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Artikel veröffentlicht am 18.09.2019 um 06:00 Uhr
Uwe Neunsinger im Interview: "Dummheit und Ego der sozialen Medien genutzt"
Am vergangenen Dienstagabend machte das Gerücht der Beurlaubung von Burgfarrnbachs Trainer Uwe Neunsinger in den sozialen Medien die Runde. Am Sonntagabend durften die Bären dann einen 4:0-Sieg beim bis dato ungeschlagenen Primus SVG Steinachgrund bejubeln. Im Interview spricht der Coach über eine außergewöhnliche Maßnahme und die aktuelle Lage auf der Tulpe und in der Liga.
Von Marco Galuska
Mit einer außergewöhnlichen Maßnahme war Burgfarrnbachs Trainer Uwe Neunsinger letztlich erfolgreich.
fussballn.de / Watzinger
Hallo Herr Neunsinger, nicht wenige waren überrascht, dass Sie am Sonntag den TSV Burgfarrnbach in Gutenstetten gecoacht haben. Es wurde in den Tagen vorher über Ihre Beurlaubung spekuliert und diskutiert.

Uwe Neunsinger:
Es war intern kommuniziert, dass ich unter der Woche im Urlaub bin, aber das Spiel am Sonntag coachen werde.

So wirklich intern blieb das aber nicht. Vielmehr gab es auf Facebook einen entsprechenden Post, der dann auch weitergetragen wurde.


Neunsinger:
Das sind leider die Zeiten heutzutage. Auch interne Sachen werden nach außen getragen. Da sprechen viele von Ehre und Charakter, aber wer hat das noch? Da kann man kaum mehr einem trauen. Aber letztlich hat es diesmal dann sogar für uns gepasst.

Wie waren die Reaktionen auf die vermeintliche Beurlaubung?

Neunsinger:
Noch am gleichen Abend haben sich einige gemeldet. Wir haben da nicht drauf reagiert. Letztlich haben wir die sozialen Medien dann für uns arbeiten lassen. Unser Fokus lag zu 110 Prozent auf dem Spiel in Gutenstetten. Das war dort wohl umgekehrt nicht der Fall. Ich wurde da von einigen am Sonntag angesprochen: "Du bist ja doch da?"

Was war der Gedanke hinter der "Urlaubswoche" und wer hat dann die Trainingseinheiten geleitet?

Neunsinger:
Wir wollten mit einer anderen Ansprache neues Feuer reinbringen. Das war mit der Abteilungsleitung abgestimmt. Die Trainingseinheiten wurde von meinem Trainer-Team um Tobias Dorsch, Robert Fabritius, Max Kundt und Jan Sperber geleitet.

Und die Facebook-Nummer hat dann dem Fokus auf das kommende Spiel geholfen?

Neunsinger:
Klar ist, dass man sowas nicht oft machen kann. Letztlich war es die richtige Maßnahme. Das Ego und die Dummheit mancher Leute haben uns diesmal sogar geholfen, dass der Fokus da war, bei anderen wohl etwas weniger. Das ist zumindest einen Schmunzler wert - auch wenn es generell bedenklich ist, was heutzutage von wem einfach so verbreitet wird.

Blicken wir noch einmal auf das Spiel in Gutenstetten. Schon bei der Kreisliga-Premiere vor zwei Jahren gab es dort einen Sieg, nun wieder. Ein gutes Pflaster?

Neunsinger: Das kann man nicht miteinander vergleichen. Die Vorzeichen waren komplett anders. Aber letztlich haben wir es an dem Tag wieder geschafft, dass wir viel galliger waren, die Balleroberung und das Umschaltspiel haben sehr gut geklappt. Ich glaube nicht, dass man abstreiten kann, dass unser Sieg verdient war.

Das 4:0 beim Titelkandidaten überraschte besonders. Wie fällt das Zwischenfazit der laufenden Saison aus?

Neunsinger:
Unterm Strich war das bisher ein extrem schwieriger Saisonverlauf. Wir konnten seit Beginn nicht annähernd mit der kompletten Mannschaft spielen. Von der letztjährigen Viererkette blieb jetzt nur noch Daniel Littwin übrig. Die fünf besten Torschützen sind weg, der dafür gedachte Ersatz, wie beispielsweise Ramic konnte aufgrund von Verletzung noch keine Minute spielen. Auch Max Kundt, der jetzt zwar getroffen hat, wird uns nun mit seiner Knöchelverletzung wieder fehlen. Andererseits macht es uns schon stolz, dass wir im Kalenderjahr 2019 sechs A-Jugend-Spieler zu Bezirksliga-Spieler machen konnten.

Am Samstag geht es nach Hersbruck. Wie geht man an dieses Spiel?

Neunsinger: Die Ausfallliste ist lang. Entscheidend wird daher sein, wie wir unserer personellen Schwierigkeiten lösen können. Aber vor allem muss der Fokus wieder absolut da sein, sonst haben wir da keine Chance!

Wohin geht der Weg des TSV Burgfarrnbach in dieser Saison?

Neunsinger: Wir haben zu kämpfen, dass wir über dem Strich stehen. Wenn das Spiel in Gutenstetten mit dem normalen Ergebnis ausgeht, stehen wir darunter. Es zeigt sich, dass wirklich jede Mannschaft ein, zwei Spieler hat, die einen verwunden können. Beispielsweise wurde Hagenbüchach als klarer Abstiegskandidat gehandelt. Aber die verbessern sich kontinuierlich. Manchmal entscheiden auch nur Nuancen, wenn ich mir unser Spiel in Veitsbronn sehe. Es ist in der Liga extrem gefährlich: Reichst du den kleinen Finger, reißen sie dir den Arm ab!

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13
11
8
14:15
9
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8
13:18
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15
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15:27
6
16
8
12:28
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