Nach Horrorstart wieder in der Spur: SpVgg Nürnberg bastelt weiter an ihrer Zukunft - fussballn.de
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Artikel veröffentlicht am 29.08.2025 um 13:15 Uhr
Nach Horrorstart wieder in der Spur: SpVgg Nürnberg bastelt weiter an ihrer Zukunft
Ein deutliches Pokal-Aus beim A-Klassisten, gefolgt vom 1:7 beim Saisonstart in Laubendorf - es war ein besorgniserregender Start, den die SpVgg Nürnberg hingelegt hatte. Allerdings folgten auf die dunklen Wolken direkt zwei Siege, welche die Gebersdorfer in der Kreisklasse 3 in ihrem Findungsprozess helfen.
Von Marco Galuska
Trainer Thorsten Eiser sieht sein Team inzwischen wieder in der Spur, nachdem der "Hallo-Wach-Effekt" nach der Auftaktpleite eingetreten ist.
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Es hätte nicht nur eine Englische, sondern gar eine Griechische Woche für die SpVgg Nürnberg sein sollen. Zwar steht weiterhin das Gastspiel am Sonntag beim SSV Elektra Hellas, doch die Partie bei Megas Alexandros wurde unter der Woche erneut abgesagt. Als dritten Termin für jenes Match vom 3. Spieltag steht nun der 9. September um 18.15 Uhr auf der Deutschherrnwiese, die zunächst als unbespielbar deklariert wurde, wenige Tage später dann aber doch von der Zweit- und Drittvertretung bei Megas genutzt wurde. "Es waren Spieler von uns dort, der Platz war eigentlich gut, so bleibt ein fader Beigeschmack, aber grundsätzlich wäre es eine Überlegung wert, den Saisonstart zu verlegen", sieht Thorsten Eiser, seit sechs Jahren Trainer der Gebersdorfer Jungs ist, grundsätzlichen Handlungsbedarf aufgrund der Urlaubszeit und war heilfroh, dass man sich in der Vorsaison den Gang in die Relegation ersparen konnte, auch mit Blick auf den Terminkalender.

Hallo-Wach-Effekt nach 1:7-Packung in Laubendorf

Guten Mutes hatte man bei der SpVgg Nürnberg auf das noch junge Spieljahr in der Kreisklasse 3 geblickt. Anlass dazu bot eine gewisse Konstanz in der Rückserie der vergangenen Saison, die letztlich auch dazu führte, dass man den Klassenerhalt nach einem ziemlichen Fehlstart doch direkt schaffen konnte. "Wir haben dieses Jahr gut performt, es war eigentlich eine Top-Rückrunde, in der wir einige Gegner dominiert haben, auch wenn manchmal nur ein Remis herausgesprungen ist", blickt Eiser zurück auf die positive Entwicklung "im Findungsprozess", der durch den vor zwei Jahren gestarteten Umbruch begonnen hatte.

Die Vorfreude auf die Saison 2025/26 bekam zunächst im Ligapokal beim SV Wacker einen Dämpfer, als man gegen einen motivierten A-Klassisten die Partie zu locker nahm und deutlich mit 2:6 den Kürzeren zog. Es kam dann aber noch dicker durch ein schmerzliches 1:7 im Eröffnungsspiel in Laubendorf. "Das war schon ein Hallo-Wach für uns. Ich glaube, die Jungs waren froh, dass ich danach erst einmal im Urlaub war", sagt Eiser und richtet zugleich sein Lob an Kay Fäßler und Christian Gövert, die in seiner Abwesenheit das Schiff wieder auf Kurs bringen konnten.

Der Horrorstart ist verdaut: Kay Fäßler, Thorsten Eiser und Christian Gövert (v.l.n.r.) freuen sich über den zweiten Sieg im dritten Saisonspiel.
Nina Abram

Eigengewächse wichtiger Bestandteil des Umbruchs

Den Spaß an der Aufgabe in Gebersdorf, das macht Eiser auch deutlich, sei nach wie vor absolut vorhanden: "Die SpVgg Nürnberg ist meine sportliche Heimat geworden, ich bin ja zunächst im Winter 2018 als Spielleiter hergekommen und nun auch schon einige Jahre hier Trainer. Besonders ist natürlich, dass wir in diesem Umbruch, der einfach anstand, eine Reihe junger Spieler wie Alic, Charpentier, Miraglia oder Schlegl aus der Jugend integrieren konnten, die damals von Tobi Pirkwieser und Martin Winkler trainiert wurden und nun deren Mitspieler sind." Zudem ging der SpVgg auch noch der ein oder andere junge Kicker, wie Timo Pfänder oder Ben Storch, ins Netz.

Die Verjüngung war an der Zeit, nachdem der ein oder andere verdiente Spieler, der dazu beigetragen hatte, dass die SpVgg im letzten Jahrzehnt immerhin sieben Jahre im Kreisoberhaus vertreten war, aufgehört hat oder kürzertreten musste. Während der jahrelange Unterschiedsspieler Tobias Pirkwieser, inzwischen 34 und Vater geworden, mit Rückenproblemen geplagt, nur noch wenige Trainingseinheiten absolviert und eher sporadisch dabei ist, war Tobias Wagler, der eigentlich in der AH spielt, zuletzt wieder ein Faktor mit vier Treffern in zwei Partien. "Tobi ist immer noch ungemein beweglich, auch ein Sprachrohr auf dem Platz und hilft uns derzeit aus, weil die AH noch nicht spielt", erklärt Eiser, der dankbar über die Unterstützung der Routiniers ist, aber freilich weiß, dass den jüngeren Akteure die Zukunft gehört, die aktuell noch vermehrt auf der Außenbahn lernen, aber dann mehr und mehre eine sprichwörtlich zentrale Rolle einnehmen sollen.

Auf Felix Petersen ist im Tor der SpVgg Nürnberg Verlass.
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Wichtig für das Team ist aber aktuell freilich eine "gesunde Mischung" und Stabilität. Diese verkörpert Schlussmann Felix Petersen nach überstandener Knieverletzung wieder eindrucksvoll. "Er ist ein Top-Torwart, der in Fürth eine hervorragende Ausbildung genossen hat und über Jahre als Nummer eins bei uns gereift ist. Er ist trainingsfleißig und in die Führungshierarchie hineingewachsen. Ein feiner Kerl, der auch den nötigen Ehrgeiz mitbringt und immer zu null spielen will", lobt Eiser den groß gewachsenen Keeper.

Entwicklung steht im Vordergrund, Platz 5 als Zielmarke

Auf die Partie ohne Gegentreffer arbeitet man bei der SpVgg Nürnberg in dieser Saison noch hin, aber die Siege gegen Obermichelbach (2:1) und Burggrafenhof (4:1) waren nach dem Horrorstart in Laubendorf Balsam. "Ich sehe insgesamt eine recht ausgeglichene Liga. Gostenhof und Langenzenn würde ich schon weit oben ansiedeln. Megas ist so ein Wundertüte. Es werden Serien entscheiden, in welche Richtung es geht. Ich denke, nach der Urlaubszeit lässt sich das alles besser einschätzen", sagt Eiser, der freilich nichts dagegen hätte, wenn die beiden Siege zuletzt erst der Anfang einer solchen Erfolgsserie in Gebersdorf wären, aber auch sagt: "Wir wollen, dass sich unsere Jungs weiterentwickeln, das braucht aber alles seine Zeit. In der Kreisklasse wird immer dagegengehalten, das wird für keine Mannschaft leicht. Wenn wir uns in Richtung Platz 5 orientieren, wäre ich zufrieden, vor allem wollen wir schnell 40 Punkte holen und uns von unten heraushalten."

Erfolgreich dagegenhalten will man bei der SpVgg Nürnberg auch weiterhin mit den Youngster wie Amar Alic (links im Zweikampf).
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Luftschlösser von der Kreisliga baut man derweil nicht. Eiser erinnert sich ungern an den letzten Abstieg, als man nur elf Punkte holen konnte: "Es macht dann auch keinen Spaß, wenn es einfach noch fehlt, und die Kreisliga ist schon noch eine andere Hausnummer."

Vielmehr will sich die SpVgg Nürnberg in der Kreisklasse gut etablieren, den Entwicklungsprozess fortsetzen und bastelt dazu aktuell auch ganz besonders an der Jugendarbeit, ruft zu einem freien Training auf und hofft wieder auf Zuwachs im Nachwuchs, der es zwischen den Anlaufstellen bei der SGV Nürnberg-Fürth 1883 und dem ATV 1873 Frankonia, die freilich über eine andere Infrastruktur verfügen, nicht leicht hat: "Bei uns ist jeder willkommen", sagt Eiser stellvertretend für seine sportliche Heimat, die im nächsten Jahr auch eine U-Bahn-Haltestelle direkt vor dem Sportgelände hinzubekommen und noch ein weiteres Argument für den Fußball bei der SpVgg Nürnberg liefern soll.

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Tabelle Kreisklasse 3


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Bilanz SpVgg Nürnberg

Saison
Pl. 
Liga
2025/26
8. 
Kreisklasse 3 Nürnberg/Frankenhöhe
 
2024/25
8. 
Kreisklasse 3 Nürnberg/Frankenhöhe
 
2023/24
14. 
Kreisliga Nürnberg
2022/23
7. 
Kreisliga Nürnberg
 
2021/22
10. 
Kreisliga Nürnberg
 
2019/21
1. 
Kreisklasse 5 Nürnberg/Frankenhöhe
2018/19
5. 
Kreisklasse 5 Nürnberg/Frankenhöhe
 
2017/18
16. 
Kreisliga Nürnberg
2016/17
12. 
Kreisliga Nürnberg
 
2015/16
9. 
Kreisliga Nürnberg
 
2014/15
11. 
Kreisliga Nürnberg
 
2013/14
1. 
Kreisklasse 5 Nürnberg/Frankenhöhe
2012/13
5. 
Kreisklasse 5 Nürnberg/Frankenhöhe
 
2011/12
4. 
Kreisklasse 4 Nürnberg/Frankenhöhe
 
2010/11
5. 
Kreisklasse 4 Nürnberg/Frankenhöhe
 
2009/10
1. 
A-Klasse 7 Nürnberg/Frankenhöhe
2008/09
3. 
A-Klasse 10 Nürnberg/Frankenhöhe
 
2007/08
3. 
A-Klasse 8 Nürnberg/Frankenhöhe
 
2006/07
6. 
A-Klasse 7 Nürnberg/Frankenhöhe
 
2005/06
13. 
A-Klasse West Nürnberg/Fürth
 
2004/05
9. 
A-Klasse West Nürnberg/Fürth
 
2003/04
15. 
Kreisklasse Mitte Nürnberg/Fürth
2002/03
9. 
Kreisklasse Mitte Nürnberg/Fürth
 
2001/02
10. 
Kreisklasse Mitte Nürnberg/Fürth
 
2000/01
7. 
Kreisklasse Mitte Nürnberg/Fürth
 
1999/00
2. 
A-Klasse West Nürnberg/Fürth
1998/99
14. 
Kreisklasse Mitte Nürnberg/Fürth
1997/98
13. 
B-Klasse (KK) Nürnberg/Fürth Mitte
 

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