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Artikel veröffentlicht am 26.03.2026 um 16:30 Uhr
Nach dem tödlichen Unfall in Bruck: Die schwere Erkenntnis und ein stilles Gedenken
Die Anteilnahme war groß und auch das kommende Amateurfußball-Wochenende steht in Mittelfranken im Zeichen der Trauer nach dem tödlichen Unfall eines 7-jährigen Jungen in Erlangen-Bruck am vergangenen Samstag. Der BFV hat die Vereine zu einer Schweigeminute aufgerufen und bietet weiterhin Hilfestellungen an. Derweil konnte die Polizei genauere Angaben zum Unfallhergang machen.
Von Marco Galuska
In Mittelfranken soll am kommenden Wochenende eine Schweigeminute vor den Spielen abgehalten werden.
fussballn.de / Kögel
Das Gesprächsthema auf den Sportplätzen der vergangenen Tage war und ist ein besonders trauriges. Der Tod eines 7-jährigen Fußballers vor dem F-Jugend-Spiel seines Teams traf den Amateurfußball über Alters- und Vereinsgrenzen hinweg tief. In den sozialen Medien teilten unzählige Vereine ihre Anteilnahme in einer selten gekannten Einigkeit. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) reagierte mit der Absetzung sämtlicher Juniorenspiele im Kreis Erlangen/Pegnitzgrund am Folgetag.

"Was uns in diesen bewegenden Tagen beeindruckt, ist die Tatsache, dass wir für die Entscheidung zur Absage der Spiele am vergangenen Wochenende ausnahmslos Zuspruch erhalten haben. Das zeigt, wie groß die Betroffenheit in allen Vereinen ist. Dazu stehen unsere Verantwortlichen vor Ort im Austausch mit den Verantwortlichen beim FSV Erlangen-Bruck, um zu helfen und zu unterstützen, wenn Hilfe benötigt wird. Alle Entscheidungen werden direkt abgestimmt", schreibt Fabian Frühwirth, Leiter Kommunikation beim BFV und erklärt zudem: "Am Wochenende wird es in Mittelfranken vor den Spielen eine Schweigeminute geben, zumindest wurden alle Vereine darum gebeten."

Der trauernde Klub schreibt in einer Nachricht des Vorstands auf der Vereinsseite: „Wir sind alle sehr geschockt. Nach dem unfassbaren Geschehen befindet sich der gesamte Verein in tiefster Trauer. Der Fußball ist nun absolute Nebensache. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Angehörigen, Freunden, Mitspielern und Trainern. In aller Verbundenheit wünschen wir ihnen viel Kraft, das Unbegreifliche zu überstehen. Der Verein wird alles tun, um die Beteiligten zu unterstützen.“ Verständlicherweise wolle man derzeit keine weiteren Ausführungen machen.

Am Mittwoch vermeldete die Polizei Mittelfranken die Erkenntnisse zum Unfallhergang:
Wie berichtet, sollte am Samstagnachmittag ein Spiel der F-Jugend auf dem Gelände eines Sportvereins in Erlangen-Bruck stattfinden. Hierzu wurden mehrere mobile Tore, die zuvor flach auf dem Spielfeld abgelegt waren, für den Spielbetrieb aufgestellt. Eines der Tore geriet hierbei auf Grund an der rückwärtigen Querverbindung regulär angebrachter Zusatzgewichte in eine unkontrollierte Kippbewegung und erfasste das 7-jährige Kind.

Die Untersuchungen zum genauen Hergang, insbesondere zur genauen Beteiligung der vor Ort befindlichen Personen, dauern an. Nach Abschluss der kriminalpolizeilichen Ermittlungen gilt es seitens der Staatsanwaltschaft zu klären, ob ein vorwerfbares Handeln vorgelegen haben könnte. Hierbei wird insbesondere das Ergebnis des Gutachters Berücksichtigung finden.
  

Präventionsgedanke: Das Unbegreifliche begreifbar machen

Auch wenn sich der schreckliche Unfall nicht mehr rückgängig machen lässt, so spielt das Begreifen des im ersten Moment Unbegreiflichen eine wesentliche Rolle in der Prävention. Zusammengefasst klingen die beschriebenen Erkenntnisse wie eine bittere Ironie des Schicksals. Denn die schweren Zusatzgewichte, die offenbar maßgeblich für die Schwere des Unfalls waren, werden als Kippsicherung an Toren angebracht. Ein Umlegen dieser Tore ist gerade deshalb nicht angebracht. Das Aufstellen dafür umso komplizierter – und gefährlicher.  

Nicht erst seit der Tragödie in Erlangen-Bruck hat der BFV die Thematik "Sicherheit am Sportgelände" ausführlich beschrieben und eine vom DFB herausgegebene Broschüre mit dem Titel "Verkehrssicherheit auf dem Sportplatz – Schwerpunkt Tore" als konkrete Handlungsempfehlung zur Unterstützung der Vereine bereitgestellt.

Tore sollten gut gesichert aufbewahrt, vor allem nicht liegend gelagert werden.
fussballn.de / Oßwald

Die 40-seitige Broschüre, die anschaulich gestaltet wurde, sollte spätestens durch die aktuelle Tragödie eine Hilfe, vielmehr sogar eine Pflichtlektüre, für die Vereine sein. Konkret beschrieben ist darin nicht nur der Transport, sondern auch die richtige Aufbewahrung von Toren. Eine liegende Position gehört ausdrücklich nicht dazu, und bitte besonders nicht bei Toren mit Kippsicherung. Das soll nicht besserwisserisch sein, sondern präventiv als Erkenntnis aus der Beschreibung des schlimmstmöglichen Unfalls am Sportplatz.

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