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Artikel veröffentlicht am 14.07.2022 um 15:00 Uhr
SC Germania mit ordentlich Zuwachs: Der Jubilar ist stolz auf die Bezirksliga-Rückkehr
Über ein Monat Vorbereitung hat der Aufsteiger SC Germania Nürnberg schon hinter sich gebracht, ein straffes Programm mit einem vergrößerten Kader absolviert, um zum Saisonstart in der nächsten Woche bei der Rückkehr in die Bezirksliga nach fast 50 Jahren gerüstet zu sein. Am kommenden Wochenende sollen jedoch auch die Feierlichkeiten in Schniegling nicht zu kurz kommen.
Von Marco Galuska
Reichlich Optionen ergeben sich für Trainer Serdar Dinc durch die zahlreichen Neuzugänge.
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Der Durchmarsch von der Kreisklasse in die Bezirksliga war schon etwas ganz Besonderes für den SC Germania Nürnberg, der nicht nur wegen seiner schmucken Sportanlage eine gute Rolle im Fußballkreis Nürnberg/Frankenhöhe bzw. Altkreis Nürnberg/Fürth eingenommen hatte, sondern auch über Jahrzehnte zumeist in der Kreisliga (frühere A-Klasse), aber auch Kreisklasse (ehemals B-Klasse) anzutreffen war. Selbst ein Urgestein wie Trainer Serdar Dinc, der mit neun Jahren beim SCG mit dem Fußball angefangen hat, konnte bisher keinen Bezirksliga-Fußball in Schniegling erleben.

Am 22. Mai 2022 machte der SC Germania die Rückkehr in die Bezirksliga nach 48 Jahren perfekt.
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Bezirksliga-Rückkehr nach 48 Jahren

Gleichwohl weiß der heute 46-Jährige von einer solchen Vergangenheit im nun bald 101 Jahre alten Klub: "Es ist fast 50 Jahre her! Umso mehr hat man im Zuge unseres Aufstiegs jetzt schon ziemlich viel Euphorie in und um den Verein gespürt. Man merkt, dass die Leute, die sich mit dem Verein identifizieren, stolz darauf sind, dass wir Germania nach der langen Zeit wieder in der Bezirksliga vertreten dürfen." Man muss dann schon etwas tiefer in den Chroniken wühlen, um die Daten einer fast vergessen geglaubten Zeit präsent zu haben. In der Saison 1965/66 holten die Germanen in der damaligen A-Klasse 49:7-Punkte - ebenso viele wie der ASV Buchenbühl (und mit deutlichen Vorsprung von den Schwabacher Teams SC und DJK, die damals in der Nürnberger A-Klasse spielten). Es musste also zu einem Endspiel um die Meisterschaft kommen, das der SCG gegen Buchenbühl (stieg über die Relegation ebenfalls auf) mit 4:3 nach Verlängerung gewann. Bis 1974 blieben die Germanen Bezirksligist, seit Ende Mai diesen Jahres sind sie es wieder.

Serdar Dinc will mit seinem SC Germania dafür sorgen, dass man auch im folgenden Jahr wieder Bezirksliga-Fußball in Schniegling sehen wird.
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Allzu viel Pause gönnte sich der Kreisliga-Meister nicht. Am 12. Juni war Auftakt in die Vorbereitung. "Wir wollten uns in aller Ruhe vorbereiten, vor allem auch die neuen Spieler bestmöglich integrieren", erklärt der Trainer, der in seine elfte Saison als Chefanweiser geht. Dass die Trauben in der Bezirksliga höher hängen werden, ist auch für den Germanen-Coach kein Geheimnis: "Wir haben unseren Kader bewusst vergrößert, aber auch verjüngt, haben viele Spieler mit Perspektive - einen Großteil aus der Kreisliga - hinzubekommen, die mit uns den Sprung in die Bezirksliga schaffen wollen." Ein Hauptaugenmerk lag bei den Transfers auf der Defensive, die auch darunter gelitten hatte, dass mit Max Buttenhauser eine zentrale Figur nicht mehr regelmäßig zur Verfügung stand. Mit Pascal Tischler, der wie auch Keeper Jan Niedermeier, Yakup Mert und Moritz Moser vom einstigen Titelaspiranten Turnerschaft Fürth kommt, konnte man einen Defensivspezialisten hinzugewinnen, der mit NLZ-Ausbildung und Bayernliga-Erfahrung ausgestattet ist.

Großer Zuwachs im Kader

Neuzugang Pascal Tischler könnte ein wesentlicher Faktor werden, damit die Defensive des SCG stabil steht.
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Insgesamt kamen sage und schreibe 16 Neuzugänge, denen mit Bedirhan Arikan, Julian Hofmann und Dimitrios Lyrtas ein Trio gegenübersteht, das zum ASV Fürth gewechselt ist. Zudem haben Marco Seinil, Kristijan Varjacic und Patrik Weber ihre Laufbahn beendet, wobei Weber als Co-Trainer von Dinc zumindest an der Seitenlinie weiter dabei sein wird. Als weiterer Co-Trainer kam Niko Laiker vom SV Wacker Nürnberg zurück.

Vorfreude auf den Start, Kritik am Spielplan

Mit der Vorbereitung ist Dinc zufrieden. Im Ergebnis gab es zunächst Niederlagen gegen die SG Quelle Fürth (2:6) und Vatanspor Nürnberg (1:4), gefolgt von Siegen gegen Eschenau (6:0), Veitsbronn (2:0), Bayern Kickers (2:1) und Azzurri Südwest (6:1). "Wir liegen absolut im Soll, haben viel probieren können und auch gesehen, wo wir noch zu arbeiten haben. Wichtig ist für uns, dass wir auch in der Urlaubszeit in August improvisieren können", schaut Dinc voraus auf ein straffes Programm in der Liga, das mit dem Heimspiel gegen den FC Ottensoos am 24. Juli beginnt: "Wir freuen uns, dass wir daheim starten können, wenngleich Ottensoos gleich ein Brett sein wird. Dass man aber bis Ende August - in der größten Urlaubszeit - acht Spiele austragen muss, stört mich ehrlich gesagt bei der Spielplangestaltung schon", fügt der Trainer an.

Das kommende Wochenende steht in Schniegling nun ausnahmsweise nicht wirklich im Fokus der Vorbereitung, vielmehr steigt von Freitag bis Sonntag ein volles Programm der Feierlichkeiten zum 100. Vereinsjubiläum. Am Samstag lädt man zum Walter-Hofmann-Gedächtnisturnier. Ein letztes Testspiel bestreiten die Germanen noch am Dienstag gegen die DJK Falke Nürnberg. Dann geht es um die ersten Punkte in der Bezirksliga seit 48 Jahren. "Wir wollen mutig an die Aufgabe herangehen, müssen läuferisch mehr bieten und Fehler minimieren, dann sehe ich gute Chancen, dass wir auch im nächsten Jahr noch Bezirksliga spielen", beschreibt Dinc das Saisonziel. Eine ähnliche erste Saison nach dem Aufstieg in die Bezirksliga zu spielen, wie es die damalige Generation 1966/67 mit Platz zwei und dem Beinahe-Aufstieg in die viertklassige Landesliga geschafft hat, dürfte vorerst wohl eher ein Traum in den Feierstunden am Jubiläums-Wochenende sein.

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