Lauf aus nach Hof war einfach zu groß”, begründet Gareis seinen Transfer, der sich in Hof aber immer wohl gefühlt hat.

Bei der Altstadt unter Trainer Christoph Starke konnte Gareis sogar wieder Regionalliga spielen. Die Restrückrunde beendete Bayreuth auf Platz sechs, die zweite Spielzeit auf Rang sieben. “Es war auch in Bayreuth schön und auch da hat sich wie in Hof immer etwas gerührt”, sagt Gareis, der in Hof und Bayreuth als Innenverteidiger gespielt hat. Mit seiner Ehefrau Lisa und den Kindern Emma (5) und Oskar (3) lebt die Familie mittlerweile in Kulmbach. Lisa arbeitet als Lehrerin an der Realschule in Kulmbach und Daniel ist beruflich in einer Steuerkanzlei tätig.

Daniel Gareis im Dress der SpVgg Bayreuth, hier im Duell mit dem damaligen Schweinfurter Tom Jäckel.
Michael Horling

Wohlfühlfaktor Neudrossenfeld - kein Gedanke ans Aufhören

Der Wechsel 2016 zum TSV Neudrossenfeld war der Schritt zurück in die Heimat. “In Neudrossenfeld passt alles. Der Verein ist gut organisiert und die Trainingsbedingungen sind hervorragend. Wir spielen auch Jahr für Jahr eine gute Rolle. Unser Trainer Markus Taschner fördert jeden Spieler und entwickelt ihn weiter. In der aktuellen Saison wird es mit dem Bayernliga-Aufstieg nichts mehr werden, weil wir zu viele Punkte vor allem gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte liegengelassen haben. Aber in der jungen Mannschaft steckt großes Potenzial und weil in Neudrossenfeld das Umfeld und auch sonst alles passt, macht es mir weiterhin sehr viel Spaß, dort zu spielen”, so Gareis, der beim TSV als Sechser eingesetzt wird.

Den Ball will Daniel Gareis noch nicht aus dem Blick verlieren und nach der Corona-Pause weitermachen.
Thomas Nietner

Wann denn für den inzwischen 35-Jährigen mit der aktiven Karriere Schluss ist und wie es dann weitergeht, darüber macht sich Gareis noch keine Gedanken. “Ich will noch so lange wie möglich Fußball spielen, denn ich habe noch immer viel Spaß dabei und ich fühle mich noch fit.” Ob sich danach irgendwann eine Trainer-Laufbahn anschließt, lässt Gareis offen: “Daran denke ich jetzt noch nicht, ich will vorerst noch spielen.” Aktuell ist es für den Defensivmann wie für alle Amateurfußballer eine schwierige Zeit: “Durch Corona kann man nicht wirklich viel machen. Laufen und Krafttraining ist schon fast das Einzige. Ich muss sagen, dass mir der Fußball brutal fehlt.

Daniel Gareis hat in 436 Spielen im Herrenbereich noch nie eine Rote Karte kassiert, musste lediglich einmal in seiner Zeit bei der SpVgg Bayreuth mit Gelb-Rot vom Platz: 20 Tore hat er in seiner gesamten Karriere erzielt: “Ich bin trotz meiner Größe nicht so kopfballstark, wie man vermuten möchte, wenn ich auch schon Kopfballtore erzielt habe.” Gareis hat auch noch nie in einem Punktspiel einen Elfmeter geschossen: “Dafür sind andere zuständig, vor allem Spieler aus dem Offensivbereich.” Auf alle Fälle hat sich der Franke Daniel Gareis in der Branche einen guten Namen gemacht, wird geschätzt und geachtet. Durch seine ruhige und besonnene Art ist er beliebt. Er ist ein Fußballer, der eine Profikarriere knapp verpasst hat, der aber im Amateurbereich zu einer festen Größe geworden ist und der seit mehr als 15 Jahren auf ganz hohem Niveau seinem Sport erfolgreich nachgeht.

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Spielerstationen Daniel Gareis



Steckbrief D. Gareis

Daniel Gareis
Spitzname
Gare
Alter
35
Geburtsort
Wartenfels
Wohnort
Kulmbach
Familie
verheiratet, 2 Kinder
Nation
Deutschland
Größe
190 cm
Beruf
Dipl.-Betriebswirt
Starker Fuß
Rechtsfuß
Lieb.-Position
defensives Mittelfeld
Frühere Vereine: TSV Stadtsteinach, ATS Kulmbach, Eintracht Bamberg, 1. FC Nürnberg 2
Fan von: 1. FC Nürnberg ("Aus alter Verbundenheit, ansonsten bin ich gar nicht so richtig Fan von einer Mannschaft.")

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