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Artikel veröffentlicht am 01.04.2020 um 06:00 Uhr
Maßnahmen zur Schiri-Gewinnung: Dresscode wird weiter gelockert
Es mangelt nach wie vor an Nachwuchs bei den Schiedsrichtern. Die Neulingslehrgänge, welche die jeweiligen Gruppen regelmäßig durchführen, sind alles andere als überlaufen. Im Zuge der Maßnahme "Wir regeln das" hat man in Bayern nun für die knapp 10.000 aktiven Schiedsrichter den Dresscode weitgehend gelockert, nicht zuletzt um gerade auch Jugendliche an die Pfeife zu locken.
Von Marco Galuska
Schiedsrichter bekommen am 1.4. noch etwas mehr Freiheiten in der Wahl ihrer Kleidung.
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(Fast) Freie Auswahl beim Schiedsrichter-Dress

Was viele nicht wissen, steht in den "Zusätzlichen Erläuterungen" des DFB nach wie vor unter Punkt 1: "Den Schiedsrichtern und Schiedsrichter-Assistenten ist für ihre Kleidung die Farbe Schwarz vorbehalten." Doch auch hier steht bereits: "Andere Farben dürfen ebenfalls getragen werden." Jener Spielraum wurde nun explizit im Vorschlag des Verbands-Schiedsrichter-Ausschuss (VSA) des BFV im Zuge der Kampagne "Wir regeln das" erweitert.

Mit der am 1.4. gültigen Maßnahme möchte der VSA des BFV gerade die zahlreichen Fußballfans aus den Profiligen ansprechen: "Viele Anhänger des Fußballsports verfügen bereits über entsprechende Trikots, die mit Stolz auch bei anderen Anlässen als dem Stadionbesuch getragen werden. Diesem Umstand wollen wir gerade bei der Nachwuchsgewinnung Rechnung tragen, sowohl was die Anschaffungskosten anbelangt, aber auch hinsichtlich der eigenen Identifikation mit Idolen und Werten, wenn man selbst auf dem Platz steht", heißt es in der Meldung des VSA.

Vereins- und Nationaltrikots ohne Werbung erlaubt

Erlaubt ist dabei explizit das Tragen von "Vereinsmannschafts- oder Nationalverbands-Trikots, solange a) eine klare farbliche Abgrenzung zu den beteiligten Mannschaften gegeben ist und b) die offensichtlich gewählte Sympathien die Rolle des/r Unparteiischen im zu leitenden Spiel nicht infrage stellen." Als Beispiel nennt der VSA: "Bei einem Spiel der TSV 1860 München Junioren sollte der/die Unparteiische möglichst nicht in einem dem FC Bayern München zuzuordnenden Dress das Spiel leiten." 

Eine wesentliche Einschränkung gilt aber auch weiterhin für das Tragen von Vereinstrikots. Denn diese müssen "weitgehend werbefrei" bleiben. "Großflächige Werbung auf Brust oder Rücken ist individuell nicht möglich. Im Zweifel ist der Werbeaufdruck unkenntlich zu machen bzw. vor der Spielleitung abzukleben."

Schnitt frei wählbar


Das größte Zugeständnis der aktualisierten Richtlinien ergibt sich vor allem in der "Beschaffenheit der Kleidung". Einen wirklichen Dresscode gibt es, abgesehen der genannten Werbefreiheit und dem Vorrang der Farbe schwarz (siehe oben), für den Schiedsrichter nicht mehr. Die Vorgabe des VSA fällt daher entsprechend abstrakt aus: "Die Kleidung des Schiedsrichters besteht mindestens aus drei Teilen: Oberbekleidung, Hose und Schuhe. Traditionell wird zudem das Tragen von Stutzen (Anm. der Redaktion: mehr dazu weiter unten), bei entsprechender Witterung oder Haardichte auch eine Kopfbedeckung, empfohlen."

Neben den Vorgaben und Empfehlungen werden im Schreiben des VSA praktische Beispiele genannt, welche den Schiedsrichter-Anwärtern künftig auch bei den Neulingslehrgängen vermittelt werden. "Der eine trägt die Hose gerne etwas länger, der andere fühlt sich dadurch in seiner Bewegung beeinträchtigt. Der moderne "Slim-fit-Schnitt" bei Hemden und Trikots mag je nach Fitnesslevel des Schiris angemessen erscheinen. Bei den Schuhen sind auch bequeme Jogging- oder Wanderschuhe, je nach Platzbeschaffenheit, Spiel- und Altersklasse, vertretbar." Insgesamt gelte es bei der Abwägung der Interessen, "einen Kompromiss zu finden zwischen dem eigenen Wohlbefinden und der zu wahrenden Autorität eines SR."

Die Freiheiten in der Bekleidung der Schiris wird weiter gelockert. Gerade der Stutzen-Paragraph soll in Zukunft die Verwechslungsgefahr minimieren.
fussballn.de

Stutzen runter zur besseren Unterscheidung


Eine wesentliche Neuerung gibt es darüber hinaus bei den Stutzen der Pfeifenmänner. Während bei der Wahl der Trikotfarbe den Unparteiischen schon seit vielen Jahren mehr Handlungsspielraum gewährt wurde, sind die Stutzen traditionell weiterhin dunkel gehalten, in den meisten Fällen noch immer klassisch schwarz. Dies führt gerade im Amateurbereich, in dem der Blick des ballführenden Spielers oftmals kaum über den Kniebereich erfolgt, mitunter zu Irritationen. Das Argument der Vereine, wonach hellere Stutzen sich auf die Dauer schlechter waschen lassen, hat beim Verbands-Schiedsrichter-Ausschuss nun zu einer pragmatischen Lösung geführt: So ist es dem Unparteiischen "bei gegebener Verwechslungsgefahr" ausdrücklich empfohlen, die Stutzen kurzerhand herunterzuziehen. "Da bei den Spielern weiterhin das Tragen von Schienbeinschonern verpflichtend ist, sind hier die SR gefordert, mehr Flexibilität zu zeigen", heißt es hierzu in der Vorgabe des VSA.

Beim Benefizturnier in Zirndorf zeigte Deniz Aytekin bereits das, was ab 1. April nun auch im Amateurfußball weiter gelockert wird: Stutzen müssen nicht mehr hochgezogen werden, vielmehr können sie einer Verwechslung bei Farbgleichheit vorbeugen.
fussballn.de / Schlirf

Keine Alternative zum Freistoßspray

Im vom DFB vor der Saison herausgegebenen Fußball-Regelwerk wurde unter "Regel 05 - Schiedsrichter" die Ausrüstung vorgegeben: Zur zwingend vorgeschriebene Ausrüstung gehören auch weiterhin klassisch Pfeife(n), Uhr(en), gelbe und rote Karten und Notizblock (oder ein sonstiges Mittel für Aufzeichnungen über das Spiel). Ebenfalls erlaubt sind: Ausrüstung zur Kommunikation mit anderen Spieloffiziellen (Fahne mit Vibrations-/Piepsignal, Headset etc.), elektronische Leistungs- und Aufzeichnungssysteme (EPTS) oder sonstige Geräte zur Kontrolle der Fitness. Schiedsrichter und andere Spieloffizielle auf dem Spielfeld dürfen weder sonstige elektronische Geräte, auch keine Kameras, noch Schmuck tragen.

Beim Freistoßspray dürfen nur die extra dafür vorgesehenen Fabrikate verwendet werden.
fussballn.de / Kögel

Somit wurde die Anwendung von Laserpointern als Alternative von Freistoßsprays untersagt. Auch das Streuen von Sägespäne oder die Anbringung von Markierungsstreifen, wie z.B. Malerkrepp, so wie es beim Futsal in Hallen zur Markierung der 10-Meter-Marke üblich ist, bleibt vorerst beim Fußball verboten. Des Weiteren wurde betont: "Der Einsatz von Rasierschaum stellt keine ökologisch vertretbare Alternative zum Markierungsspray dar."

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