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Artikel veröffentlicht am 02.10.2019 um 14:00 Uhr
Pfiff des Monats: Spielabbruch wegen Spielermangels
Zu einem Vorfall mit Seltenheitswert kam es am 15.09.2019 in der A-Klassen-Partie Atletico Erlangen - Jugoslavija Erlangen. Zur Halbzeit brach der Schiedsrichter die Begegnung wegen Spielermangels der Gäste ab. Zu diesem Zeitpunkt führten die Gastgeber bereits mit 4:0. Aber war die Entscheidung rechtens?
Von Ralf Riemke
So schilderte anpfiff.info-Reporter Sebastian Baumann das Geschehen in seinem Bericht:

Kreisklassenabsteiger Jugoslavija Erlangen spielt bisher eine schwache Saison und konnte noch keinen Punkt holen. Auch im Spiel gegen Atletico Erlangen gab es für die Balkankicker nichts zu holen - wenn auch aus anderem Grund. "Wir haben das Spiel schon zehn Minuten später begonnen, weil die Gäste nur mit neun Spielern da waren und wir warten mussten bis noch zwei Spieler kamen", berichtet Carlos Perez, der Trainer der Erlanger. Nachdem sich ein Spieler schnell verletzte und ein weiterer mit einer Roten Karte nach einer Tätlichkeit vom Feld musste, spielten die Jugos nur noch mit neun Spielern weiter und kassierten dementsprechend Gegentreffer. "Ich muss aber sagen, dass es ein sehr faires Spiel war. Dann haben sich noch zwei weitere Gegenspieler verletzt, sodass nur noch sieben Spieler am Feld standen", ergänzt Perez, der in der Halbzeitpause vom Schiedsrichter informiert wurde, dass sich noch ein weiterer Spieler der Gäste verletzt hatte und er deswegen das Spiel abbrechen muss. Damit endete das Spiel nach 45 Minuten für Atletico Erlangen.

In die Knie ging nicht Atletico Erlangen (wie hier im Bild), sondern der Gegner Mitte September. Grund war Spielermangel.
anpfiff.info

In der Halbzeitpause stand also fest, dass Jugoslavija nur noch sechs Spieler für die zweiten 45 Minuten zur Verfügung hatte. Laut Regelwerk ist in einem solchen Fall das Spiel durch den Schiedsrichter abzubrechen. Dort heißt es nämlich: „Wenn sich eine Mannschaft auf weniger als sieben Spieler verringert, ist das Spiel abzubrechen.“

Die Wortwahl zeigt bereits, dass der Unparteiische in seiner Entscheidungsfindung keinen Spielraum mehr hat, sondern die Partie zwingend abbrechen muss! Außerdem ist von ihm eine Meldung zu fertigen. Der Spielstand ist für diese Maßnahme im Übrigen nicht von Bedeutung.

Der Schiedsrichter hat also gemäß den Vorschriften gehandelt und alles richtig gemacht. Seine Entscheidung war nicht nur regelkonform, sondern sogar zwingend genau so vorgeschrieben!  

Bei Spielbeginn müssen übrigens von jeder Mannschaft mindestens sieben Spieler auf dem Spielfeld sein. Einer von ihnen muss der Torwart sein. Gerät eine Mannschaft durch eine Verletzung oder eine Zeitstrafe kurzzeitig unter sieben Spieler, ist das Spiel fortzusetzen. Diese Akteure gehören ja zum Spiel.

Die aktuelle Regelung trat zur Saison 2016/17 in Kraft. Zuvor war es so, dass der Teamkapitän / Spielführer um den Abbruch des Spiels bitten musste.  

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