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Artikel veröffentlicht am 28.03.2020 um 07:00 Uhr
02.10.2010, Dergah - Quelle 4:4: Gut angelegtes Eintrittsgeld!
Ja, es war ein echtes Spitzenspiel am 10. Spieltag der BOL Mittelfranken, das am 2. Oktober 2010 auf dem Sportplatz der Bertolt-Brecht-Schule in Nürnberg-Langwasser stattfand. Ein nicht alltägliches Match war es obendrein - mit acht Toren und vier Hinausstellungen. Wir blicken zurück auf dieses Highlight-Spiel...
Von Marco Galuska

Dergahspor - SG Quelle Fürth 4:4 (0:1)

Das Spitzenspiel der BOL Mittelfranken zwischen Dergahspor und der SG Quelle Fürth lieferte den nur 120 Zuschauern beste Unterhaltung. Nachdem die Fürther zur Pause dank ihrer reiferen Spielanlage verdient mit 1:0 führten, drehten die Türken im zweiten Durchgang auf und nutzten immer wieder Unzulänglichkeiten in der Quelle-Defensive. Trotz zweimaliger Führung reichte es für den Aufsteiger aber nicht zum Sieg, da ein spätes Eigentor den überaus verdienten 4:4-Ausgleich für die Adler-Elf bescherte. Farbenfroh ging es obendrein zu, wobei die Karten bei Referee Klein recht locker saßen.

Club-Fans bekommen Spektakel zu sehen

Mit der Empfehlung eines 8:0-Kantersieges gegen die TSG 08 Roth kam der Landesliga-Absteiger SG Quelle Fürth an jenem Samstagnachmittag in den Nürnberger Süden gereist. Die Hausherren von Dergahspor spielten schon bis zu diesem 10. Spieltag eine beachtliche Saison, wenngleich man in der Vorwoche eine 0:3-Niederlage beim SC 04 Schwabach kassiert hatte.

Als einige Club-Fans vom nahe gelegenen Bundesliga-Spiel (2:1-Sieg des 1.FCN gegen Schalke 04) auf dem Weg zu ihrem Auto noch in der Schlussphase am Sportplatz der Bertolt-Brecht Schule in Langwasser vorbeischauten, staunten sie nicht schlecht. Lieferte doch gerade der zweite Durchgang besten Unterhaltungswert mit so ziemlich allen Facetten, die der Fußball zu bieten hat und in dieser Form eher seltener im Profifußball zu finden ist. So kurzweilig das Spiel für die 120 Besucher - die Partie hätte freilich mehr Zuschauer verdient gehabt - auch war, so dürfte es den Verantwortlichen beider Seiten einige Nerven gekostet haben.

Auch wenn es hier nicht so aussieht, hatte Dergah in dieser Szene noch alles im Griff: der indirekte Freistoß der SG Quelle war keine Gefahr für die Mannen um Keeper Turgay Karali.
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Zunächst begann das Geschehen eher verhalten. Beide Teams waren im Spitzenspiel bemüht, wollten jedoch zunächst nicht zu viel wagen. Die erste gute Möglichkeit lag auf Seiten der Gastgeber, doch Ersoy Sezer zielte mit seinem Schuss über den Kasten von Quelle-Keeper Sebastian Haeunke (17.). Bezeichnend war die Entstehung dieser Chance: ein langer Ball auf die schnellen Angreifer stellte die Fürther Defensive vor Probleme. Insgesamt war jedoch die Quelle das Team mit der reiferen Spielanlage und kombinierte immer wieder gefällig.

Artur Boxler als Dreh- und Angelpunkt


Nach 27 Minuten legte Artur Boxler mit dem Kopf mustergültig auf Sturmpartner Volkan Avci ab und dieser hatte keine Probleme, aus kurzer Distanz Dergah-Schlussmann Turgay Karali zu überwinden. Nur eine Minute später war die Hintermannschaft der Türken noch nicht geordnet und Boxler tauchte frei vor Karali auf, der mit einer kompromisslosen Faustabwehr den Ball und den Stürmer traf. Der Nachschuss von Jordan Ferrell war zu überhastet, so das Karali klären konnte. Doch der etwas benommene Boxler lag immer noch am Boden. Karali, mit dem Ball in der Hand, nahm sich Boxler an - sehr fragwürdig lautete die Entscheidung des Unparteiischen Christian Klein, der dem Schlussmann die Gelbe Karte zeigte und das Spiel mit einem Schiedsrichterball fortsetzte.

In der 31. Minute war es wieder ein langer Ball, der die Quelle-Abwehr aushebelte und Dergah-Torjäger Akin Bölük freie Bahn gab. Doch der Angreifer wurde beim Umspielen des heraus geeilten Haeunke zu weit abgetrieben, so dass der Ball im Toraus landete. Drei Zeigerumdrehungen später gab es erneut Aufregung auf der anderen Seite. Karali hatte einen Rückpass - so wertete es zumindest Referee Klein - in die Hand genommen, doch Boxlers indirekter Freistoß verpuffte harmlos. Die letzte Chance im ersten Durchgang vergab Bölük mit einem Schuss knapp über das Tor.

Quelle-Angreifer Artur Boxler (rechts) bereitete mustergültig drei Treffer für seine Farben vor, musste am Ende jedoch auch mit der Gelb-Roten Karte vorzeitig vom Platz.
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Dergah dreht gewaltig auf

Richtig turbulent wurde es im zweiten Durchgang. Kaum hatten die Zuschauer ihre Plätze wieder eingenommen, setzte Dergah schon das erste Ausrufezeichen. Sezer hatte über die linke Seite seinen Sturmkollegen Bölük frei gespielt und dieser vollstreckte per Linksschuss ohne Probleme zum 1:1-Ausgleich (51.). Die Antwort der Quelle ließ nur zwei Minuten auf sich warten: Boxler spielte auf Avci, der mit einem feinen Schlenzer die erneute Führung besorgte. Weitere zwei Minuten später hatte der Dergah-Anhang den Torschrei auf den Lippen, als Bölük frei vor Haeunke auftauchte, dieser mit toller Fußabwehr die Führung verteidigte. Doch schon in der 58. Minute war der junge Quelle-Schlussmann chancenlos, nachdem er gegen den frei vor ihm auftauchenden Emanuele Romeo Kopf und Kragen riskierte, landete der abgewehrte Ball bei Mustafa Köseoglu, der zum 2:2 abstaubte. Dergah drehte nun richtig auf und ließ das Spielgerät schnell durch die eigenen Reihen laufen. So war es Köseoglu, der zwei Minuten nach dem Ausgleich sich für die Vorarbeit bedankte und Romeo bediente, der dann zum 3:2 einnetzen durfte.

Dergahs Spielertrainer Turgay Karali kassierte die Gelb-Rote Karte und dirigierte sein Team am Ende von der Tribüne aus.
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Karali vom Tor auf die Tribüne

Die junge Quelle-Truppe schüttelte sich kurz und spielte nach dem Rückstand wieder munter nach vorne. Zunächst scheiterte Peter Gerber mit seinem Schuss noch knapp (66.), und Christian Richert köpfte nach einer Ecke einen Gegenspieler auf den Rücken (70.). Doch in der 77. Minute sollten die Bemühungen der Elf von Thomas Adler belohnt werden. Erneut war es Artur Boxler, der mit einer perfekten Flanke von der Grundlinie den aufgerückten Richert fand und so seinem Kapitän ein Kopfballtor aus kurzer Distanz ermöglichte. Vom Anstoß weg leistete sich Dergah einen kapitalen Fehler in der Defensive und es kam zum Laufduell auf der linken Angriffsseite der Quelle zwischen Stürmer Avci und Keeper Karali. Der Quelle-Angreifer wurde dabei unsanft zu Fall gebracht und Schiedsrichter Klein zeigte dem türkischen Spielertrainer die Ampelkarte. So musste Ersatz-Torwart Erdem Semiz ins Tor und Ex-Quelle-Keeper Karali dirigierte fortan lautstark von der Tribüne aus.

Ein Spiel, das man so schnell nicht vergisst. Quelle-Kapitän Christian Richert und Dergahspor-Torjäger Akin Bölük lieferten sich eine unterhaltsame Begegnung mit allen Haken und Ösen.
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Alles lief nun eigentlich für die Quelle, doch eine Unachtsamkeit, die Adler verständlicherweise die Zornesröte ins Gesicht trieb, brachte Dergahspor in Unterzahl durch Bölük die 4:3-Führung (83.). Schlimmer kam es noch für die Gäste, als Boxler wegen eines Allerweltfouls die Gelb-Rote Karte sah (84.). Doch wer nun dachte, die Gastgeber hätten damit endgültig das Spiel für sich entschieden, sah sich getäuscht. Der kopfballstarke Richert ging erneut ins Sturmzentrum, doch der für den Quelle-Kapitän vorgesehene lange Ball aus dem Mittelfeld landete auf dem Kopf von Mehmet Bilici, der damit unglücklich seinen Torhüter Semiz überlupfte (87.). Nach dieser erneuten Wendung im Spiel war der Endstand schließlich gefunden.

Thomas Adler erlebte als Quelle-Coach einen denkwürdigen Fußball-Nachmittag in Langwasser.
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Überzogen war noch der Platzverweis gegen Quelles Maximilian Schmidt, der nach einem "Foul" ebenfalls vorzeitig auf die Tribüne musste. Nach dem Abpfiff war es dann wohl eine unsachliche "Kritik" an der Leistung des Referees, die den eingewechselten Quelle-Angreifer Benjamin Schulze noch die Rote Karte einbrachte.

Am Ende der Saison 2010/11 wurde Dergahspor Vizemeister (und packte in der Relegation den Aufstieg), während die SG Quelle Fürth als Dritter abschloss.

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Spielstenogramm

Tore: 0:1 Avci (25., Boxler), 1:1 Bölük (51., Sezer), 1:2 Avci (55., Boxler), 2:2 Köseoglu (58., Romeo E.), 3:2 Romeo E. (65., Köseoglu), 3:3 Richert (77., Boxler), 4:3 Bölük (83.), 4:4 Eigentor (87.)
Gelb-rote Karten: Karali (78.) / Boxler (85.), Schmidt (90.) | Rote Karten: - / Schulze (90.)
Zuschauer: 120 | Schiedsrichter: Christian Klein (SpVgg/DJK Heroldsbach/Thurn)


Tabelle BOL Mfr. 2010/11

Pl.
Team
Sp
Tore
Pkt
1
30
72:45
63
2
30
57:37
58
3
30
81:43
56
4
30
53:49
47
5
30
47:41
46
6
30
48:41
45
7
30
38:31
43
8
30
59:43
42
9
30
63:62
41
10
30
43:59
41
11
30
54:49
40
12
30
53:51
38
13
30
47:59
37
14
30
38:53
32
15
30
46:53
31
16
30
24:107
11
Bei Punktgleichheit: Entscheidungsspiel

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