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Artikel veröffentlicht am 11.02.2026 um 07:00 Uhr
Was macht eigentlich: Jörg Führer?
Jörg Führer war im hiesigen Amateurfußball über Jahre ein fester Bestandteil und dürfte sicherlich rekordverdächtige Kilometer für sein Hobby in Kauf genommen haben. Denn schon vor 20 Jahren hatte es den Stürmer beruflich nach München verschlagen, wo er längst mit seiner Familie heimisch geworden ist. Die Fahrten sind inzwischen deutlich weniger geworden. Umso mehr Zeit, zu fragen: Was macht eigentlich Jörg Führer?
Von Marco Galuska
Jörg Führer ist inzwischen Jugendleiter beim FC Unterföhring, auch wenn seine fußballerische Heimat in Nürnberg liegt.
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Die Geschichte des Amateurfußballers Jörg Führer wurde eine außergewöhnliche, weil wohl kaum ein anderer regelmäßig so weite Strecken auf sich genommen hatte. Doch der Reihe nach: Im Kindesalter war es noch naheliegend, dass er die ersten Schritte im Fußball beim TSV Fischbach und später in einer SG mit dem TSV Altenfurt gemacht hatte, weil die Familie dort gewohnt hat. In der B-Jugend ging es weiter in den erfolgreichen Nachwuchs des SV 1873 Nürnberg-Süd. Später gelang dort der Aufstieg in die A-Jugend-Bayernliga. Bei den Süder Herren waren aber vor allem Cemil Aydogmus und Andreas Endlein, der später sein Schwager und "best buddy" werden sollte, im Sturm gesetzt.

Dreimal pro Woche die Strecke München–Nürnberg und zurück

So ging es zurück zum TSV Altenfurt, wo er noch mit Größen wie Oliver Brüggen kicken konnte, später zur Bundeswehr und dann nahm Trainer Vanco Timov ihn mit zum TSV Neustadt/Aisch, ehe erstmals der TSV Kornburg die sportliche Heimat für Jörg Führer werden sollte und ein Engagement beim SC Feucht folgte. Spätestens da muss man nun die berufliche Laufbahn des heute 43-Jährigen ins Spiel bringen. Nach der Ausbildung erhielt er die Möglichkeit, bei seiner Firma Iveco als Kundenberater für Nutzfahrzeuge den Posten in München anzunehmen. "Ich bin seit 2005 gependelt, 2007 haben wir eine Wohnung gekauft und seit 2017 wohnen wir in unserem Haus in Unterföhring", sagt Führer, dessen fußballerische Heimat aber bei den Herren mit nur einer kurzen Ausnahme ("Über einen Arbeitskollegen bin ich beim SV Landshut-Münchnerau gelandet") weiterhin in Nürnberg war.

Mit dem FC Bayern Kickers schaffte Jörg Führer den Wiederaufstieg in die Bezirksliga und traf dann auch auf seinen Ex-Verein TSV Kornburg.
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Egal ob beim SC Feucht, TSV Kornburg oder FC Bayern Kickers – Jörg Führer wohnte und arbeitete zwar längst in München, fuhr aber trotzdem zweimal pro Woche ins Training! "Mir haben die Fahrten damals nie was ausgemacht. Ich hatte das Auto von der Firma, hab auf dem Weg meistens telefoniert, dann trainiert und bin anschließend wieder heimgefahren. Und übers Wochenende sind wir meist eh mit der Familie nach Nürnberg gefahren, da war ich eh da." Nach einem Kreuzbandriss, der erst mit einiger Verspätung diagnostiziert wurde, fielen die Trainingsfahrten weg. "Da habe ich dann erst gemerkt, wie doof ich eigentlich war mit dem Aufwand", sagt Führer im Rückblick mit einem Lachen.

Ein unverhofftes Bayernliga-Debüt

Eigentlich ließ Jörg Führer seine Laufbahn, die meist zwischen Bezirks- und Landesliga ablief, danach ausklingen, hielt aber weiterhin Kontakt und war sich auch nicht zu schade, auszuhelfen. Bei BaKi tat er das noch in der 2. Mannschaft in der Kreisklasse, beim TSV Kornburg kam es zu einem ganz besonderen Comeback – in der Bayernliga! "Die Kornburger wurden ja bei ihrem ersten Aufstieg damals in die Süd-Gruppe gesetzt. Ich habe dann zugeschaut, als sie bei der 2. Mannschaft der Löwen hier gespielt haben. Der damalige Trainer Adrian Milano hatte nur noch einen sehr dünnen Kader und ich habe ihm angeboten, dass ich aushelfen kann", erinnert sich Führer zurück. Das Comeback mündete in einem kleinen Fußballmärchen, weil Führer prompt im Heimspiel gegen Heimstetten das Führungstor erzielen sollte – vier Jahre nach seinem eigentlichen Karriereende bei den Herren.

Im Saisonendspurt 2017/18 half Jörg Führer dem TSV Kornburg in der Bayernliga Süd aus und erzielte prompt noch einen Treffer.
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Neue sportliche Rollen in München

Danach folgte noch ein Freundschaftsdienst beim TSV Burgthann, wo sein Kumpel Jackson Ruziski seinerzeit als Spielertrainer angeheuert hatte. Doch seit einigen Jahren ist München auch die sportliche Heimat von Jörg Führer geworden. Beim FC Aschheim ist er Spielertrainer der Senioren B, konnte zwei Aufstiege miterleben und darf sich dann auch mit den Bayern und Sechzgern messen. Seit Kurzem ist er Jugendleiter beim FC Unterföhring, wo der zweifache Familienvater auf klassische Art und Weise gelandet ist. "Meine Tochter hat mit dem Fußball angefangen, der Trainer ist aber abgesprungen und dann habe ich es halt übernommen!" Bereut hat er diesen Schritt absolut nicht: "Es macht großen Spaß! Die Mädels sind viel herzlicher und lernen fleißig dazu. Wir haben das weiter aufgebaut, haben inzwischen um die 50 Mädchen am Ball. Ich betreue drei Mannschaften, wir wurden zweimal Meister. Das läuft erfolgreich, da sind wir echt 'ne Hausnummer geworden im Mädchenfußball!" Zu den Erfolgen kommt auch das Vereinsleben, das Führer selbst immer geschätzt hat und nun auf Fahrten mit dem Nachwuchs weiterlebt: "An Ostern fahren wir zu einem Turnier am Gardasee. Letztes Jahr waren wir in Kroatien."

Große Ehre im gehobenen Fußballer-Alter: Jörg Führer (hinten 3.v.r.) gehört zum Team des "FC Bello", das in München immer wieder mit prominent besetztem Kader aufläuft. Ex-Profi Zvjezdan Misimovic (hinten, 2.v.l.) ist beispielsweise regelmäßig dabei.
privat

Auch wenn er mit Familie und auch sportlich in München längst verwurzelt ist, verfolgt er den Amateurfußball in der alten Heimat nach wie vor: "Ich lese fussballn.de", lacht Führer und greift auch gelegentlich zum Telefon, wenn noch einer der alten Haudegen von früher wieder ins Blickfeld rückt. Angesprochen auf die schönsten Momente in seiner Karriere will sich Führer nicht auf einen Verein festlegen, sondern sagt vielmehr: "Ich kann mich überall noch sehen lassen, hab immer mein Standing gehabt und bin nirgends rausgeflogen." Neben Meisterschaften und Pokalsiegen sowie dem besonderen Comeback in der Bayernliga ist Führer aber auch stolz, dass er inzwischen Teil der Freizeit-Mannschaft "FC Bello" in München ist. Dies ist eine Truppe, in der auch Ex-Profis wie Jens Lehmann, Benny Lauth,‚Zvjezdan Misimovic und mitunter auch Miroslav Klose spielen, aber auch viele andere gute Amateurkicker. "Das ist schon auch ein Highlight, da mitspielen zu dürfen", findet Führer, dem auch in Zukunft mit dem Fußball nicht langweilig sein wird.

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Leser-Kommentare

Steckbrief J. Führer

Jörg Führer
Alter
43
Geburtsort
Nürnberg
Wohnort
Unterföhring
Familie
verheiratet, 2 Kinder
Nation
Deutschland
Beruf
Kundenberater Nutzfahrzeuge
Lieb.-Position
Sturm
 


Spielerstationen J. Führer


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