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Artikel veröffentlicht am 13.02.2018 um 07:30 Uhr
Kuriose Ergebnisse im Rückblick: Ein 7:10 zum Auftakt, 8:8-Remis oder 21:0-Revanche
7:10, 8:8 und 8:8 - vermeintlich Wasserball spielten der TV Schweinau und der ESV Rangierbahnhof, die DJK Oberasbach und der SV Puschendorf, oder der SV Eyüp Sultan II und die DJK Sparta Noris. Eine 21:0-Kantersieg mit besonderer Geschichte gab es für den FC Bayern Kickers II gegen den ASV Fürth II. Wir blickenb zurück auf kuriose Ergebnisse der jüngeren Vergangenheit.
Von Marco Galuska

Saison 2005/06, Kreisliga Nürnberg/Fürth: TV Jahn-Schweinau - ESV Rangierbahnhof 7:10

Der Sechste zu Gast beim Achten der Vorsaison. Es versprach ein spannender Auftakt in die neue Kreisliga-Saison 2005/06 zu werden, als der TV Jahn-Schweinau den ESV Rangierbahnhof am 1. Spieltag in Empfang nahm. Es sollte jedoch ein Ergebnis geben, das so definitiv keiner erahnen konnte. 17 Tore und drei Platzverweise bekamen die Zuschauer am Schweinauer Buck geboten - ein bis heute unerreichtes Spektakel im Kreisoberhaus.

Die Leidtragenden waren die Torhüter. Auf der einen Seite der erst 20 Jahre junge Christian Oriwoll, der trotz des Sieges sieben Mal den Ball aus dem Netz holen musste, auch wenn man ihm eigentlich keines der Gegentore anlasten konnte. Noch schlimmer von seinen Vorderleuten in Stich gelassen wurde sein Gegenüber Christian Giraud, der mit 33 Jahren damals freilich schon mehr im Fußball erlebt hatte, aber so etwas eben dann auch noch nicht.

Giraud, der selbst früher bei den Rangers in der Jugend spielte, musste satte zehn Gegentore beim Saisonauftakt schlucken. Allein sechs Treffer erzielte Gäste-Spielertrainer Michael Bayer. Freilich ließe sich relativieren, dass die Schweinauer nach dem 3:5 in Unterzahl agieren mussten, später sogar in dreifacher Unterzahl spielten, und dennoch beim 7:8 kurz Hoffnung auf einen Startpunkt hegen durften. Am Saisonende konnte man freilich rückblickend über das 7:10 schmunzeln. Zudem war eine Heimniederlage für Schweinau, das als Zehnter im sicheren Mittelfeld abschloss, gegen den Vizemeister Rangierbahnhof, der in der Relegation am Aufstieg scheiterte, eigentlich verkraftbar, denkwürdig blieb sie aber trotzdem.

Saison 2015/16, A-Klasse 7: SV Eyüp Sultan II - DJK Sparta Noris 8:8 (4:3)

Tag der offenen Tore hieß es auf der Steinplatte im Duell des SV Eyüp Sultan II mit der DJK Sparta Noris. Die Partie begann bereits mit einem frühen Treffer. Die DJK nutzte einen Fehler im Aufbauspiel der Hausherren clever aus und ging in der vierten Minute durch Schubert in Führung. Der SVE brauchte elf Minuten, um in die Partie zu finden und glich durch Routinier Cetinkaya aus. Nun nahm die Truppe von Coach Sensoy das Zepter in die Hand und drehte die Partie. Nach 31 gespielten Minuten stand es nach Treffern von Yildirim und zweimal Özkan 4:1 für die Heimmannschaft. Doch Sparta Noris wollte sich nicht geschlagen geben. Die Spartaner verkürzten noch im ersten Durchgang auf 4:3, ehe man zwei Minuten nach Wiederanpfiff sogar das 4:4 durch Saller erzielte. Die Gäste lieferten eine starke Aufholjagd ab.

Mit einem 8:8-Remis endete das A-Klassen-Spiel des SV Eyüp Sultan II gegen die DJK Sparta Noris in der Saison 2015/16.
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Das Remis hielt allerdings nicht lange und Ercan brachte die Hausherren mit einem sehenswerten Treffer erneut in Führung (48.). Nun waren die Gäste wieder an der Reihe und glichen durch den eingewechselten Türk die Partie wieder aus (58.). Doch erneut hielte das Unentschieden nur kurze Zeit und die Torflut ging munter weiter. Özkan brachte die Sultane mit seinem dritten Treffer erneut in Front (62.), ehe er fünf Minuten später mit Gelb-Rot den Platz verlassen musste. Sparta Noris bewies Kampfgeist und kam zurück in die Partie. Grgic besorgte den 6:6-Ausgleich und ein Doppelschlag von Ramser und Schubert sorgte in Überzahl sogar für eine 8:6-Führung der Gäste. In der 86. Minute verkürzte der eingewechselte Caliskan auf 7:8. In der Nachspielzeit bekamen die Hausherren einen Elfmeter zugesprochen und wieder war es Caliskan, der traf, und den Endstand erzielte - 8:8. Wahnsinn!

Saison 2000/01, A-Klasse West: DJK Oberasbach - SV Puschendorf 8:8 (2:4)

Dieses nicht gerade alltägliche Ergebnis gab es bereits 14 Jahre vorher, ebenfalls in der A-Klasse. Ein Unentschieden ist dabei sicher nicht allzu ungewöhnlich, wenn zwei Tabellennachbarn sich gegenüberstehen. Hätten sich die DJK Oberasbach und die Gäste vom SV Puschendorf damals mit 2:2, 3:3 oder 4:4 getrennt, es wäre nur eine von vielen Partien aus der Vergangenheit gewesen, die man längst vergessen hat. Womöglich wäre auch ein 5:5 oder gar ein 6:6 nur noch einigen im Gedächtnis geblieben, aber 16 Tore gleich verteilt in einem Punktspiel der Herren, das hat dann doch Seltenheitswert.


Es war ausgerechnet der 1. April 2001, an dem sich die Oberasbacher und Puschendorfer jenen Fußball-Spaß gönnten: Die Partie begann ohne Anlaufzeit: Für Oberasbach traf Meier zum 1:0 (2.), das Proquitte in der 5. Minute ausglich. Schorr (12.) und Ohletz (18.) erhöhten für den SVP, den zwischenzeitliche Anschluss durch Kadlec (29.) beantworteten die Gäste durch Ohletz mit dem 2:4 - gleichzeitig der Pausenstand vor 60 Zuschauern in Oberasbach.


Oliver PenzOliver Penz (l.) gelang beim legendären 8:8 gegen Puschendorf ein Hattrick in doppelter Unterzahl!
Foto: privat


Nach dem Wiederanpfiff durch Referee Hawtak verwandelte Hermann Heininger einen Handelfmeter zum 2:5 (47.). Auch den Anschlusstreffer durch Hiltl (52.) konterten die Puschendorfer durch Proquitte (58.) mit dem 3:6. Es sah alles nach einem Gäste-Sieg, ehe Krenzer und Hiltl bis zur 66. Minute auf 5:6 verkürzten und die DJK-Anhänger am Sportplatz wieder Hoffnung schöpften. Es schien aber wie verhext, denn Schorr traf für Puschendorf zum 7:5, da waren nur noch 20 Minuten zu spielen. Als dann drei Minuten später Heininger erneut vom Punkt zum 5:8 verwandelte, schien die Messe gelesen.


Oberasbach haderte mit seinem Schicksal, dem Unparteiischen und stand nach der Hinausstellung von Hiltl und Kadlec nur noch zu neunt auf dem Platz. Dann schlug die große Stunde von Oliver Penz, Vater von Deutenbachs heutigem Stürmer Niklas Penz: Zunächst hatte er in der 76. Minute auf 6:8 verkürzt, seinen Hattrick vollendete er in doppelter Unterzahl in der 79. und 87. Minute. 8:8 - Wahnsinn!


Die Saison 2000/01 in der A-Klasse West beendeten die Puschendorfer auf Rang drei mit 41 Punkten, die Oberasbacher kamen mit 33 Zähler auf Platz fünf. Im folgenden Spieljahr wurde Puschendorf dann Meister, gefolgt von der DJK Oberasbach, die ebenfalls mit in die Kreisklasse aufstieg.


Oberasbach: Held, Weber, Trommer, Steiner, Pries, Opitz, Krenzer, Kadlec, Penz, Hiltl, Meier

Puschendorf: Scheffler, Schwarz, H. Heininger, Goßler, Graßler, Proquitte, Bartl, G. Heininger, Ohletz, Schorr, Schwab

SR: Hawtak (Neuses) / Zuschauer: 60.

Saison 2011/12, Kreisklasse 5: FC Bayern Kickers II - ASV Fürth II 21:0 (13:0)

Es ging um jeden Punkt für den Klassenerhalt. Die Saison 2011/12 hatte in der Kreisklasse 5 mehr als die Hälfte der Liga in ihren Bann gezogen. Richtig abgeschlagen war nur ein Team, das des ASV Fürth II, wo die Aufstiegsmannschaft den Verein vor der Saison verlassen hatte. Im Vorjahr hatte der Vorsprung noch zum Klassenerhalt gereicht, doch in jener Saison war man sprichwörtlich zum Abschuss freigegeben. 17:169-Tore standen am Ende zu Buche, nur ein Punkt wurde in 28 Partien geholt.

Fast jeder Schuss ein Treffer! Der FC Bayern Kickers II gewann am 3. Juni 2012 mit 21:0 gegen den ASV Fürth II.
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Aber immerhin brachten die Fürther um Trainer Ali Yakar das Spieljahr zu Ende und waren auch am 3. Juni 2012 "trotz zweier Feldverweise jederzeit ein fairer Gegner, der die Niederlage mit Anstand über sich ergehen ließ". Gespielt wurde beim FC Bayern Kickers II. Dieser brauchte jeden Punkt, um die Klasse zu halten. Doch an diesem Tag fiel es der Kök-Elf so leicht wie wohl kein zweites Mal mehr. Für BaKi II trafen Erkin Angin sechsfach, Faruk Özkan vierfach, Patrick Loy und Deniz Isik je dreifach, Hien Nguyen doppelt, Ismael Yamyaogo und Patrick Blankenship sowie Michael Watzinger, der eine Ecke direkt verwandelte. Einziger Wermutstropfen blieb die Verletzung von Behzad Tehrani, der sich bei einem unglücklichen Zusammenprall eine Rippe brach.

Am Saisonende stand BaKi II drei Punkte über den Strich, der den Abstieg kennzeichnet. Vergessen war dann auch das ärgerlichste aller Remis. Richtig! Im Hinspiel beim ASV Fürth bescherten die Kleinreuthern durch ein 1:1 den einzigen Zähler der Saison.

Blick ins Archiv lohnt sich!

Übrigens, wer weiter in der Vergangenheit stöbern möchte, dem sei ein Blick in unser Archiv ans Herz gelegt. Hier finden sich sämtliche Artikel der letzten Jahre sowie alle Tabellen der Ligen seit 2003 (Kreisliga und höhere Ligen sind auch viele Jahre vorher schon aufgeführt. Darüber hinaus werden ständig weitere Ligen aus den früheren Jahren erfasst.


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