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Artikel veröffentlicht am 08.10.2019 um 09:45 Uhr
Trotz toller Form: SGV-Coach Wagler: "Traue dem Frieden noch nicht"
Mit vier Siegen aus den letzten fünf Partien zählt die SGV Nürnberg-Fürth 1883 aktuell zu den formstärksten Teams der Liga, wodurch man sich auf den vierten Tabellenplatz verbessern konnte. Trotz der zuletzt tollen Resultate sieht Trainer Dirk Wagler seine Mannschaft noch nicht konstant genug und mahnt daher zur Konzentration. Die Fusionself will die Berg- und Talfahrt der Vergangenheit endlich hinter sich lassen.
Von Michael Watzinger
Dirk Wagler und seine SGV Nürnberg-Fürth 1883 haben aktuell einen Lauf - der Coach selbst hofft auf mehr Konstanz bei seiner Mannschaft.
fussballn.de
Vier aus Fünf - die SGV 1883 ist gut in Form

Nach durchwachsenem Saisonstart hat sich die SGV Nürnberg-Fürth 1883 unter dem neuen Trainer Dirk Wagler zuletzt immer besser gefunden und durch teils deutliche Siege in der Tabelle bis auf den vierten Tabellenrang nach vorne geschoben. Vier der letzten fünf Begegnungen konnte das Fusionsteam zuletzt für sich entscheiden, einzig gegen den noch immer ungeschlagenen Tabellenführer SpVgg Mögeldorf 2000 ging die Wagler-Truppe leer aus. Der Trainer selbst sieht die Entwicklung seiner Mannschaft absolut positiv, wenngleich er zu verstehen gibt: "Ich traue dem Frieden noch nicht so ganz! Ich verfolgte die Entwicklung der Truppe bereits seit einiger Zeit, war auch vor meinem Antritt als Trainer recht nah am Verein dran. Dass wir über eine gute individuelle Qualität besitzen, wissen wir. Allerdings wurde diese zu unregelmäßig abgerufen - auch deshalb gab es  öfter mal ein ganz schönes Auf und Ab."

Anders als in dieser Szene kam die SGV Nürnberg-Fürth 1883 (hier in weiß beim SV Burggrafenhof) zuletzt kaum ins Straucheln und zählt mit vier Siegen aus den letzten fünf Partien zu den formstärksten Teams der Liga - ein Ende des lange anhaltenden Auf und Abs?
Jan Botzenhardt

Keine Frage der Qualität

Für Wagler selbst steht die Qualität seines Kaders außer Frage. Dennoch macht der Trainer klar, mit dem bisher Erreichten nicht komplett zufrieden zu sein: "Die Tendenz geht zur Zeit klar in die richtige Richtung. Man muss aber schon auch sehen, dass wir bislang gegen keinen Gegner chancenlos waren und einige Punkte leichtfertig liegen gelassen haben - ob in Cadolzburg, als eine 4:1-Führung am Ende nicht zum Sieg gereicht hat, oder auch letztens gegen Mögeldorf, als ein wenig die Cleverness gefehlt hat, um vielleicht einfach einen Zähler mitzunehmen, statt unbedingt auf den Sieg zu gehen und am Schluss mit völlig leeren Händen dazustehen." Von der individuellen Klasse seiner Mannschaft ist Wagler derweil überzeugt, er zählt die Fusionself individuell zu den Spitzenteams der Liga. "Allerdings hatten wir selbst zu Bezirksliga-Zeiten kein Qualitätsproblem. Es geht vielmehr um die Bereitschaft, diese auch in jedem Spiel unbedingt abrufen zu wollen und einfach eine gewisse Konstanz reinzubekommen. Das ist der Schlüssel!" 

Das Ende des Chancenwuchers

Ein weiterer Punkt, welcher der SGV 1883 lange Zeit nachgesagt wurde, war die fehlende Effizienz vor dem gegnerischen Gehäuse. Zwar sorgte die gute Spielanlage für genügend Abschlusssituationen, als Torfabrik war die Fusionself aber nicht gerade bekannt. Ein Blick auf die aktuellen Statistiken genügt, um das lange Zeit währende Problem des Chancenwuchers der Vergangenheit zuzuschreiben. Mit 40 erzielten Toren stellt die Wagler-Elf im Moment die torhungrigste Offensive der Liga. In fast der Hälfte der ausgetragenen Spielen (6 von 13 Mal) durfte die Fusionself viermal oder häufiger jubeln - ebenfalls Liga-Bestwert. Trainer Wagler blieb diese Entwicklung freilich nicht verborgen: "Man merkt einfach, dass sich mittlerweile gewisse Automatismen eingespielt haben. Die Mannschaft musste sich erst finden und mich erst kennenlernen, offensiv sieht das jetzt aber schon ziemlich gut aus. Im Vergleich zur Vorsaison haben wir zum gleichen Zeitpunkt fast doppelt so viele Tore geschossen. Daran sieht man, dass wir in dieser Hinsicht auf jeden Fall Fortschritte gemacht haben."

Gewohntes Bild: die SGV Nürnberg-Fürth 1883 hat ihren Torhunger entdeckt und stellt mit 40 Toren die bislang treffsicherste Offensive der Kreisliga Nürnberg.
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Weiter oben dranbleiben

Für die Fusionself gilt es jetzt den neuen Schwung weiter mitzunehmen. Trainer Wagler hofft darauf, dass seine Mannschaft weiter zusammenwächst und zukünftig noch mehr als verschworene Einheit auftritt: "Die Konstellation mit neuem Trainer und einigen Veränderungen braucht ja immer eine gewisse Anlaufzeit. Ich wünsche mir, dass wir weiter zusammenwachsen. Andere Mannschaften wie die SpVgg Mögeldorf beispielsweise spielen ja bereits Jahre zusammen - wir wollen auch hier mehr Konstanz reinbringen und so noch besser werden." Jene Konstanz soll die SGV Nürnberg-Fürth 1883 dann weiter in der Spitzengruppe halten. Wichtig sei hierbei, dass der Abstand nach ganz vorne nicht zu groß wird, dann könne man nach der Winterpause vielleicht gar noch einmal auf den großen Wurf hoffen. "Dafür müssen wir aber absolut konzentriert unsere Hausaufgaben machen", appelliert Wagler an sein Team.

Gastspiel bei Hajduk als Charaktertest

Für die Fusionself steht nun mit der Auswärtspartie beim KSD Hajduk der nächste Gradmesser an. Trainer Wagler erwartet von seinen Jungs eine konzentrierte Leistung und mahnt, sich nicht von Nebengeräuschen ablenken zu lassen. "Das wird aus mehreren Gründen eine wirklich schwierige Partie: zum einen erwartet uns mit dem KSD eine Mannschaft, die technisch stark und unheimlich einsatzwillig ist und sich auf dem heimischen Platz absolut wohl fühlt. Zum anderen erwarte ich von meinen Spielern, dass sie sich auf die Gegebenheiten einstellen und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Dinge wie nicht so moderne Kabinen oder ungewohnte Platzverhältnisse dürfen keine Ausrede sein! Wir müssen lernen, uns in Zukunft nicht mehr so leicht ablenken zu lassen."

Keine Frage, die SGV 1883 zählt aktuell zu den heißesten Mannschaften der Liga. Es wird interessant zu sehen sein, ob die nötige Konstanz nun an der Regelsbacher Straße Einzug gehalten hat - oder ob das Auf und Ab der Vergangenheit doch noch nicht überwunden ist.

Zwei Nachholspiele unter der Woche

Gleich zwei Heimspiele stehen für Adrian Mesek und seinem KSD Hajduk in dieser Woche auf dem Programm.
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Vor dem Wochenendspieltag rollt aber bereits unter der Woche der Ball. Am Mittwoch empfängt der KSD Hajduk um 19 Uhr die Zweitvertretung von Türkspor/Cagrispor Nürnberg auf dem heimischen Sigena-Platz. Dabei will sich die Mesek-Elf nach zuletzt vier Spielen in Folge ohne Sieg wieder über einen Dreier freuen. Die Gäste andererseits dürften nach dem wichtigen 6:4-Erfolg am vergangenen Wochenende aber mit neuen Selbstvertrauen anreisen. Am Donnerstag kommt es dann ebenfalls um 19 Uhr zum Aufeinandertreffen zwischen der Turnerschaft Fürth und dem TSV Cadolzburg. Die Gäste wollen hierbei ihre drei Spiele andauernde Siegesserie weiter fortsetzen, was Akin Bölük und seine Turnerschaft freilich tunlichst vermeiden wollen. Durch einen Heimsieg könnten sich die Gastgeber bis auf einen Zähler an den Kontrahenten heranpirschen.

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Kreisliga diese Woche



Tabelle Kreisliga Nürnberg

Pl.
Team
Sp
Tore
Pkt
2
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35:26
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30:20
22
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11
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19:24
13
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16:32
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22:28
11
14
11
13:21
10
17
13
27:51
6
Direkter Vergleich bei Punktgleichheit

Formbarometer Kreisliga Nürnberg

Pl.
Team
Tore
Pkt
2
SpVgg Mögeldorf
11:5
10
3
14:4
9
 
10:5
9
 
3:10
6
12
Tuspo Nürnberg
15:16
3
 
DJK Falke
6:11
3
 
3:9
2
17
5:9
1
Punkte aus den letzten 4 Spielen. Rechtes Kästchen = letztes Spiel, 2. Kästchen v.r. = vorletztes Spiel usw. Farben: grün = Sieg, weiß = Unentschieden, rot = Niederlage, grau = kein Spiel.

Teamvergleich

 
vs
Tabellenplatz
6
 
4
gewonnene Spiele
7
 
8
Zu-Null-Spiele
2
 
4
Spiele ohne Treffer
3
 
2
Formbarometer*
9
 
9
erzielte Tore
31
 
45
versch. Torschützen
14
 
16
Direkte Duelle **
2
0
1
Team-Vergleich
1
:
6
* Punkte aus den letzten vier Spielen, ** nur Pflichtspiele berücksichtigt.

Die Torfabriken der Liga



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