von FCC
Deftige Klatsche für den FC Coburg: Im für das Ziel Klassenerhalt enorm wichtigen Heimspiel gegen den TSV Kornburg gingen die Vestekicker am Ende mit 0:5 regelrecht unter. Statt gegen einen Gegner, den man im Hinspiel noch 2:1 bezwungen hatte, Boden auf die Nichtabstiegsplätze gutzumachen, befindet sich der FCC nun tiefer denn je im Tabellenkeller. Insbesondere wie sich die Schützlinge von Trainer Carl-Philipp Schiebel nach dem 0:2-Rückstand in der letzten halben Stunde der Partie präsentierten, gibt Anlass zur Sorge und war so nach der starken – aber punktlosen – Vorstellung bei Tabellenführer SC Eltersdorf vom Vorwochenende nicht zu erwarten gewesen. Vor allem dieses Auseinanderbrechen wurmte Schiebel gewaltig: „Was wir da gespielt haben, war einfach unterirdisch und ist so nicht zu akzeptieren. Wir können gegen jeden Gegner verlieren, aber wir müssen als Mannschaft zusammenstehen. Und das habe ich den Jungs hinterher auch ganz klar gesagt!“
Dabei hatte seine Mannschaft wieder einen starken Beginn erwischt. „Eigentlich war es wie in Eltersdorf: Die erste Halbzeit war überragend, wir hatten das Spiel voll im Griff und sind dem 1:0 näher als der Gegner.“ Schiebel spielte auf die Gelegenheit von Aykut Civelek an, der nach schönem Steckpass auf das TSV-Tor zusteuerte, von Kornburgs Innenverteidiger-„Turm“ Nico Moos aber mit grenzwertigem Körpereinsatz zu Fall gebracht wurde. Auf der anderen Seite hatte Laurin Klaus über links eine gute Chance, zielte aber vorbei. Trotz guter erster 45 Minuten gingen die Vestekicker jedoch mit einem Rückstand in die Kabine. Denn in der ersten Minute der Nachspielzeit schlug Jonathan Baur über den Ball und Kornburgs Nicolai Oppelt nahm das Geschenk dankend an. Ein Zwischenstand, der Coburgs Übungsleiter fassungslos hinterließ: „Die Kornburger wussten gar nicht, wie ihnen geschieht!“
Ähnlich wie in Eltersdorf kam seine Elf mit ordentlich Dampf aus der Pause. Doch den Treffer machten die Gäste, denn nach einem Freistoß war ihr Luftraum-Zielspieler Moos vom FCC nicht zu kontrollieren und traf per Kopf. Es folgten die gut 30 Minuten, wegen derer im Coburger Lager erheblicher Gesprächsbedarf bestehen dürfte. Nur vier Minuten nach dem 0:2 leistete sich FCC-Keeper Luis Krempel einen dicken Fehler, indem er einen eher harmlosen Ball fallen ließ – Laurin Klaus schob zum dritten Gästetreffer ein. Teile der FCC-Mannschaft entbehrten spätestens jetzt des nötigen Kampfgeists und der rechten Körperspannung, was durch Aykut Civeleks Elfmeter-Fehlschuss in Minute 56 – Gästetorwart Thorben Hochmuth hielt den Ball – nicht besser wurde. Im Gegenteil: Die Vestekicker ließen die Niederlage nun gewissermaßen über sich ergehen und fraßen sogar noch die Gegentore vier und fünf durch Jonas Schmid und Marcel Götz. Beide Male hatten die Gastgeber mehr als genug eigenes Personal im Sechzehner versammelt, schafften es aber nicht, Hereingaben zu bereinigen.
Damit hat Coburg zur absoluten Unzeit die im Rennen um den Verbleib in der Bayernliga so essenzielle mannschaftliche Geschlossenheit vermissen lassen. Entsprechend bedient war Schiebel: „Das fühlt sich richtig wie ein Tiefpunkt an!“ Verloren ist für seine Schützlinge allerdings noch nichts. Denn aufgrund der diesjährigen Abstiegsregelung ist jedenfalls das Erreichen der Relegation nach wie vor absolut realistisch. Um in einer solchen bestehen zu können, muss seine Mannschaft jedoch – wie man beim FCC spätestens seit dem in der Relegation 2023/24 erlittenen Schiffbruch weiß – ein ganz anderes Gesicht zeigen. Man darf gespannt sein, an welchen Stellschrauben das FCC-Trainerteam dreht, um die erforderliche Kursänderung herbeizuführen.
Spielbericht eingestellt am 11.04.2026 19:56 Uhr