Neuer Trainer am Campus: Bachelorette verteilen ihre Rose - fussballn.de
Das Amateurfußballportal aus
der Region Nürnberg/Fürth
 
Artikel veröffentlicht am 08.08.2025 um 15:30 Uhr
Neuer Trainer am Campus: Bachelorette verteilen ihre Rose
„Wir sind ihm auch lange genug nachgelaufen“, schmunzelt Julia Bräuer, die mit den Frauen des USC Bayreuth in der vergangenen Saison die beste Saison der noch jungen Vereinshistorie absolviert hat. Vor der dritten Saison in der Belletage des oberfränkischen Frauenfußballs standen die Studentinnen ohne Trainer da – bis ein Nordlicht sich schließlich doch überzeugen ließ…
Von Bernd Riemke
Kristoff Reichel wurde im Mai 1986 in der Hansestadt Bremen geboren und studierte in Köln, ehe es ihn zur Promotion im Jahr 2012 nach Oberfranken zog, wo er am Bayreuther Zentrum für Sportwissenschaft hängenblieb. Seine Doktorarbeit verfasste der heute 39-Jährige über „Zuschauernachfrage im Teamsport“ und analysierte dabei den Frauenfußball der 1. Bundesliga in Deutschland. Eine Affinität – wenn zunächst auch eher theorielastig – war daher schon immer erkennbar, jetzt greift der „Bremer Jung“ aktiv in die fränkische Fußballszene ein.


A-Junioren-Bundesliga

Seine eigene Karriere war ebenso kurz wie bemerkenswert. Bis zur U16 lief Reichel in den Nachwuchsmannschaften des SV Werder Bremen auf, ehe er in die A-Jugend-Bundesliga zum weithin unbekannten FC Union60 Bremen wechselte und dort in der östlichen Vorstadt an der Weser mit klangvollen Namen wie dem Hamburger SV, VfL Wolfsburg, St. Pauli, Hannover 96 oder Hertha BSC vornehmlich als Sechser oder in der Innenverteidigung die Klingen kreuzte. Der Beginn des Studiums ließ ihn seine aktive Laufbahn ausklingen, doch der Inhaber der Trainer B-Lizenz blieb dem Fußball über viele Jahre hinweg unter anderem durch sein Engagement beim DFB-Mobil treu.

Was lange währt, wird endlich gut...

Der Weg zu seinem ersten Traineramt war in der Tat steinig und schwer. In der jüngeren Vergangenheit wurde Reichel des Öfteren gebeten, die Übungsleitung bei den USC-Frauen zu übernehmen – und sagte aus zeitlichen Gründen jedes Mal ab, „obwohl ich durchaus Lust auf die Herausforderung hatte“, wie der Sport-Dozent bekräftigt. Im Sommer 2025 riskierten es die Bachelorette erneut – und waren erfolgreich. Reichel, der seit geraumer Zeit bereits interessierter Zuschauer der USC-Mädels ist, ließ sich überzeugen und bereitet die ambitionierte Mannschaft nun auf ihre dritte Spielzeit in der Bezirksoberliga Oberfranken vor.

Herr Reichel, auf welchen Trainertyp darf sich Ihre neue Mannschaft denn freuen?

Kristoff Reichel: Zunächst gilt: Wenn ich etwas mache, dann will ich es richtig machen. Daher darf die Mannschaft einen professionellen Umgang mit meiner Tätigkeit erwarten. Spaß, Freude und Leidenschaft sind mir wichtig und vor allem die Kommunikation auf dem Platz gepaart mit einer gewissen Ernsthaftigkeit. Wenn wir trainieren, dann sollte schon Zug dahinter sein, denn Bezirksoberliga ist schließlich kein Gesundheitssport mehr.


Ann-Marie Heisinger (re.) ist eine der verlässlichen Stützen des USC. 
Bernd Riemke


Worin liegt der Reiz ein Team zu übernehmen, welches allein aufgrund ihres Charakters, eine Universitätsmannschaft zu sein, einer großen Fluktuation im Kader unterliegt?
Kristoff Reichel: Die Herausforderung ist sicher groß, weil uns regelmäßig Spielerinnen wegen Praktika oder Auslandsaufenthalten nicht zur Verfügung stehen werden, aber das Potenzial in der Truppe ist riesig, so dass ich schon den Ansporn habe, die zum Teil sehr guten Fußballerinnen noch weiter zu entwickeln.

Welche Art des Fußballspielens entspricht denn am ehesten Ihrer Philosophie?

Kristoff Reichel: Ich wünsche mir, dass die Spielerinnen mutig sind. Sie dürfen Fehler machen, sollten dann aber auch so clever sein, sie dort zu machen, wo sie uns nicht wehtun (schmunzelt). Auf dem Platz lege ich viel Wert auf gutes Umschaltspiel – und zwar in beide Richtungen. Ich bin ein Freunde des 4-2-3-1 und aus dieser Grundausrichtung werden wir uns eher nicht hinten reinstellen und warten, bis der Gegner uns die Bälle um die Ohren haut. Allerdings gilt es an jede Aufgabe auch mit der nötigen Demut heranzugehen.

Die USC-Mädels waren Vorjahres-Fünfte. Aus der Landesliga kommen drei Absteiger in eine sicher starke und ausgeglichene Liga. Was trauen Sie Ihrer Mannschaft zu?

Kristoff Reichel: Ich bin überzeugt, dass Ziele wichtig sind. Sie müssen aber auch realistisch sein. Letztlich müssen wir immer schauen, welche Spielerinnen uns aus bereits genannten Gründen zur Verfügung stehen, aber wir haben einen guten Kader, mit dem ich gerne unter den Top 5 landen würde...

Kommentar abgeben

Kommentare werden unter Deinem Nicknamen und erst nach Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht.

Leser-Kommentare

Steckbrief K. Reichel

Kristoff Reichel
Spitzname
Krille
Alter
39
Geburtsort
Bremen
Wohnort
Bayreuth
Familie
verheiratet, 2 Kinder
Größe
180 cm
Gewicht
72 kg
Beruf
Akademischer Rat
Hobbies
Familie, Laufen, Reisen
Starker Fuß
Rechtsfuß
Lieb.-Position
Innenverteidiger


Bilanz USC Bayreuth

Saison
Pl. 
Liga
2025/26
3. 
Bezirksoberliga Oberfranken
 
2024/25
5. 
Bezirksoberliga Oberfranken
 
2023/24
4. 
Bezirksoberliga Oberfranken
 
2022/23
4. 
Bezirksliga Oberfranken/O.
2021/22
1. 
Kreisliga Ost
2019/21
2. 
Kreisliga Ost
 
2018/19
2. 
Kreisliga Ost
 
2017/18
2. 
Kreisklasse Ost

Tabelle Bezirksoberliga

Pl.
Team
Sp
Tore
Pkt
4
0
0:0
0
7
0
0:0
0
8
0
0:0
0
12
0
0:0
0
Bei punktgleichen Teams: Sondertabelle der Punktgleichen

Nächste Spiele USC Bayreuth

So. 31.08.2025 13:00 Uhr
A - SpVgg Ebing 2 (4.)
So. 07.09.2025 16:30 Uhr
So. 14.09.2025 17:00 Uhr
A - DJK Teuchatz (9.)
So. 21.09.2025 11:00 Uhr
A - SpVg Eicha (5.)
So. 28.09.2025 16:30 Uhr
H - SV Reitsch (8.)
In Klammern aktuelle Tabellenplatzierung
Die Bachelorette haben ein durchaus knackiges Auftaktprogramm. 

Zum Thema

Keine Daten vorhanden


Diesen Artikel...