Das Hinspiel in der entscheidenden Runde sollte die Grundlage legen für beide Mannschaften, um in der kommenden Saison in der Landesliga zu spielen. Die Gäste konnten sich im Elfmeterschießen gegen den SV Mistelgau durchsetzen konnte. Die Pumas kamen zu einem verdienten 2:0-Sieg in der regulären Spielzeit und hatten so ein paar Minuten weniger in den Beinen. „Herzogenaurach ist offensiv stark und sie haben einen richtig guten Stürmer. Ich schätze sie als sehr, sehr starken Gegner ein.“, sagte Gästetrainer Stefan Dietz vor dem Spiel und hatte durchaus Respekt vor Kevin Rockwell und Co, die zuhause ein gutes Ergebnis vorlegen wollten. Der FCH hatte mit Sebastian Schäferlein auch noch einen Stand-By-Spieler ausgepackt, der einst mit dem SC Eltersdorf in der Regionalliga kickte, aber dann doch nicht zum Einsatz kam. Zuschauertechnisch war allerdings nicht so viel los, wie vom Heimverein gewünscht, das kann aber auch an den hohen Temperaturen im Herzogenauracher Glutofen gelegen haben. Immerhin wehte eine frische Brise.
Bedrängt von Niklas Bergner, klemmt Felix Lausch den Ball ab.
Sebastian Baumann
Die Gäste aus Lichtenfels erwischten den besseren Start. Bereits in der dritten Minute setzte sich Felix Lausch stark durch, zog zur Mitte und schloss ab, zielte aber deutlich zu hoch. Danach übernahm Herzogenaurach zunehmend die Kontrolle und kam früh zu mehreren guten Möglichkeiten. Nach sechs Minuten war Kevin Rockwell nach einem Steckpass plötzlich frei durch, lupfte den Ball aber über das Tor. Fünf Minuten später segelte Lichtenfels-Keeper Angermüller bei einer Ecke unter dem Ball hindurch, doch Rockwell war überrascht und konnte die Situation nicht nutzen.
Die Gastgeber blieben gefährlich. In der 18. Minute verlor Lichtenfels den Ball in der Vorwärtsbewegung, Josef Schumacher spielte den Angriff jedoch nicht sauber zu Ende und brachte den Querpass auf Rockwell nicht an. Kurz darauf wurde es erstmals hitziger: Daniel Blinzler sah nach einem harten Einsteigen in der 21. Minute die Gelbe Karte. Nach einer Trinkpause hatte Lichtenfels zwar durch Lausch eine weitere Offensivaktion, dessen Querpass fand jedoch keinen Mitspieler.
Herzogenaurach wurde nun immer druckvoller. In der 32. Minute kombinierten sich die Pumas stark durch. Marco Amling legte quer auf Schumacher, der alles richtig machte, doch Angermüller bekam noch die Fingerspitzen an den Ball. Zwei Minuten später fiel dann die verdiente Führung: Nach einer Ecke köpfte Kevin Schmid aufs Tor und Paul Bernreuther vollendete zum 1:0 für Herzogenaurach. Kurz vor der Pause hatte Schumacher sogar noch das 2:0 auf dem Fuß. Amling und Schumacher behinderten sich zunächst gegenseitig, trotzdem zog Schumacher überraschend ab, doch erneut reagierte der Gästekeeper stark.
Max Hafenbrädl wird von Maximilian Pfadenhauer bearbeitet.
Sebastian Baumann
Nach dem Seitenwechsel kam Lichtenfels mit deutlich mehr Schwung aus der Kabine. Fabian Bergmann ersetzte Felix Lausch, und nur eine Minute nach Wiederbeginn fiel der Ausgleich. Tobias Zollnhofer überraschte FCH-Keeper Lösch mit einem frechen Freistoß aus spitzem Winkel, der sich unhaltbar über den Schlussmann ins lange Eck senkte, und traf zum 1:1.
Der Treffer zeigte Wirkung. Lichtenfels wurde nun stärker und drängte auf die Führung. Herzogenaurach wirkte kurz beeindruckt, ein Distanzschuss der Gäste ging aber über das Tor. Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Kevin Rockwell verpasste in der 64. Minute eine perfekte Flanke von Hafenbrädl, ehe die Gäste in höchster Not klären konnten.
Die größte Chance der zweiten Hälfte hatte Leon Holzheid in der 60. Minute. FCH-Keeper Lösch spielte den Ball weit vor seinem Tor direkt zu Holzheid. Der Lichtenfelser hob den Ball auf das leere Tor, doch der Ball sprang unglücklich auf und ging über die Latte. In der 76. Minute tauchte Holzheid erneut frei vor Lösch auf, scheiterte diesmal aber direkt am Keeper.
Für reichlich Diskussionen sorgte die Szene in der 73. Minute. Matthias Christmann stoppte einen Angriff der Gäste mit einem Foulspiel und sah Gelb. Besonders bitter für Lichtenfels: Schiedsrichterin Davina Lutz unterbrach die Szene sofort, obwohl Leon Holzheid nach dem möglichen Vorteil frei durch gewesen wäre und alleine vor dem Schlussmann der Hausherren stand. Der weggepfiffene Vorteil führte zu einem kleinen Rudel auf dem Platz und sorgte auf Seiten der Gäste für großen Ärger.
In der Schlussphase hatten beide Teams noch Möglichkeiten auf den Siegtreffer. Najim Said jagte einen abgewehrten Standard deutlich über den Fangzaun. Auf der anderen Seite setzte Moritz Mattausch einen Distanzschlenzer knapp vorbei. Die letzte große Szene gehörte schließlich Herzogenaurach: Eric Stübing flankte stark auf Marco Amling, der am langen Pfosten allerdings querlegte statt selbst abzuschließen.
So blieb es nach intensiven 95 Minuten beim 1:1 zwischen Herzogenaurach und Lichtenfels – ein Ergebnis, das dem Spielverlauf insgesamt gerecht wurde.
Das lange Bein von William Rahe stoppt Endrit Mehiqi.
Sebastian Baumann
Am Samstag in Lichtenfels kommt es zum Showdown der beiden Mannschaften. Herzogenaurach muss sich strecken und muss die Körperlichkeit der Landesliga-erfahrenen Hausherren annehmen und vor allem länger als 45 Minuten zielstrebigen Fußball spielen. Für Lichtenfels gilt Ähnliches. Deswegen lautete das Fazit der beiden Trainer auch: „Hauptsache nicht verloren.“
Spielbericht eingestellt am 27.05.2026 21:23 Uhr