Der Erfolg der Oberpfälzer war durchaus verdient, es war der zehnte Sieg für Cham und die zehnte Niederlage für den TSV. Überschattet wurde die hektische Partie von der schweren Verletzung des Chamers Andre Adkins, der in der Anfangsphase ohne Fremdeinwirkung mit Verdacht auf Riss der Achillessehne ausschied. Den hochverdienten Sieg widmete die Heimelf seinem schwer verletzten Mitspieler, der per Sanka ins Krankenhaus kam.
Oskar Stechl setzt sich kraftvoll gegen Fritz Amberger (li.) durch.
Dirk Meier
Die Gastgeber überraschten mit einem Torwartwechsel, Christoph Lindner stand statt Bastian Sittenauer zwischen den Pfosten. Der 23 Jahre alte Sommerneuzugang blieb in seinem ersten Einsatz für Cham fehlerfrei und rechtfertigte seine Nominierung. Die Chamer übernahmen das Kommando und schnell wurde klar, dass die Gäste aus dem Kulmbacher Land eine sehr strikte Defensive anschlugen. Die Oberfranken versuchten das Spiel des ASV zu zerstören, hatte aber erhebliche Probleme mit den schnellen Angreifern Konstantin Landstorfer und auch Lucas Chrubasik hatte viele Freiheiten. Die erste Chance bot sich nach Pass von Manuel Reiß dem Kollegen Chrubasik, der zusammen mit Konstantin Landstorfer auf das Tor zulief, aber mit Schuss gegen Tormann Tobias Grüner vergab (11.). Das hätte er mit Querpass besser lösen können, Landstorfer hätte freie Bahn gehabt.
Dann der Schock: Chams Adkins ging zu Boden, schrie wie am Spieß und jedem Unbeteiligten war klar, das da etwas ganz Schlimmes passiert sein musste. Der knapp 30-Jährige, der dieses Alter am 5. März erreicht, wurde von Mitspielern gestützt vom Platz geführt und sofort per Sanka ins Krankenhaus transportiert. Es besteht der dringende Verdacht, das sich Adkins am linken Fuß einen Riss der Achillessehne zugezogen hat. Die Partie wurde, unabhängig von diesem Vorfall, hektischer und härter. Auch neben dem Rasen gifteten sich beide Lager im weiteren Spielverlauf immer wieder an. Regionalliga-Schiedsrichter Manuel Steigerwald stand zum Teil heftig in der Kritik der Gäste. Am Ende sollte das in heftigen Protesten münden, es gab Verwarnungen für Funktionäre in der Coaching-Zone.
In der ersten Halbzeit hatte der ASV mehr und bessere Chancen. Die Schüsse in einer Szene von Chrubasik und zweimal von Simon Haimerl konnten abgewehrt werden (18.). Das Solo von Landstorfer entschärfte der TSV-Tormann (29.). Ein Seitfallzieher von Chrubasik strich knapp über den Querbalken (31.). Neudrossenfeld war zumeist mit Defensiv-Arbeit beschäftigt, konnte durch Freistöße gefährlich werden. Lukas Breszczynski zielte aus 22 Metern vorbei (36.).
Dynamisch setzt sich Chams Konstantin Landstorfer gegen zwei Neudrossenfelder durch.
Dirk Meier
Auch in Abschnitt zwei blieb die Partie hitzig, war aufgeheizt. Der ASV Cham war überlegen, kam zu Möglichkeiten, war aber nicht druckvoll genug. Chancen gab es dennoch für den ASV, als Landstorfer von links Fritz Amberger bediente, der aus acht Metern vergeigte (47.). Chrubasik legte für Landstorfer auf, der von rechts am langen Eck vorbeizielte (65.). Amberger legte für Reiß auf, aber TSV-Tormann Grüner parierte (67.). Als dann im Mittelfeld Moritz Hütter nach Foulspiel Gelb-Rot sah (70.), kochte der Emotionskessel weiter auf. Drei Minuten später gab es Freistoß für Cham, unmittelbar vor der Strafraumgrenze. Es soll ein Foul an Jakub Hrudka gewesen sein, die Gäste reklamierten, dass Hrudka sich selbst zu Fall gebracht haben soll. Den Freistoß setzte Landstorfer über die Mauer hinweg an die Latte, den Abpraller konnte Chrubasik nutzen, auch wenn Grüner noch am Ball war, aber nicht mehr abwehren konnte (73.).
Das war die Entscheidung, auch wenn die Gäste kurz vor dem Ende noch einmal aktiver und gefährlich wurden. Der Sieg war knapp aber hochverdient bei einem guten halben Dutzend bester Möglichkeiten für die Gastgeber. Neudrossenfeld haderte, konzentrierte sich zu wenig auf das Spiel. Kurz vor dem Ende hätte Landstorfer mit einem Sololauf beinahe noch das 2:0 erzielt (88.), aber der Ball flog knapp drüber.
Spielbericht eingestellt am 01.03.2026 12:53 Uhr