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Artikel veröffentlicht am 03.07.2026 um 15:30 Uhr
Trotz des Bezirksliga-Abstiegs: SC Germania kann sein Team zusammenhalten
Nach dem unglücklichen Bezirksliga-Abstieg, bei dem der SC Germania in der Relegation den Kürzeren zog, rechneten wohl einige Beobachter mit einem größeren Umbruch in Schniegling. Stattdessen aber rief der Großteil der Mannschaft den Charaktertest aus und blieb nahezu komplett zusammen. Entsprechend optimistisch blickt Trainer Berkan Caglar auf die neue Kreisliga-Saison, in der er seinen SCG in der Bringschuld sieht.
Von Michael Watzinger
Coach Berkan Caglar und sein SC Germania Nürnberg müssen nach dem Bezirksliga-Abstieg wieder in der Kreisliga Nürnberg ran.
fussballn.de / Strauch
Ohne Frage blickt der SC Germania auf eine verkorkste Spielzeit zurück. Trotz durchaus ansprechender Leistungen in der Bezirksliga und nur einer Niederlage nach der Winterpause musste das Team aus Schniegling am Ende in die Extra-Runde für den Klassenerhalt. "Wir haben spielerisch durchaus überzeugen können, doch konnten wir den Sack selten zumachen. Wir haben einige Punkte unnötig liegenlassen und so mussten wir in die Relegation", zieht SCG-Coach Berkan Caglar, der zwischenzeitlich selbst für wenige Wochen auf der Trainerbank abgelöst wurde, ehe es zum Comeback kommen sollte, ein ehrliches Fazit.

Symptomatisch sollte anschließend auch die Zusatzschicht laufen, als man vom FC Ottensoos, den man wenige Wochen zuvor noch in der Liga mit 6:0 abgewatscht hatte, vor der Pause ein Lehrbeispiel für Kaltschnäuzigkeit bekam und nach 47 Minuten mit 0:4 aussichtslos zurücklag. Zwar gab sich das Team nicht auf und kämpfte bis zum Schluss, am Ende zog man aber mit 1:4 den Kürzeren.

Auch im Zusatzspiel gegen den TSV Meckenhausen setzte es eine Niederlage, diesmal mit 3:4 nach Elfmeterschießen. "Wenn man in der Relegation ist, hat man es letztlich eh verdient, wenn man absteigt. Man hatte schließlich lange genug Zeit. Gegen Ottensoos war es aus meiner Sicht dann eine verdiente Niederlage: Wir lagen schon nach acht Minuten mit zwei Treffern hinten und haben sehr lange gebraucht, uns von diesem Schock zu erholen. Das Aufbäumen kam zu spät. Meckenhausen war für mich ein Spiegelbild der Saison. Wir waren die bessere Mannschaft, hatten viele, teils ganz klare Torchancen und machen sie nicht – und verlieren am Ende im Elfmeterschießen. Das war natürlich schon sehr bitter für uns", wirft Caglar einen ehrlichen Blick auf das Relegationsdebakel zurück.

Trotz seines Einsatzes im abschließenden Relegationsspiel gegen den TSV Meckenhausen konnte Berkan Caglar den Abstieg seines SC Germania nicht verhindern. Das Team aus Schniegling musste den bitteren Gang zurück in die Kreisliga antreten.
Sportfoto Zink

Entgegen mancher Gerüchte: Das Team bleibt nahezu beisammen

Im Anschluss vermuteten nicht wenige Beobachter der Szene einen anstehenden Ausverkauf in Schniegling – doch sie wurden eines Besseren belehrt! Zwar stehen nominell mit Roland Apedoh (FC Bayern Kickers), Benjamin Kinkingninhoun (FC Wendelstein), Kutay Cetinel (ASV Fürth), Lukas Dorsch (FSV Erlangen-Bruck) und Hannes Brütting (SV Türkspor Reichelsdorf) immerhin fünf Spieler auf der Abgangsseite, allerdings zählten nur die beiden Letztgenannten zum wirklichen Stammkader der Bezirksliga-Truppe: "Roland und Benny spielten in der Rückrunde eigentlich keine allzu große Rolle mehr und Kutay war ohnehin eher bei der 2. Mannschaft im Einsatz. Lukas hatte uns bereits im Februar informiert, dass er in den Forchheimer Raum ziehen wird. Einzig der Abgang von Hannes kam für uns einigermaßen überraschend", ordnet der Coach das Geschehen ein. 

Dass sein Kader am Ende nahezu zusammenbleibt, ist für ihn derweil ein klares Zeichen: "Das bestätigt meine Einschätzung und Meinung, dass wir charakterlich astreine Jungs in der Mannschaft haben, die den Verein und sein familiäres Umfeld zu schätzen wissen! Schon direkt nach dem Spiel gegen Ottensoos war das Team geschlossen im Vereinsheim. Und auch im Anschluss haben meine Spieler nach dem Abstieg eine Art Charaktertest ausgerufen: Für fast alle war ganz schnell klar, dass sie dabei mithelfen wollen, diese sportliche Niederlage wieder gutzumachen. Darüber bin ich sehr froh und stolz, so eine Truppe beisammen zu haben! Ich weiß, dass sich viele Außenstehende das ganz anders vorgestellt haben."

Trotz des Abstieges blieb ein großer Teil des Kaders zusammen. Alexander Sekita (Nr. 40) und Co. wollen Wiedergutmachung betreiben – aus Sicht von Trainer Berkan Caglar (l.) bestand sein Team ohne Frage den Charaktertest.
Sportfoto Zink

Drei Rückkehrer und ein Youngster erweitern die Möglichkeiten

Für die These des Trainers spricht dabei auch der Blick auf die Neuzugänge: Mit Enes Arici (SV Türkspor Reichelsdorf), Michael Ün (Türk SV Gostenhof) und Ajdin Aliskovic (1. SC Feucht) kann man in Schniegling gleich drei Rückkehrer begrüßen! "Die Jungs haben sich praktisch unmittelbar nach dem Abstieg bei mir gemeldet und mitgeteilt, dass sie gerne dabei wären, um das Ruder wieder rumzureißen. Sie waren auch schon während der Relegationsspiele mit dabei und haben mitgefiebert", verrät Caglar. Mit Samuel Kimaro sicherten sich die Germanen derweil noch einen Youngster aus der U19 der SG Quelle Fürth.

Angesichts der Neuzugänge zeigt sich der Trainer mit seinem Kader zufrieden: "Ich bin total glücklich mit den Transfers. Die Jungs erweitern noch einmal unsere Möglichkeiten und kennen Verein und Mannschaft bereits bestens. Ich denke, wir sind mit ihnen insgesamt sogar noch etwas flexibler aufgestellt als zuvor. Am wichtigsten ist mir aber, dass jeder der Jungs hochmotiviert und mit viel Leidenschaft dabei ist."

Ajdin Aliskovic (am Ball) wechselt nach nur einem halben Jahr zum SC Germania zurück und gehört damit zu einem Rückkehrer-Trio.
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Mit Demut an die neue Aufgabe

Fast unverändert, aber in veränderter Umgebung geht es für den SC Germania also bald im Nürnberger Kreisoberhaus an den Start. Während sich die Spieler die Bezirksliga-Rückkehr in den Kopf gesetzt haben, gibt sich Coach Caglar etwas zurückhaltender bei der Ausformulierung der Ziele: "Wir haben bereits die letzten beiden Jahre gesagt, dass für uns die Weiterentwicklung des Teams hohe Priorität besitzt. Das hat sich durch den Abstieg nicht geändert! Die Kreisliga Nürnberg ist eine unheimlich ausgeglichene Liga, viele Teams befinden sich auf Augenhöhe. Ich denke, dass unsere Spielweise dort gut reinpasst: Wir wollen auf jeden Fall aktiv sein und schon eine gewisse Ballsicherheit ausstrahlen. Gleichzeitig tun wir aus meiner Sicht gut daran, mit der nötigen Demut an die Aufgabe heranzugehen: Wir respektieren jeden Gegner! Wenn wir aber mit dem nötigen Engagement auftreten, haben wir eine richtig gute Truppe beisammen. Wir wollen versuchen, so viele Punkte wie möglich zu sammeln."

In der Kreisliga Nürnberg können die Jungs des SC Germania nach dem Wechselfenster also den nächsten Charaktertest angehen.

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Daten SC Germania Nürnberg

SC Germania Nürnberg
Gründung: 29.07.1921
Mitglieder: 700
Farben: blau-schwarz
Abteilungen: Fußball, Gymnastik, Kampfsport, Mutter-Kind-Turrnen


Bilanz SC Germania Nbg.

Saison
Pl. 
Liga
2026/27
10. 
Kreisliga Nürnberg
 
2025/26
12. 
Bezirksliga Mittelfranken Nord
2024/25
11. 
Bezirksliga Mittelfranken Nord
 
2023/24
9. 
Bezirksliga Mittelfranken Nord
 
2022/23
4. 
Bezirksliga Mittelfranken Nord
 
2021/22
1. 
Kreisliga Nürnberg
2019/21
1. 
Kreisklasse 4 Nürnberg/Frankenhöhe
2018/19
13. 
Kreisliga Nürnberg
2017/18
12. 
Kreisliga Nürnberg
 
2016/17
7. 
Kreisliga Nürnberg
 

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