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Artikel veröffentlicht am 15.08.2025 um 15:00 Uhr
Nach dem großen Umbruch: Eyüp Sultan muss sich noch finden
Im Sommer erfolgte auf der Steinplatte nach dem Klassenerhalt in der Kreisliga über die Relegation ein großer Umbruch, entsprechend holprig verlief nun auch der Saisonstart beim SV Eyüp Sultan. Trainer Mehmet Karanfil zeigt sich dennoch überzeugt vom eingeschlagenen Weg und will mit seiner Mannschaft nach nun kurzer Verschnaufpause den Umschwung schaffen. 
Von Michael Watzinger
Mehmet Karanfil und sein SV Eyüp Sultan blicken nach dem Umbruch auf einen holprigen Kreisligastart.
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Auf der Steinplatte weht seit diesem Sommer ein frischer Wind: Nachdem der SV Eyüp Sultan durch einen 3:0-Erfolg über die SV Gutenstetten-Steinachgrund U23 per Relegation den Klassenerhalt feiern konnte, stand bei den Sultanen ein großer personeller Umbruch an. Verdiente Spieler wie Kapitän Mehmet Ceylan, Mehmet Karanfil, der nach dem Abschied von Trainer-Partner Hakan Özyürek endgültig an die Seitenlinie wechselte, Hasan Demir, Hasan Bilici und Mehmet Acar hingen ihre Schuhe an den Nagel, ein weiteres Quartett um Firat Yalcin, den es zu Vatanspor zog, verließ den Verein.

Auf der anderen Seite begrüßten die Sultane zehn externe Neuzugänge, vier weitere Akteure stießen aus der eigenen Zweitvertretung hinzu. In entsprechend viele neue Gesichter blickte Coach Karanfil beim Trainingsauftakt: "Die ersten Tage waren schon ungewohnt und ein bisschen komisch, schließlich waren viele Jungs, die jahrelang konstante und verlässliche Größen für den Verein waren und zu Freunden wurden, nicht mehr da. Stattdessen lag für uns als Verein beim folgenden Umbruch der Fokus klar auf Verjüngung, um den Verein auf die Zukunft auszurichten. Entsprechend lag unser Augenmerk vor allem auf hungrigen und entwicklungsfähigen Spielern, die gemeinsam mit erfahrenen Neuzugängen wie Burak Babur oder Kevin Flora die Chance suchten, sich in der Kreisliga zu beweisen. Das ist uns insgesamt auch ganz gut gelungen und wir haben anschließend eine sehr ordentliche Vorbereitung hingelegt, in der alle super mitgezogen haben. Ein dreitägiges Trainingslager in Schwandorf war für viele ebenfalls eine neue und tolle Erfahrung und selbst die gemeinsamen Übernachtungen in einer Turnhalle haben zum Teambuilding beigetragen", berichtet der 36-jährige Übungsleiter von den Anfängen der Zeitenwende.

Mit dem Klassenerhalt verabschiedeten sich langjährige Eyüp-Leistungsträger wie beispielsweise Kapitän Mehmet Ceylan (in der Luft) in die verdiente Fußballrente. Deshalb stand im Sommer ein großer Umbruch auf der Steinplatte an.
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Gute Integration der Neuzugänge

Dass ein solch großer Umbruch nicht im Handumdrehen vonstattengeht, sondern Zeit benötigt, erklärt sich wohl von selbst. Dennoch zeigt sich Karanfil mit seinen Neuzugängen bereits durchaus zufrieden, gerade zwischenmenschlich wurde er positiv überrascht: "Eyüp Sultan steht als Verein ja für familiäre Werte, arbeitet nicht wie vielleicht manch anderer Verein mit Geld, sondern setzt auf das Miteinander und die Gemeinschaft. Das hat den Verein seit seiner Gründung vor 25 Jahren stark gemacht und soll auch weiterhin so bleiben. Wir waren da in der Kommunikation mit den Neuzugängen offen und ehrlich - und die Jungs kamen zu uns und wollten Teil davon sein. Sie sind tolle Charaktere, die sich bereits gut eingefügt und schnell verstanden haben, was in unserem Verein wichtig ist. Betrachtet man die Anzahl an Neuzugängen, ist das aus meiner Sicht keine Selbstverständlichkeit. Gemeinsam gilt es für uns jetzt an unseren sportlichen Zielen zu arbeiten."

Der SV Eyüp Sultan konnte über den Sommer viele neue Gesichter begrüßen. Die Zugänge um Offensivmann Mahfouz Moumouni (r.) haben sich aus Karanfil-Sicht bereits gut in den Verein integrieren können.
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Ein holpriger Auftakt und seine Gründe

Der Start in die neue Kreisliga-Saison verlief für Karanfil und seine Sultane dann aber holprig, schließlich steht man nach der 1:5-Niederlage zum Auftakt bei Johannis 83 und dem 1:3 zuhause gegen den Post SV noch ohne Zähler da. "Den Start haben wir uns natürlich anders gewünscht, wobei wir gegen 83 zum Start kämpferisch gut dagegengehalten haben und beim Stand von 1:1 auch noch ein, zwei gute Möglichkeiten zur Führung hatten. Da hat man dann aber noch unsere Unerfahrenheit gesehen, wir waren nicht kaltschnäuzig genug. Hinten heraus wurde es dann bitter, schließlich haben wir ab der 77. Minute vier Tore gefangen - auch wenn man klar festhalten muss, dass der Sieg für die 83er absolut in Ordnung geht, denn sie waren an dem Tag die bessere Mannschaft. Gegen den Post SV haben wir personell aus dem letzten Loch gepfiffen und wir sind aus einer Mischung auf Kreisliga- und A-Klassenteam angetreten. Auch ich musste ja nochmal meine Schuhe schnüren. Bei diesem Spiel war für uns leider nicht mehr möglich, wobei ich mich an dieser Stelle für die Unterstützung aus der Zweiten bedanken möchte!"

Eine vollständige Rückkehr auf den grünen Rasen schließt Karanfil übrigens aus: "Ich wollte eigentlich gar nicht als Spieler auf den Platz zurückkehren, fühle mich in meiner Rolle als Trainer gut aufgehoben und habe große Freude - ich vermisse das Spielen bislang nicht. Angesichts der Not haben mich dann meine beiden neuen Co-Trainer, Oguz Özkan und Faruk Özkan, die ich sehr schätze und über deren Unterstützung ich sehr froh bin, überzeugt und so habe ich ausgeholfen. Das soll aber schon eine Ausnahme bleiben: Die Zeit ist einfach gekommen, dass andere in die Fußstapfen treten und vorweggehen."

Mehmet Karanfil (r.) schnürte gegen den Post SV (in gelb) noch einmal seine Fußballschuhe. Aus Sicht des 36-jährigen Coaches soll das aber eine Ausnahme bleiben.
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Kurze Verschnaufpause ist willkommen

Während die Kreisliga Nürnberg ab Samstag nun zum dritten Mal ihre Tore öffnet, werden die Sultane vorerst in der Zuschauerrolle sein: Die Partie gegen den KSD Hajduk wurde im beidseitigen Einvernehmen auf den 23. Oktober verlegt. Nach einer Spielpause geht es für Mehmet Karanfil und seine Mannen also erst in der kommenden Woche, dann gegen den ASV Fürth, weiter. Eine willkommene Verschnaufpause, wie der Trainer zugibt: "Für uns ist diese Pause sicherlich nicht schlecht, denn wir können in dieser Zeit noch einmal weiter an uns arbeiten und uns als Gruppe weiter finden. Dieser Prozess braucht einfach seine Zeit und geht nicht von heute auf morgen. Mit dem ASV Fürth wird uns dann ein spielstarker und eingespielter Gegner erwarten, der sich aus meiner Sicht noch einmal verstärken konnte und uns sicher richtig fordern wird. Wir wollen vorbereitet sein und nicht wie im letzten Jahr ohne Punkte aus dem August herausgehen. Als Team haben wir uns vorgenommen, dass wir jede Minute auf dem Platz zusammenstehen und kämpfen - kämpfen, um am Ende möglichst schnell 30 bis 35 Punkte zu sammeln und den Klassenerhalt zu schaffen. Um das in dieser starken Kreisliga zu erreichen, muss jeder von uns bereit sein, hart an sich zu arbeiten."

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Tabelle Kreisliga Nürnberg


Steckbrief M. Karanfil

Mehmet Karanfil
Alter
36
Nation
Deutschland
Größe
178 cm
Gewicht
79 kg
Starker Fuß
Linksfuß

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