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Artikel veröffentlicht am 29.05.2020 um 06:00 Uhr
Regionalligastreit eskaliert: "Präsident mit absolutistischem Machtverständnis"
Eigentlich sollte das klare Votum der Vereine bei einer internen Umfrage für eine vorzeitige Saisonbeendigung unter dem Deckel bleiben. Jetzt ist aber bekannt geworden, dass es unter den Regionalligisten eine überwältigende Mehrheit für einen Abbruch gibt. Nach einer obskure Stellungnahme des Verbandes antwortet SpVgg-Boss Dr. Wolfgang Gruber mit harten Vorwürfen.
Von HB
Bekanntlich ist es bei der Regionalliga Bayern noch nicht klar, ob die Saison 2019/20 für beendet erklärt werden oder fortgeführt werden soll. Denn bei der Abstimmung der Ligen ab der Bayernliga abwärts im Freistaat, die für ein Weiterspielen plädiert hatten, wurde diese Spielklasse ausdrücklich ausgenommen. Die Entscheidung in der Liga, die als Schnittstelle zwischen Profis und Amateure gilt, ist diffizil und der Entscheidungsprozess entsprechend langwierig. Zwar sprechen auch hier die ungeklärten Aufstiegs- und Abstiegsfragen für eine Saisonfortsetzung. Aber es gibt äußerst gewichtige, wenn nicht drückende Gegenargumente: Nachdem sich die 3. Liga Anfang der Woche mit überraschend deutlicher Mehrheit für eine Saisonfortsetzung ab 30. Mai entschieden hatte, muss der Aufsteiger in diese Spielklasse vorzeitig festgelegt werden. Welchen Sinn würde es dann machen, in der Regionalliga ab Anfang September weiterspielen zu lassen, wenn sich eine Mannschaft bereits nach oben verabschiedet hat? Damit wäre der sportliche Reiz weitgehend weg, weil die Abstiegsfrage nur wenige Mannschaften betrifft. Ganz abgesehen von den vertraglichen und finanziellen Ungereimtheiten, die eine Fortsetzung mit sich bringen würde. Viele Verträge der Spieler laufen Ende Juni aus und auch Sponsoren sind in der Regel nicht bereit, das "Schaulaufen" finanziell zu unterstützen. Aus diesen Gründen haben die Regionalligen West, Südwesten und Nord bereits beschlossen, den alten Saisonfaden nicht wieder aufzunehmen - und im Nordosten ist auf dem besten Wege, hier nachzueifern. Nur in Bayern ist die Entscheidung offen.

Verbandspräsident Dr. Rainer Koch soll über das Ergebnis der Besprechung informiert worden sein.
anpfiff.info

Verwirrende Pressemeldung

In diesen Tagen meldete sich auch der Bayerische Fußball-Verband (BFV) mit mahnenden Unterton. Dabei ging es nicht direkt um Corona, sondern eher um dessen Auswirkungen auf die Regionalliga Bayern. In der Pressemitteilung hieß es: 

Aktuell ist eine Meldung im Umlauf, wonach es eine Abstimmung der Vereine
aus der Regionalliga Bayern über den weiteren Fortgang der aktuell
wegen der Covid-19-Pandemie unterbrochenen Spielzeit gegeben hat. Eine
Quelle für diese Information wird nicht genannt. Der Bayerische
Fußball-Verband (BFV) stellt fest, dass die Nachricht, die
möglicherweise auch Ihre Redaktion erhalten hat, jedweder Grundlage
entbehrt.


Fakt ist

- dass es über den weiteren Fortgang der aktuell unterbrochenen Saison in der Regionalliga Bayern keine Abstimmung gegeben hat

- dass es daher auch kein Abstimmungsergebnis gibt

- dass sich der BFV bezüglich aller relevanten Fragen rund um die Regionalliga Bayern weiterhin in einem intensiven Austausch mit den Ligasprechern und Vereinen befindet.

- dass der BFV gemeinsam mit den Regionalligisten dann etwaige Ergebnisse kommuniziert, wenn es diese auch tatsächlich gibt.


Freilich verkennt der Verband dabei die Tatsache, dass am 29. März eine Videokonferenz unter den Vereinen stattgefunden hatte, an der auch Regionalligasprecher Markus Clemens als Sitzungsleiter teilgenommen und den BFV anschließend informiert hatte. Auch wenn die Abstimmung nicht verbindlich war, gab sie doch ein eindeutiges Meinungsbild wieder: 12 Vereine plädierten für einen Abbruch, 5 enthielten sich und nur der FC Memmingen würde gerne weiterspielen. Dass man in München davon jetzt nichts mehr wissen will, erzürnte insbesondere den Bayreuther Geschäftsführer Dr. Wolfgang Gruber, der via Facebook schimpfte: "Jetzt hat die Abstimmung also nicht stattgefunden. Das wurde doch Herrn Dr. Rainer Koch zur Kenntnis gebracht, der sich laut Herrn Clemens von Schalding-Heining sehr verärgert gezeigt hatte." Dass dieses Votum stattgefunden hat, ist im Grunde unstrittig - ebenso das Ergebnis. Aus Illertissen hieß es dazu: "Man gehe davon aus, dass die aktuelle Saison am 30.6.2020, wie in den anderen Regionalligen auch, in Bayern beendet werde. Gegen eine Fortsetzung hatten sich 17 von 18 Vereine ausgesprochen."   

Jetzt ist der Streit in eine weitere Eskalationsstufe gegangen. Hier der offene Brief von Dr. Wolfgang Gruber, dem Geschäftsführer der SpVgg Bayreuth:

BFV fordert die SpVgg Bayreuth e.V. auf, mich zu maßregeln! Koch will SpVgg spalten!

Wohl einmalig:  In einer E-mail fordert der BFV Präsident Dr. Koch den Vorstandsvorsitzenden der SpVgg Bayreuth e.V. Christian Wedlich auf, mich als sein Personal zu maßregeln. Dr. Koch wörtlich: „Ich würde es deshalb sehr begrüßen, wenn Sie als Vorstandsvorsitzender für einen angemessen Umgang des Ihnen im Verhältnis zum BFV zuzurechnenden Personals Ihrer Tochtergesellschaft sorgen würden.“
Erneut beweist der Präsident des BFV ein geradezu absolutistisches Machtverständnis und droht offen!
Es ist wohl der letzte Versuch eines Funktionärs, durch die alt bekannte Taktik der persönlichen Verunglimpfung, ein Ablenkungsmanöver von seinen eigenen nicht mehr verständlichen Handlungen durchzuführen. 
Nicht wir haben das Votum von 17 Regionalligamannschaften erfunden, in dem 12 Vereine am 29. April den Saison-Abbruch wünschten, vier sich enthielten und nur 1 Verein weiterspielen wollte.
Nein, der BFV hat versucht durch eine Pressemitteilung, wonach es eine solche Abstimmung/Votum/Meinungsbildung nie gegeben hätte, die Öffentlichkeit zu täuschen.
Der Sprecher der Regionalliga Markus Clemens schreibt am 28.05. in einer Mail an die Regionalligisten hierzu:”Zur sachlichen Klarstellung: Dem BFV ist seit Wochen das Meinungsbild unserer gemeinsamen, ligainternen Videokonferenz bekannt. Robin und ich haben das gemeinsam transportiert. 12 Vereine waren damals für Abbruch, 4 neutral und 1 Verein für Fortsetzung. Der TSV Aubstadt war nicht anwesend.”

Herr Dr. Koch möge endlich erklären, warum der BFV als einziger Verband in Deutschland eine Spielsaison fortführen will, während alle anderen Verbände eine neue Saison starten. Herr Koch, was sind Ihre Gründe?

Ich persönlich glaube, dass es schon lange nicht mehr um sportliche oder juristische Argumente geht. Geht es vielleicht um Sponsorenverträge, die der BFV mit Firmen abgeschlossen hat, die offensichtlich an den Spielbetrieb der Regionalliga gekoppelt sind, dieser aber nie spürbar zu gute gekommen sind? Was sind das für Verträge, was sind das für Zuwendungen, von denen offensichtlich in den Regionalligavereinen nichts ankommt?

Warum ist dem BFV die Eskalation des Streits mit der SpVgg Bayreuth so wichtig? Was hilft dieser Streit den anderen 17 Regionalligavereinen, von denen immerhin noch weitere 11 den Abbruch wünschen! Braucht es einen Sündenbock, der am Schluss für das Desaster der unverständlichen Beschlüsse des BFV zuständig ist?

Dr. Koch ist ein mächtiger Mann. Seine Macht begründet sich offensichtlich auch darauf, andere einzuschüchtern und zu sanktionieren. Unter seiner Leitung wird vorab bestimmt, was abgestimmt werden soll. Andere Meinungen werden nicht toleriert. Es kann nur eine Meinung geben. Durch sein zweifellos taktisches Funktionärsgeschick hat der BFV Präsident es geschafft, ein herrschaftliches Netzwerk aufzubauen. Der Fußballverband ist nicht mehr Dienstleister der Vereine, sondern im Vorgesetztenmodus Staat und Kirche zugleich.

Die SpVgg Bayreuth hat in Ihrer Geschichte viel überstehen müssen. Von 1933 bis 1945 wurde die SpVgg als “sozialistischer Arbeiterverein” verboten. 1946 trat die SpVgg in aus alten Hakenkreuz-Fahnen genähten Sporthosen wieder an.
Daraus schöpfen wir Mut und Zuversicht.    

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Tabelle Regionalliga Bayern

Pl.
Team
Sp
Tore
Pkt
4
23
48:27
41
6
23
41:23
37
8
23
29:31
34
9
22
37:34
33
10
23
38:34
29
12
23
33:48
25
13
22
24:40
24
15
23
37:52
23
17
22
22:36
19
18
21
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Steckbrief W. Dr. Gruber

Wolfgang Dr. Gruber
Alter
51
Geburtsort
Bayreuth
Wohnort
Bayreuth
Familie
verheiratet, 5 Kinder
Größe
197 cm
Gewicht
105 kg
Beruf
Unfallchirurg
Hobbies
Handball (selbst höherklassig gespielt), Kommunalpolitik, Fußball


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