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Artikel veröffentlicht am 10.09.2019 um 13:00 Uhr
Zahnarzt-Tipp: Die Crux der Zuckeraufnahme
Beschwerden mit unklarer Ursache sind für Sportler eine sehr frustrierende Angelegenheit. Oftmals liegt eine lange Odyssee bei verschiedenen Ärzten hinter den Betroffenen. Leider wird in solchen Situationen nach wie vor zu selten der Zahnarzt aufgesucht. In einer mehrteiligen Reihe soll deshalb auf die Zusammenhänge zwischen Zahn-, Mund- und Kieferbereich und Beschwerden in anderen Körperregionen eingegangen werden.
Von Dr. Andreas Amann
Im Jahr 2015 untersuchte eine Studie im "British Journal of Sports Medicine" die Zahngesundheit einiger Fußballspieler in der englischen Premier League. Von 187 untersuchten Spielern hatten 37 % Karies, 53% dentale Erosionen und 5% litten an einer Parodontitis. Als Hauptursache wurde der häufige Verzehr von zuckerhaltigen Softdrinks angegeben.

Diese Studie belegt, dass auch unter Sportlern oftmals eine schlechte oder zumindest nicht optimale Mundhygiene vorliegt. Zum einen liegt dies natürlich, wie bei jedem Nichtsportler oder Nichtfußballer auch, an zum Teil nicht ausreichender Mundhygiene mit Zahnbürste, Zahnpasta und Zahnseide. Zum anderen werden die Auswirkungen von schlechter Mundhygiene aber durch den vor allem während dem Sport häufigen Konsum von zuckerhaltigen Nahrungsmitteln verstärkt.

Entstehung von Zahnbelägen und Karies

Karies entsteht durch das Anlösen der Zahnsubstanz durch Säure. Diese Säure entsteht immer dann, wenn die Bakterien in der Mundhöhle vor allem Kohlenhydrate verstoffwechseln. Das heißt, je öfters sich Kohlenhydrate im Mund befinden, desto öfters werden diese verstoffwechselt und es kommt zur Säurebildung.

Zahnbeläge bilden sich vor allem dadurch, dass die Zähne nicht ordentlich geputzt werden. Diese Beläge haften dann an der Zahnoberfläche, durch Substanzen im Speichel werden die Beläge mineralisiert (die Beläge werden fest und haften dann noch besser am Zahn). Es kommt zunächst zum Zahnfleischbluten, langfristig kann sich eine Parodontitis (Entzündung des Gewebes, dass die Zähne im Kieferknochen festhält) mit Zahnlockerungen entwickeln.

Ein Mittelweg aus sportphysiologischer und zahnmedizinischer Sicht

Wie beschrieben, ist die Kariesaktivität vor allem vom Vorhandensein von Kohlenhydraten (vereinfacht vor allem Zucker) in der Mundhöhle abhängig. Man kann also sagen, dass in erster Linie nicht die Menge der Zuckeraufnahme entscheidend ist, sondern wie oft der Zucker konsumiert wird. Für die Zähne ist es zum Beispiel besser, wenn man eine Tafel Schokolade auf einmal isst (einmalige Säurebildung), als über den Tag verteilt immer wieder eine Rippe (da dann die Säurebildung und Kariesentstehung den ganzen Tag über stattfindet). Als schnelle Energiequelle erscheinen zuckerhaltige Sportgetränke und/oder Riegel und Gels sinnvoll. Aus zahnmedizinischer Sicht sollte möglichst viel auf einmal konsumiert werden, aus sportphysiologischer Sicht sollte der Körper natürlich über die gesamte Zeit der sportlichen Aktivität ausreichend mit Energie versorgt sein. Hier gilt es, einen guten Mittelweg zu finden und zumindest im Hinterkopf zu haben, dass die Energiezufuhr auf möglichst wenige Male reduziert wird.

Empfehlungen zur häuslichen Mundhygiene


Die häusliche Zahnpflege bei Erwachsenen sollte mindestens zweimal am Tag (früh und abends) erfolgen. Wenn möglich, sollte auch nach dem Mittagessen nochmal Zähne geputzt werden. Zur täglichen Zahnpflege gehört die Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide und/oder mit Zahnzwischenraumbürstchen sowie das Putzen der Zähne mit Zahnbürste und Zahnpasta. Es sollte eine Zahnpasta mit Fluorid verwendet werden. Eine elektrische Zahnbürste erzielt in den meisten Fällen bessere Ergebnisse als eine Handzahnbürste. Wenn schon Zahnersatz wie Brücken im Mund vorhanden sind, sollten diese Bereiche noch einmal speziell mit einer Munddusche gereinigt werden, da mit der Zahnbürste an schwer zugänglichen Bereichen wie Brückengliedern nicht ausreichend gereinigt werden kann.

Empfehlung zur Prophylaxe beim Zahnarzt


Grundsätzlich ist zu empfehlen, zweimal im Jahr zur Vorsorge und zur Professionellen Zahnreinigung zum Zahnarzt zu gehen. Dabei erfolgt die Kontrolluntersuchung durch den Zahnarzt. Die Professionelle Zahnreinigung sollte durch eine speziell dafür ausgebildete Mitarbeiterin der Praxis erfolgen. Es werden alle Beläge und Verfärbungen entfernt, anschließend wird ein Schutzlack zur Stärkung der Zahnsubstanz aufgetragen. Auf Wunsch können Verbesserungsvorschläge und/oder Putzdemonstrationen mit einem Zahnmodell zusammen mit dem Patienten besprochen werden.


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Über den Autor

Dr. Andreas Amann ist selbst aktiver Sportler. Er spielte von der E- Jugend bis zur 1. Mannschaft über mehr als 10 Jahre im Nürnberger Norden Fußball. Seit dem Studium betreibt er aktiv Triathlon, so konnte er unter anderem in den letzten Jahren auch dreimal die Triathlon Langdistanz bei der Challenge in Roth erfolgreich absolvieren.


Zahnarzt-Tipp


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