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Artikel veröffentlicht am 08.08.2020 um 08:00 Uhr
Tobias Meßenzehl im Portrait: Ein Abräumer nimmt nicht immer den einfachen Weg
In seiner Laufbahn als Spieler hat sich Tobias Meßenzehl als Abräumer vor der Abwehr unter anderem beim Türkischen FK, aber vor allem viele Jahre bei der SG Nürnberg 1883 einen Namen gemacht. Vor einigen Jahren wechselte der 40-Jährige dann vom Spielfeld an die Seitenlinie. Dass er dabei nicht immer den einfachen Weg geht, zeigt auch sein aktueller Wechsel von seiner sportlichen Heimat hin zum TSV Altenberg II.  
Von Michael Watzinger
Tobias Meßenzehl (in weiß) war schon auf dem Spielfeld äußerst mannschaftsdienlich und ging auch dahin, wo es weh tat. Als Trainer verließ er nun das gewohnte SGV-Nest und wechselte nach Altenberg.
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Im Alter von fünf Jahren nimmt Tobias Meßenzehl erstmals an einem F-Jugend-Training des TSV Südwest teil - auch wenn das seitens der Eltern anders geplant war: "Meine Eltern wollten mich nirgends reinpressen und hatten daher ursprünglich beschlossen, mich erst mit zehn oder elf Jahren wirklich bei einem Verein anzumelden. Sie wollten einfach, dass ich selbst entscheiden kann. Ich war dann aber auch in jungen Jahren schon ziemlich hartnäckig, sodass sie dann irgendwann nachgegeben haben", blickt Tobias mit einem Lachen zurück. Sechs Jahre bleibt er anschließend im Verein, ehe er für gut zwei Jahre praktisch über die Straße zur DJK Eibach wechselte. Im Anschluss erfolgte eine einjährige Auszeit: "Als Jugendlicher waren zwischenzeitlich andere Dinge wichtiger", schmunzelt Meßenzehl. Die Liebe zum Spiel brachte den heute 40-Jährigen dann aber schnell wieder zurück auf das Feld: Über den TV Jahn fand er in der A-Jugend schließlich zum ESV West, der kurze Zeit später zur SG Nürnberg-Fürth 1883 fusionieren sollte.

Am Ende seiner Juniorenzeit schloss sich Tobias Meßenzehl (am Ball) dem damaligen ESV West an. Später kehrte er für viele Jahre an die Regelsbacher Straße zurück.
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Viele Erfahrungen gesammelt

Im Seniorenbereich folgte bald ein kurzer Abstecher zum SV Seukendorf, wo er mit Vater Klaus gemeinsam auf dem Spielfeld stand, den Klassenerhalt in der Kreisklasse aber nicht bewerkstelligen konnte: "Rückblickend war es schon eines meiner Highlights, gemeinsam mit meiner Vater auf dem Rasen gestanden zu haben - auch wenn unser sportliches Ziel, der Klassenerhalt, leider nicht erreicht wurde." 

Was folgte, war der Wechsel zum Türkischen FK Nürnberg, mit dem Meßenzehl den Aufstieg in die Bezirksliga feiern konnte. "Das war eine wirklich tolle Erfahrung, an die ich mich wahnsinnig gerne zurückerinnere. Damals herrschte eine große Euphorie im Verein, es war eine außergewöhnliche Stimmung mit vielen herzlichen Menschen im direkten Umfeld." Im Anschluss folgten durchaus turbulente Zeiten, die Meßenzehl als Spieler hautnah miterlebte: "In den darauffolgenden Jahren ging es dann ziemlich bergab. Überhaupt war es in meinen unterschiedlichen Vereinen immer mal wieder ziemlich unruhig - langweilig war es auf jeden Fall selten", muss Meßenzehl lachen.

Zurück an die Regelsbacher Straße

2006 fand er dann den Weg zurück zur SG Nürnberg-Fürth, für die er schließlich viele Jahre in der 2. Mannschaft im defensiven Mittelfeld abräumte. "Ich weiß gar nicht, ob es sportlich auch für die 1. Mannschaft gereicht hätte, aber beruflich war es mir nicht möglich dreimal die Woche zu trainieren - die Kreisklassen-Mannschaft war für mich der richtige Kompromiss."

Für das Fusionsteam zeigte Meßenzehl (r.) in der zweiten Mannschaft lange als Kapitän vollen Einsatz.
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Im Laufe der Zeit wuchs Meßenzehl dann immer mehr in verantwortliche Positionen herein, war lange Jahre Kapitän des Reserve-Teams, übernahm Traineraufgaben im Junioren- und Seniorenbereich und war auch wichtiges Bindeglied bei der Fusion des Vereins mit dem SC Viktoria, indem er die gemeinsame 3. Mannschaft betreute: "Das war insgesamt betrachtet schon eine schwierige Aufgabe, weil uns zu dieser Zeit einige Spieler verlassen hatten. Insgesamt hat das Ganze dann nach einem guten halben Jahr aber auch wieder besser funktioniert und ist in ordentlichen Bahnen verlaufen", schaut er heute zurück. 

Raus aus dem gewohnten Umfeld

Nun aber heißt es für Tobias Meßenzehl auf zu neuen Ufern. Nachdem es bei der SGV 1883 Nürnberg-Fürth nicht mehr weiterging, blickt der Übungsleiter nun umso erfreuter auf seine neue Aufgabe beim TSV Altenberg als Trainer der A-Klassen-Mannschaft sowie des U-19-Teams. "Für mich war klar, dass ich früher oder später das gewohnte Umfeld verlassen muss, um als Trainer neue Erfahrungen zu sammeln, die mich weiterbringen werden. Mein erster Eindruck in Altenberg ist hervorragend. Es herrscht eine tolle Struktur und jeder ist mit vollem Engagement dabei. Sammy Hammami war bei der SG damals mein Vorgänger bei der U-19 und ich hatte ihn zwischenzeitlich auch als Co-Trainer unterstützt. Die Voraussetzungen stehen also gut, dass das sehr gut passt. Wie eng die Zusammenarbeit aussehen soll, erkennt man daran, dass wir auch zusammen die U-19 betreuen. Ich schätze ihn sehr und kann sicher von ihm als A-Lizenz-Trainer einiges mitnehmen."

Nach ersten Erfahrungen als Trainer bei der SGV 1883 Nürnberg-Fürth zog es Tobias Meßenzehl inzwischen zum TSV Altenberg weiter, wo er mit Sammy Hammami auf einen alten Weggefährten trifft.
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Der TSV Altenberg hat in Meßenzehl einen engagierten und akribischen Trainer gefunden, der noch einiges vor hat: "Ich möchte meine B-Lizenz so gut es geht nutzen und weiter vorankommen - mal sehen, was noch alles kommen wird."  Seine Rolle als Teamplayer, die er auf dem Feld stets mit Bravour ausgefüllt hat, will er auch als Trainer beibehalten: "Ich finde es wichtig, dass man eine Einheit bildet und auch das Team so auftritt. Ich habe bei der SG viel gelernt - vor allem von Michael Bischoff - und möchte nun meinen eigenen Weg gehen. Der einfache Weg ist hierbei nicht immer der richtige."

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Steckbrief T. Meßenzehl

Tobias Meßenzehl
Alter
40
Nation
Deutschland
Größe
184 cm


Spielerstationen T. Meßenzehl


Trainerstationen T. Meßenzehl

19/21
AK
 
19/20
BOL
 
18/19
BOL
 

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