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Artikel veröffentlicht am 05.06.2024 um 07:00 Uhr
Denis Opcin im Interview: "Der Schlüssel zum Aufstieg war Konstanz!"
INTERVIEW Dem TSV Altenfurt gelang mit der Meisterschaft in der A-Klasse 7 und dem folgenden Aufstieg ein historischer Erfolg, der durch den Sieg im Ligapokal mit dem Double-Gewinn gar noch übertroffen werden konnte. Der scheidende Spielertrainer Denis Opcin blickt im fussballn.de-Interview der Woche auf seine Zeit in Altenfurt, seine neue Herausforderung, seine beiden Söhne und auf die Entwicklung des Amateurfußballs
Von Fabian Strauch
Spielertrainer Denis Opcin verlässt den TSV Altenfurt zum Saisonende mit dem Double und trug sich damit in die Geschichtsbücher ein.
fussballn.de / Strauch
Hallo Denis, war dir die historische Tragweite eures Aufstiegs sowie der Meisterschaft im Vorfeld des Titelgewinns bewusst?

Denis Opcin (43): Um ehrlich zu sein, war wohl zunächst niemandem rund um die Mannschaft bewusst, dass der letzte Aufstieg 36 Jahre und die letzte Meisterschaft sogar 51 Jahre zurückliegt! (schmunzelt) Wir waren einfach komplett fokussiert und hatten alle unser großes Ziel vor Augen. Erst vor dem letztlich entscheidenden Spiel gegen Sparta Noris habe ich die ersten Stimmen in diese Richtung wahrgenommen. Dass ein solches Ereignis genau mit dem einhundertjährigen Vereinsjubiläum zusammenkommt, ist natürlich Bombe!

Nimm uns bitte mit: Wie fielen die Feierlichkeiten nach dem Kantersieg gegen Sparta Noris aus und welche Reaktionen gab es aus dem Umfeld?

Opcin: Nach Abpfiff mündete das Ganze selbstverständlich in eine feuchtfröhliche Party, die letztlich um zwei Uhr nachts friedlich durch die Polizei beendet wurde. Es war auf der einen Seite nun Zeit zum Durchatmen, weil einfach alle enorm viel Zeit und Herzblut in den Erfolg gesteckt haben. Auf der anderen Seite war es schon auch ein komisches Gefühl, dass wir es vorzeitig gepackt haben, weil wir eigentlich von einem engen Rennen bis zum letzten Spieltag ausgegangen sind. Ein tolles Symbol ist auch das Aufstiegsfoto geworden, worauf neben Mannschaft und Trainerteam auch Familie, Freunde und alle, die den historischen Erfolg möglich gemacht haben, zu sehen sind.

Welche Erfolgsfaktoren hast du rückblickend in der Punkterunde außerdem ausmachen können?

Opcin: Zunächst einmal haben wir aus den Erfahrungen der vorherigen zwei Spielzeiten gelernt. Der Schlüssel zur Meisterschaft war aber zweifelsohne Konstanz, Konstanz und nochmal Konstanz! Man konnte im Saisonverlauf gut sehen, dass Ausrutscher schnell zum Abreißen nach oben führen können. Wichtig war einfach, dass wir die Pflicht-Siege gegen die vermeintlich schwächeren Gegner ausnahmslos einfahren und die Kür-Spiele gegen die direkte Konkurrenz - bis auf die beiden Partien gegen Feucht - erfolgreich bestreiten konnten.

Lediglich in beiden Duellen gegen den 1. SC Feucht II mussten sich Torjäger Marius Balles und seine Altenfurter (in grau), die ansonsten die Konstanz schlechthin repräsentierten, geschlagen geben.
fussballn.de / Strauch

Wie schätzt du den Kampf um die Aufstiegsrelegation und die Chancen der Kontrahenten in der Saisonverlängerung ein?

Opcin: Mit Fischbach und Feucht II werden zwei super Mannschaften an der Relegation teilnehmen. Fischbach ist gerade offensiv sehr stark und benötigt in Anbetracht der jungen Truppe die nötige Cleverness. Bei Feucht ist immer die Frage, wer aus dem Bayernliga-Kader spielen darf und die ohnehin vorhandene Qualität weiter steigern kann. Unter dem Strich sind Relegationsspiele immer 50:50-Spiele, bei denen auch urlaubs- oder arbeitsbedingte Abwesenheiten zum Tragen kommen können. Da kann ich aus eigener Erfahrung sprechen. (schmunzelt)

Als wäre die Saison mit dem Aufstieg nicht schon erfolgreich genug, habt ihr euch am Pfingstmontag durch einen 2:0-Heimsieg im Finale gegen den FC Bosna auch noch den Ligapokal geschnappt. Wie ordnest du den zweiten Titelgewinn der Saison ein?

Opcin: Wir hatten den Pokal zunächst eigentlich gar nicht so wirklich im Blick, weil - wie bereits erwähnt - der volle Fokus auf der Meisterschaft lag. Nachdem wir das Erstrundenspiel gegen Eyüp Sultan, was von uns als hochkarätiger Test vor Saisonbeginn angesehen wurde, sowie die weiteren Runden bis ins Finale erfolgreich gestalten konnten, hat uns mehr und mehr der Ehrgeiz gepackt. Da wir vor dem Pokalfinale in der Liga bereits durch waren, konnten wir befreit aufspielen und Bosna, die wohl mit einer defensiven Ausrichtung von uns gerechnet hatten, mithilfe von hohem Pressing über 90 Minuten verdient den Schneid abkaufen.

Wie siehst du in Anbetracht deines nahenden Abschieds die sportliche und strukturelle Situation beim TSV Altenfurt aufgestellt?

Opcin: Sportlich gesehen hat Andy Scheuenstuhl aus meiner Sicht noch einmal ein enorm wichtiges Jahr als spielender Co-Trainer mitgenommen, was ihm für meine Nachfolge ab Sommer sicherlich helfen wird. Außerdem bleibt der Kader nach aktuellem Stand bis auf den familiär bedingten Abgang von Marius Balles und mir zusammen und soll sich mit einigen Verstärkungen in der neuen Liga zurechtfinden, um den nächsten Schritt zu gehen. Auch rund um die Mannschaft haben wir in den Bereichen wie Sponsoring oder Social Media eine gute Basis geschaffen. Man kann auf jeden Fall sagen, dass Altenfurt nicht mehr von den Erfolgen aus der Vergangenheit zehren muss, sondern in Mittelfranken wieder in den Fokus gerückt ist.

Nicht zuletzt die Meisterschaft samt Aufstieg in die Kreisklasse rückte den TSV Altenfurt wieder in den Fokus.
fussballn.de / Gitzing

Nun wurde kürzlich bekannt, dass du zur neuen Saison als Trainer beim TSV Wolfstein in der Kreisklasse Neumarkt/Jura anheuerst. Wie kam der Kontakt zustande?

Opcin: Die 2. Vorständin, Claudia Winter, hat mich kontaktiert und zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Normal dauern solche Treffen 30 bis 45 Minuten, wir waren jedoch zwei Stunden zusammengesessen und haben schnell einen gemeinsamen Nenner gefunden. Die dortige Infrastruktur mit drei Rasenplätzen und neuem Flutlicht ist top und auch die Infos zur Mannschaft, die ich mir eingeholt habe, ergaben durchweg ein positives Bild.

Konntest du dein neues Team bereits persönliche kennenlernen und wie sieht die Zielsetzung aus?

Opcin: Ich habe mir an unserem mit Altenfurt spielfreien Wochenende sowohl die A-Jugend als auch die 1. Mannschaft von Wolfstein ansehen können. Bei meiner Vorstellung dort habe ich außerdem bereits eine Trainingseinheit abgehalten, um einfach zu zeigen, wohin es gehen soll. Unabhängig von der Tabellenplatzierung wollen wir von Spiel zu Spiel schauen und schnell eine Einheit werden, damit die Jungs meine Spielphilosophie schnell verinnerlichen können. Aus persönlicher Sicht möchte ich auch dort einfach wieder meinen Stempel aufdrücken und möglichst jeden Spieler besser machen, um als Gemeinschaft erfolgreich zu sein.

Und das soll auch als kickender Zweifach-Opa wieder mit dir auf dem Feld umgesetzt werden?

Opcin: Ich werde auf jeden Fall meinen Pass mit nach Wolfstein nehmen. (schmunzelt) Ob ich noch selbst spiele, wird die Mannschaft entscheiden. Es soll fair zugehen und ich möchte keinem besseren Spieler den Platz wegnehmen.

Nach drei erfolgreichen Jahren inklusive historischer Saison 2023/2024 verabschiedet sich Spielertrainer Denis Opcin (2. v. l.) und schlägt seine Zelte beim TSV Wolfstein auf.
TSV Altenfurt

Welche Veränderungen und Herausforderungen hast du als "alter Hase" im Amateurfußballgeschäft feststellen können?

Opcin: In der heutigen Zeit ist das Freizeitangebot für Jugendliche immens groß geworden, was die Nachwuchs-Bindung der Vereine vor ein großes Problem stellt, was man in den verschiedensten Sportarten durch die Bildung von immer mehr Spielgemeinschaften erkennen kann. Bei meinen Stationen war mir immer am wichtigsten, mit abwechslungsreichen Trainingseinheiten den Spaß und die Lust der Spieler nach einem anstrengenden Schul- oder Arbeitstag zu wecken. Das positive Feedback dazu hat mir gezeigt, dass eine funktionierende Gemeinschaft zum Bestehen eines Vereins am wichtigsten ist.

Auch deine beiden Söhne sind aktive Amateurfußballer. Welche Neuigkeiten oder Veränderungen ergeben sich zum Saisonende dahingehend?

Opcin: Damyan, der jüngere meiner beiden Söhne, kehrte im Winter aus Feucht nach Seligenporten zurück, um den dortigen Trainer Bernd Rosinger beim Klassenerhalt zu unterstützen. Nach dem Rückzug der Klosterer während der abgelaufenen Bezirksliga-Saison läuft er künftig für den SC 04 Schwabach auf, wo es dann kommende Saison wieder zum Familienduell mit Justin kommt, der weiter in Großschwarzenlohe kicken wird. Das sind dann für mich immer die schlimmsten Spiele, weil es dann auf dem Feld doch das ein oder andere Aufeinandertreffen von beiden geben wird. Zumindest muss ich dann nur zu einem Sportplatz fahren, um beide zu sehen. (lacht)

Emotional war der Abschied vor heimischer Kulisse nach drei Jahren an der Wohlauer Straße, nachdem das letzte Heimspiel gegen den SV Wacker mit 6:2 gewonnen wurde.
TSV Altenfurt

Wie sehen deine letzten Tage in Diensten des TSV Altenfurt aus?

Opcin: Nach der emotionalen Verabschiedung im letzten Heimspiel gegen Wacker geht es nun mit den Jungs vor dem letzten Saisonspiel von Freitag bis Sonntag noch nach Mallorca.

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Bilanz D. Opcin TSV Altenfurt

Saison
Pl. 
Liga
2024/25
1. 
Kreisklasse 4 Nürnberg/Frankenhöhe
 
2023/24
1. 
A-Klasse 7 Nürnberg/Frankenhöhe
2022/23
2. 
A-Klasse 6 Nürnberg/Frankenhöhe


Trainerstationen D. Opcin

23/24
AK
22/23
AK
21/22
AK
 
19/21
KK
 
18/19
KK
 
17/18
KK
 
13/14
BL
 
12/13
BL
 
11/12
KL
08/09
KL
 
07/08
KL
 
06/07
KL
 
05/06
KL
 
03/04
AK
 

Spiele-Bilanz Altenfurt

Spiele
24
Siege gesamt
21
Heim-Siege
11
Auswärts-Siege
10
Unentschieden
0
Niederlagen gesamt
3
Heim-Niederlagen
1
Auswärts-Niederlagen
2
:0
Zu-Null-Spiele
11
0:
Spiele ohne eigenen Treffer
1

Tabelle A-Klasse 7

Pl.
Team
Sp
Tore
Pkt
1
24
109:23
63
2
24
106:43
57
3
24
156:33
55
7
24
75:67
35
9
24
41:66
25
11
24
31:106
13
12
24
27:115
11
14
0
0:0
0
Bei punktgleichen Teams: Sondertabelle der Punktgleichen

Vorschau A-Klasse 7


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