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Artikel veröffentlicht am 04.11.2022 um 11:15 Uhr
Vatans wilde Tage: Erst Gejagter, nun zurück in der Verfolgerrolle
Die bisherige Saison von Vatanspor kann sich mehr als nur sehen lassen: Nach 16 absolvierten Partien steht man mit 33 Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz. Gerade in den letzten Tagen erlebte die Green-Elf jedoch ein Auf und Ab der Gefühle, schließlich übernahm Vatan am Samstag kurzzeitig mit einer 7:1-Gala die Tabellenführung, nur um dann am Dienstag in Veitsbronn auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt zu werden.
Von Michael Watzinger
Michael Gree (stehend, 1.v.l.) musste mit Vatanspor gegen Veitsbronn einen Rückschlag im Kampf um die Spitze hinnehmen.
fussballn.de / Oßwald
Achterbahnfahrt der Gefühle

Dass die Kreisliga Nürnberg für viele Geschichten gut ist, ist angesichts der Qualitätsdichte und dem damit einhergehenden Überraschungspotential erst einmal wenig verwunderlich. Vatanspor Nürnberg erlebte innerhalb weniger Tage dennoch eine Achterbahnfahrt der Gefühle, die es so auch nicht allzu häufig gibt: Am Samstag feierte die Green-Elf beim TSV Cadolzburg eine 7:1-Gala und übernahm durch den Kantersieg zumindest über Nacht die Tabellenspitze des Nürnberger Kreisoberhauses. Am Dienstag dann unterlag man dem ASV Veitsbronn-Siegelsdorf mit 1:2 - und plötzlich beträgt der Rückstand auf Primus SV Gutenstetten-Steinachgrund doch wieder stattliche fünf Zähler. Coach Green blickt auf die jüngsten Vorkommnisse zurück: "Die letzten Tage waren bezogen auf unsere Gefühlswelt schon ein Auf und Ab: Am Samstag liefern wir ein hervorragendes Auswärtsspiel in Cadolzburg ab, gewinnen souverän und können durch den deutlichen Vorsprung auch manchem Spieler eine kleine Verschnaufpause gönnen. Obendrein haben wir die Partie bewusst am Samstag ausgetragen, um einen Tag mehr Regenerationszeit zu haben. Wir waren toll in Form, die Stimmung war gut, auch weil wir zumindest über Nacht an der Tabellenspitze waren - und dann unterliegen wir in Veitsbronn mit 1:2..."

Am vergangenen Samstag war die Vatan-Welt noch mehr als in Ordnung: Necati Güler (am Ball) und die Green-Elf gaben dem TSV Cadolzburg und Dominik Rauch (in schwarz) beim 7:1-Auswärtssieg deutlich das Nachsehen und waren somit Tabellenführer für eine Nacht.
fussballn.de

Die Hintergründe

Erklärungsansätze für die Niederlage in Veitsbronn gibt es aus Sicht des Coaches dabei gleich mehrere: "Wir haben uns wie immer genau auf die Begegnung vorbereitet, wussten, dass uns mit Veitsbronn ein Team gegenübersteht, das sich ebenfalls im Aufwind befindet und das uns gerade physisch auch alles abverlangen wird. Wir haben uns spieltaktisch einiges zurechtgelegt und wollten die Breite des Veitsbronner A-Platzes nutzen. Recht kurzfristig vor dem Anpfiff haben wir dann aber erfahren, dass es auf den B-Platz geht, wo einem ein ganz anderes Spiel abverlangt wird. Gerade in der ersten Hälfte sind wir mit den Bedingungen überhaupt nicht zurechtgekommen, wollten auf dem kleineren Platz vieles spielerisch lösen und lagen zur Pause völlig verdient mit 0:2 zurück."

Dass es seine Jungs eigentlich doch besser können, demonstrierten sie laut dem 41-Jährigen dann im zweiten Abschnitt: "Erst nach Wiederbeginn sind wir dann deutlich besser reingekommen, haben uns in das Spiel gekämpft und waren anschließend klar tonangebend. Dass dann auch noch ein klarer Treffer zum 2:2-Ausgleich wegen angeblichem Abseits aberkannt wird, passte irgendwie in das Gesamtbild eines recht gebrauchten Tages. Trotzdem muss ich auch sagen, dass ich mit der Reaktion meiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit absolut zufrieden bin: Man hat gesehen, dass die Jungs bis zuletzt daran geglaubt haben, auch unter schwierigen Umständen etwas mitnehmen zu können."  

Beim Gastspiel in Veitsbronn ließen sich Berkay Gök (in grau) und Co. gerade im ersten Abschnitt den Schneid abkaufen. Somit setzte es am Ende eine bittere 1:2-Niederlage gegen die Abutovic-Elf.
fussballn.de / Oßwald

Zurück in der Verfolgerrolle

Trotz des Rückschlages ist Vatanspor nach wie vor gut dabei im Aufstiegsrennen. Dass die talentierte Truppe mit der Verfolgerrolle ohnehin gut umgehen kann, demonstrierte sie über einen recht langen Zeitraum, während dem man sich im Dunstkreis der Aufstiegszone Stück für Stück nach vorne arbeiten konnte. "Mit unserer bisherigen Saison bin ich absolut zufrieden. Klammert man das letzte Spiel gegen Veitsbronn einmal aus, haben wir in den vorherigen zehn Partien starke 25 Punkte geholt! Das 3:3-Remis gegen Gutenstetten hatten wir uns aufgrund unserer individueller Fehler selbst zuzuschreiben - auch wenn an dem Tag sicher mehr für uns drin gewesen wäre! Und auch die 0:1-Niederlage gegen die Turnerschaft Fürth war eine unglückliche. Gerade in einer so ausgeglichenen Liga wie unserer Kreisliga ist das schon eine beeindruckende Konstanz, die wir da an den Tag gelegt haben und die uns aus dem Verfolgerfeld kurzzeitig an die Spitze geführt hat. Neben dem Geschehen auf dem Platz herrscht auch abseits davon ein richtig gutes Miteinander: Die Arbeit mit der Vorstandschaft klappt wirklich hervorragend und mit Fatih Köseoglu haben wir einen hervorragenden Fang gemacht, der uns in jeder Hinsicht gut tut!"

Dass eine derartige Serie keine Selbstverständlichkeit ist, lassen Greens folgende Sätze erahnen: "Dabei darf man nicht vergessen, dass wir mit Engin Kalender, Aslan Guguk und auch Enes Arici drei qualitativ hochkarätige Spieler zu Saisonbeginn sehr überraschend und kurzfristig verloren haben und für die wir keinen Eins-zu-Eins-Ersatz besorgen konnten. Das wurde alles aus der Mannschaft heraus aufgefangen:  So haben mit Sercan Celik und Celal Ünal zwei gelernte Zentrumspieler ebenso zeitweise auf linksaußen ausgeholfen, wie zuletzt Außenverteidiger Mustafa Köseoglu, weil Joel Noumessi in der Sturmspitze benötigt wurde. Diese Jungs sind sich nicht zu schade und stellen sich voll in den Dienst der Mannschaft - das ist wirklich toll zu sehen und macht das Erreichte noch einmal wertvoller! Dass wir in vielen Dingen inzwischen auf auf dem richtigen Weg sind, zeigt auch die Fairnesstabelle, wo wir derzeit auf dem zweiten Rang liegen und gerne noch einen Platz weiter nach vorne kommen wollen - auch wenn das Spiel gegen Veitsbronn sicherlich ein hitziges war, sind meine Jungs auch in dieser Hinsicht deutlich erwachsener und reifer geworden."

Joel Teukam Noumessi (l.) war eigentlich für die Außenbahn eingeplant, musste aber nach dem schmerzhaften Abgang eines Trios als vorderste Sturmspitze ran und überzeugte.
fussballn.de / Strauch

Gute Ausgangsposition für den Winter schaffen

Drei Spiele gilt es für den derzeitigen Tabellenzweiten bis zur Winterpause noch zu absolvieren. Mit der SGV Nürnberg-Fürth 1883, dem SSV Elektra Hellas und der SpVgg Nürnberg warten zwar keine nominellen Spitzenteams, dafür aber dennoch Mannschaften mit gehörigem Stolperpotential: "In der Liga gibt es fast keine Teams, gegen die man die Punkte im Vorbeigehen mitnimmt - dafür sind alle in Sachen Leistungsfähigkeit viel zu nah beisammen. Nehmen wir doch die SGV 1883: Die haben einige Beobachter sicher in anderen Tabellenregionen erwartet, weil das eine technisch versierte und spielstarke Truppe mit einem überragenden Ismail Yüce ist. Wir haben uns da schon im Hinspiel schwer getan und 2:2-Unentschieden gespielt. Wir tun gut daran, mit klarem Kopf an die letzten drei Aufgaben zu gehen und jeden Gegner ernst zu nehmen. Klar ist aber natürlich auch, dass wir uns mit den nächsten Resultaten in eine gute Ausgangsposition für die Zeit nach der Winterpause bringen wollen. Es sind dann fast zwei Drittel der Saison absolviert und wenn man da dann vorne mit dabei ist, will man es auch bleiben - alles andere macht aus meiner Sicht keinen Sinn! Die Jungs wissen ja auch, dass sie den größten Erfolg der Vereinsgeschichte erreichen können. Am Ende dürften Nuancen entscheiden."

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17. Spieltag Kreisliga Nürnberg



Tabelle Kreisliga Nürnberg

Pl.
Team
Sp
Tore
Pkt
1
16
58:22
38
4
16
43:24
29
6
15
38:25
26
8
16
32:34
23
9
13
40:15
23
11
16
32:38
18
13
16
25:42
16
14
15
29:34
15
15
16
24:52
8
16
16
5:94
0
Direkter Vergleich bei Punktgleichheit

Formbarometer Kreisliga Nürnberg

Pl.
Team
Tore
Pkt
6
SpVgg Nürnberg
11:4
8
7
16:6
7
 
11:8
7
 
7:7
7
11
Deutenbach
11:9
4
14
6:15
1
15
5:14
0
 
ATV 1873 Frank.
2:25
0
Punkte aus den letzten 4 Spielen. Rechtes Kästchen = letztes Spiel, 2. Kästchen v.r. = vorletztes Spiel usw. Farben: grün = Sieg, weiß = Unentschieden, rot = Niederlage, grau = kein Spiel.

Teamvergleich

 
vs
Tabellenplatz
3
 
9
gewonnene Spiele
12
 
6
Zu-Null-Spiele
7
 
0
Spiele ohne Treffer
2
 
5
Formbarometer*
9
 
4
erzielte Tore
52
 
47
versch. Torschützen
15
 
9
Direkte Duelle **
2
1
2
Team-Vergleich
7
:
0
* Punkte aus den letzten vier Spielen, ** nur Pflichtspiele berücksichtigt.

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