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Artikel veröffentlicht am 28.08.2019 um 15:30 Uhr
Megas Alexandros: Die Eroberung ist Geschichte
Als einer der jüngsten Vereine in Nürnberg gelang dem Griechischen SV Megas Alexandros 2018 der Aufstieg in die Kreisklasse. Nach nur einer Saison, in der man "den größten Fehler" beging, folgte der direkt Abstieg zurück in die A-Klasse. Die Ausrichtung für die Zukunft hat mit dem Namenspatron nur noch wenig zu tun.
Von Marco Galuska
Neue Ausrichtung bei Megas Alexandros: Eine solide Rolle in der A-Klasse und eine gute Jugendarbeit stehen als Zielsetzung.
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Alexander der Große, er gilt als der größte Eroberer der Geschichte. Seit 2014 trägt ein griechischer Fußballverein in Nürnberg den Namen "Megas Alexandros". Und diesem machte man zunächst alle Ehre. Recht schnell ging es für das Team von der B-Klasse bis in die Kreisklasse. Jene Errungenschaft wollte man im vergangenen Winter noch auf Biegen und Brechen verteidigen. "Das war der größte Fehler, den ich gemacht habe", blickt der 1. Vorstand Eleftherios "Lefti" Burgutzidis kritisch zurück.

Aufstieg in der Relegation: Megas Alexandros schaffte es 2018 in die Kreisklasse.
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Einiges an Geld hatte man zu Jahresbeginn in die Hand genommen, höherklassige Spieler geholt, um vom Tabellenplatz 14 noch über den Strich zu klettern. "Das Potential war da, nur die Einstellung und die Disziplin haben nicht gestimmt", blickt Burgutzidis heute auf den durchaus vermeidbaren Abstieg aus der Kreisklasse in die A-Klasse zurück.

Der heutige Blick auf die zukünftige Ausrichtung des Vereins passt da schon wieder besser zur Grundausrichtung, die auf der Vereinshomepage zu finden ist: "Der Verein steht für Gemeinschaft und übernimmt über seine sportliche Funktion wichtige gesellschaftliche und soziale Aufgaben. Der GSV Megas Alexandros sieht seine Hauptaufgabe in der Pflege des Fußballs als Breitensport. Durch das besondere Engagement ihrer Trainer und Betreuer konnten wir in den vergangenen Jahren kontinuierlich wachsen."

A-Klasse und Jugend

Eleftherios Burgutzidis
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Vereinsoberhaupt Burgutzidis, früher Keeper beim Griechischen SV Zeus, sieht die 1. Mannschaft seines Klubs aktuell ganz gut in der A-Klasse aufgehoben. "Wir können da eine ordentliche Rolle spielen, machen uns aber keinen Druck. Mir liegt vor allem am Herzen, dass es mit der Jugendarbeit weiter vorangeht", sagt Burgutzidis. Die B-Jugend spielt mittlerweile in der Kreisliga, zudem sind eine D-Jugend und zwei E-Jugend-Teams im Spielbetrieb.

Der Vorstand und auch Trainer Nikolaos Georgiadis sind ehrenamtlich für den Verein tätig. Immerhin einen spielenden Co-Trainer leistet man sich mit Vasileios Skerletidis. Der ehemalige Profi aus Griechenlands 2. Liga kam vom SV Tennenlohe und soll die Truppe auf dem Platz führen.

Ansonsten gilt: "Bei uns zahlen die Spieler ihren Mitgliedsbeitrag, es gibt keine Kohle!" Dass er es mit jener Grundhaltung nicht gerade einfach hat gegenüber manch Konkurrenten, zeigte sich für Burgutzidis in einigen Transfers vor der Saison. "Wenn dann Spieler woanders hingehen, weil es dort etwas zu verdienen gibt, kann es mich ärgern, aber ich kann es nicht ändern", hat sich der Blickwinkel inzwischen neu gerichtet. Dem Namenspatron des Vereins wird schließlich auch nachgesagt, dass er mit einer klugen Analyse der jeweiligen Begebenheiten pragmatische Lösungen gefunden hatte.

Die Rivalität zu Elektra Hellas


Durch die Platzsanierung auf der Deutschherrnwiese musste Megas Alexandros bisher ausweichen, die ersten drei Saisonspiele finden auswärts statt. Training war nur am Donnerstag am Stadion-Nebenplatz möglich. "Es ist nicht einfach für einen kleinen Verein. In einigen Bereichen würde es schon Sinn machen, dass man sich zusammentut", verweist Burgutzidis vor allem auf mögliche Spielgemeinschaften in der Jugend, gerade in den älteren Altersklassen. Zum SSV Elektra Hellas, wo er sich einst engagierte, ehe er mit seinen Mitstreitern 2014 Megas Alexandros gegründet hat, ist das Verhältnis - nicht zuletzt durch einige Spielertransfers - getrübt: "Große Freunde werden wir wohl nicht mehr."

Ein Radler als Prämie 

Im Ligapokal überwintert Megas Alexandros nach einem 11:10-Sieg im Elfmeterschießen gegen Johannis 83.
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Dass man das letzte Derby gegen Hellas mit 2:0 gewinnen konnte, davon will Burgutzidis heute trotz der Rivalität nichts wissen. Möglicherweise wäre die Kreisklasse 5 nach dem Aufstieg die bessere Wahl gewesen, auch ohne griechisches Derby. Nun liegt das in der Vergangenheit. Die Zukunft wieder in der A-Klasse 7, wo man den FC Bosna als großen Favoriten auf den Titel sieht, aber auch dem TSV Altenberg II eine richtig gute Rolle zutraut. "Und wir selbst könnten auch eine Rolle spielen, wenn die Disziplin passt", so der Vorstand, der beim Pokalspiel gegen den TSV Johannis 83 vor dem Spiel einen Kasten Radler ausgelobt hatte, wenn alles diszipliniert abläuft. An diesem Abend durfte angestoßen werden. In der Liga bleibt mit einem Zähler aus den ersten beiden Partien freilich noch Luft nach oben, aber ganz oben muss man auch nicht mehr unbedingt mitspielen.

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Hintergründe & Fakten



3. Spieltag A-Klasse 7


Tabelle A-Klasse 7


Bilanz Megas Alexandros

Saison
Pl. 
Liga
2019/20
11. 
A-Klasse 7 Nürnberg/Frankenhöhe
 
2018/19
13. 
Kreisklasse 4 Nürnberg/Frankenhöhe
2017/18
3. 
A-Klasse 7 Nürnberg/Frankenhöhe
2016/17
8. 
A-Klasse 7 Nürnberg/Frankenhöhe
 
2015/16
9. 
B-Klasse 8 Nürnberg/Frankenhöhe
 

Griechischer SV Megas Alexandros

Griechischer SV Megas Alexandros Nürnberg
Gründung: 16.12.2014
Mitglieder: 230
Farben: Blau Weiß


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